mini|Franjo Frankopan Slunjski Franjo Frankopan Slunjski () (* 1536; † 2. Dezember 1572) war ein kroatischer Hochadliger aus der verzweigten Familie Frankopan im 16. Jahrhundert. Von 1567 bis zu seinem Tod diente er als Ban (Vizekönig) von Kroatien. Er war als exzellenter Militärführer bekannt und eine der prominentesten Figuren im Kampf gegen das Osmanische Reich und dessen Expansion. Als letzter männlicher Nachkomme des Slunjer Zweigs der Familie Frankopan erbte er von seinem Vater Juraj zahlreiche Besitzungen nahe der damaligen Grenze zum Osmanischen Reich, die bedroht waren. Im kroatischen Parlament wurde er als „Schwert und Schild der Überreste Illyriens“ bezeichnet.
Biografie Abstammung und Familie Fürst Franjo Frankopan Slunjski wurde 1536 in Slunj als Sohn von Fürst Juraj III. Frankopan (Georg III. Frankopan von Slunj) und seiner Frau Ana Frankopan, geb. Babonić Blagajski, geboren. Sein Urgroßvater Dujam IV Frankopan (*? – † 1487) erbte das Grundstück Slunj, die bei der Teilung riesiger Ländereien von Nikola IV. Frankopan, dem einst mächtigen Ban (Vizekönig) von Kroatien am 12. Juni 1449 auf der Burg Tržan in Modruš stattfand. Franjo hatte zwei Schwestern, Katarina (1520–1580) und Ana (1525–1577). Sein Vater Juraj ist dafür bekannt, Ende 1526 die Versammlung des kroatischen Parlaments auf Burg Cetin organisiert und ausgerichtet zu haben, wo Ferdinand I. von Habsburg zum König von Kroatien gewählt wurde. Einige Monate vorher fiel Matija II. Frankopan Slunjski, der Bruder seines Vaters, in der Schlacht bei Mohács in Südungarn.
Frühes Leben Franjos Vater Juraj starb 1553 und er erbte ihm Im Alter von siebzehn Jahren. Er wurde Besitzer der Burgen von Slunj, Cetingrad, Mala und Velika Kladuša, Krstinja, Kremen, Ledenice und einige andere. Der Großteil seiner Besitzungen lag in unmittelbarer Nähe der damaligen osmanischen Bosnien und war einer ständigen Bedrohung ausgesetzt. Er war gezwungen, alle Einkünfte aus seinen Gütern für die Verstärkung seiner Burgen und deren Wachen zu verwenden.
1553 bat er Ivan Lenković, den Hauptmann von Senj, dessen Soldaten zur Verstärkung der Festungen von Hrastovica und Cetin zu entsenden. 1555 forderte er, dass seine Leibeigenen nicht mehr zum Arbeiten an den Grenzbefestigungen verpflichtet werden sollten – jedoch ohne Erfolg. In den darauffolgenden Jahren, besonders in 1557 und 1562 verstärkten seine Männer Drežnik Grad, Burg Tržan in Modruš und einige andere Burgen. 1555 bat er außerdem General Hans Ungnad um Hilfe, der im Gegenzug die Übergabe von Festung Krstinja und beider Burgen von Kladuša forderte. Alle Verteidigungsbemühungen blieben aber erfolglos, da die einfallenden Türken Slunjskis Güter ständig angriffen, plünderten und zerstörten.
Militärlaufbahn Zwischen dem 3. und 10. März 1560 beschloss das kroatische Parlament, dass Franjo den wichtigen Übergang über den Fluss Kupa bei Letovanić kontrollieren und dort eine Wache aufstellen sollte. Kurz darauf nahm er in der Armee teil, die in der Nähe des Flusses Žirovnica und des Slunj mit den Osmanen kämpfte. Im Oktober desselben Jahres verteidigte er Mala Kladuša und die umliegende Gegend sowie Hügel Petrova gora gegen osmanische Angriffe. 1565 nahm er an der gescheiterten Belagerung von Krupa teil, wo er Herbert von Auersperg, den kaiserlichen Oberbefehlshaber, vergeblich bat, die Armee zum Angriff auf die türkische Eroberer zu entsenden.
1566 wartete er mit seinen Soldaten im ungarischen Győr als Teil der kaiserlichen Hauptarmee der Habsburger Monarchie, während der osmanischen Belagerung von Szigetvár. 1567 ernannte König Maximilian II. von Habsburg ihn zusammen mit Juraj II. Drašković zum Ban von Kroatien. Beide Bane wurden vom Parlament beauftragt, die Arbeiten an den Festungen in Sisak und Hrastovica zu überwachen und die Sicherheit der dort arbeitenden Leibeigenen zu gewährleisten. Darüber hinaus konnten beide Bane gegebenenfalls einen Aufstand ausrufen.
1568 und 1569 gelang es beiden Banen, Frankopan und Drašković, ein Eindringen der Osmanen nach Kroatien bei Hrastovica und Sisak zu verhindern. Am 8. Mai 1569 beriefen die Bane eine Versammlung des kroatischen Parlaments ein, in der die Verstärkung und Verteidigung der Burgen sowie die Gewalt der königlichen Truppen gegen die Bauernhöfe erörtert wurden. Ertwas später im selben Jahr unternahm Franjo mehrere Raubzüge über die provisorische Grenze zu Bosnien, um die türkische Invasion zu verhindern.
Späteres Leben und Tod Im Jahr 1570 nahm Franjo Frankopan an mehreren Parlamentssitzungen teil, die zur Verteidigung von Hrastovica einberufen wurden. Trotz des vorübergehenden Waffenstillstands wurde der Ort von der osmanischen Armee angegriffen. Im September desselben Jahres überquerten kroatische Truppen unter seiner Führung die Una bei Kostajnica und drangen in das vorübergehend osmanisch besetzte Gebiet ein. Erst im Juni 1571 gelang es ihm dank seines militärischen Geschicks, die osmanische Kavallerie aus Hrastovica zu vertreiben.
Franjo nahm Teil an der Sitzung des ungarischen Parlaments in Pressburg, in der Erzherzog Rudolf II. von Habsburg zum kroatisch-ungarischen König ausgerufen wurde. Auch in der Krönungszeremonie am 25. September 1572 war er dabei. Währenddessen plünderten die Türken seine Güter, insbesondere jene nahe der Grenze, die er größtenteils auf eigene Kosten verteidigte. Zu dieser Zeit besaß er nur noch etwa 20 Leibeigene. Da er fast ununterbrochen kämpfte, bat das kroatische Parlament König Rudolf vergeblich um weitere Güter, bzw. Besitzungen, um seine mageren Einnahmen zu erhöhen.
Er starb am 2. Dezember 1572 in Varaždin an den Folgen eines unprofessionell durchgeführten medizinischen Eingriffs, wegen Vergiftung, die durch die Entfernung eines eitrigen Geschwürs hinter seinem Ohr verursacht wurde. Er war auf dem Weg zu seiner Hochzeit in Mähren mit seiner Verlobten Judit, der Tochter von László Kerecsényi, einen pensionierten Hauptmann aus Szigetvár und reichen Feudalherren Ungarns. Der Tod des regierenden Ban (Vizekönig) von Kroatian, „Schwert und Schild der Überreste Illyriens“ genannt, löste im ganzen Land große Auswirkungen, da er der letzte männliche Nachkomme seines Familienzweigs war. Er wurde in der Kathedrale von Zagreb beigesetzt. Seine Besitzungen wurden sofort von der königlichen Schatzkammer beschlagnahmt, aber die Frankopanen aus dem Zweig Tržac, sowie die Adelsgeschlechter Zrinski und Babonić Blagajski, erhoben als Verwandte einen Anspruch darauf, doch dieses Recht wurde abgelehnt.
Einige Burgen und Festungen von Franjo Frankopan Slunjski
Siehe auch Liste der Bane von Kroatien Stammtafel des Adelsgeschlechts Frankopan Liste von Burgen und Schlössern in Kroatien
Einzelnachweise
Kategorie:Fürst Franjo 01 Kategorie:Kroatischer Adliger Kategorie:Kroatische Geschichte (16. Jahrhundert) Kategorie:Historische Person (Südosteuropa) Kategorie:Geboren 1536 Kategorie:Gestorben 1572 Kategorie:Mann