Theophil Mootz (* 2. Juni 1872 in Fischau, Provinz Preußen; † unbekannt im Zuchthaus Waldheim) war ein deutscher Psychiater, der ab 1942 an den Krankenmorden in der Zeit des Nationalsozialismus in der Tötungsanstalt Meseritz-Obrawalde beteiligt war.
Mootz studierte Medizin an der Albertus-Universität Königsberg und gehörte seit 1894 der Königsberger Burschenschaft Gothia an.Willy Nolte (Hrsg.): Burschenschafter-Stammrolle. Verzeichnis der Mitglieder der Deutschen Burschenschaft nach dem Stande vom Sommer-Semester 1934. Berlin 1934, S. 334. Er war als Oberarzt in der Provinzial-Irrenanstalt Schwetz in Schwetz an der Weichsel tätig. Vor seinem Ruhestand arbeitete er als Provinz-Medizinalrat in der Heil- und Pflegeanstalt Treptow/Rega, u. a. als erster stellvertretender Direktor. Er war Mitglied der Sturmabteilung, der NS-Volkswohlfahrt, des Reichsbunds der Deutsche Beamten und des Reichsluftschutzbunds, zum 1. Mai 1937 trat er der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 3.957.366).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/29121228
Nachdem der vorherige ärztliche Leiter der Anstalt Meseritz-Obrawalde, Hermann Vollheim, seine Mitwirkung an den Krankenmorden verweigert hatte, kehrte Mootz aus dem Ruhestand zurück und übernahm 1942 die ärztliche Leitung der Anstalt. Zu seinen Aufgaben gehörte die Selektion der Opfer, die er per Kopfnicken oder Fingerzeig vornahm, und das Abzeichnen der angeblichen Todesursache in den Krankengeschichten der Ermordeten. Die Giftmorde übernahmen ausgewählte Pflegekräfte in Mootz' Auftrag.
Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Mootz im Sommer 1945 von sowjetischen Militärs festgenommen. Er starb Ernst Klee zufolge zu einem unbekannten Zeitpunkt im Zuchthaus Waldheim.
Einzelnachweise
Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:SA-Mitglied Kategorie:Psychiater Kategorie:Burschenschafter (20. Jahrhundert) Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert) Kategorie:Person (NS-Krankenmorde) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1872 Kategorie:Gestorben im 20. Jahrhundert Kategorie:Mann