mini|St. Jakobus (2012) St. Jakobus (auch: St. Jakob) ist die römisch-katholische Pfarrkirche des Ortsteils Willing der Stadt Bad Aibling im oberbayerischen Landkreis Rosenheim und zu Ehren des heiligen Jakobus des Älteren geweiht.

Geschichte Die Kirche von Willing wird erstmals in einer Freisinger Urkunde vom 13. Januar 804 erwähnt. Sie gehörte zu den Kirchen, die das Kloster Herrenchiemsee vom Bayernherzog Tassilo III. erhalten hatte und die der Freisinger Bischof an jenem Tag zurückforderte; die damals strittigen Kirchen zählten allesamt zum Herzogshof Aibling. Die kirchliche Verbindung mit Bad Aibling blieb über die Jahrhunderte bestehen. Willing war bis 1956 eine Filialkirche der Pfarrei Mariä Himmelfahrt.

Die mittelalterliche Kirche war laut einem Bericht des damaligen Pfarrers von 1670 baufällig geworden und sollte einem barocken Neubau weichen. Der Freisinger Fürstbischof stimmte am 22. Mai 1687 dem Abbruch zu; bereits 1688 war der Neubau unter dem Maurermeister Hans Mayr von der Hausstatt bei Bad Feilnbach weitgehend fertiggestellt. Die Weihe der Kirche erfolgte am 16. August 1697 durch Fürstbischof Johann Franz Eckher von Kapfing und Liechteneck. Während der Bauzeit wurde an der Kirche eine Allerseelen-Bruderschaft gegründet, die 1689 kirchlich bestätigt wurde. Die Deckengemälde schuf 1750 der Aiblinger Maler Johann Blasius Vicelli; sie wurden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von Joseph Osendorfer übermalt und 1942 von Georg Hilz auf den Zustand des 18. Jahrhunderts hin restauriert. 1995 wurde die Kirche erneut umfassend renoviert.

Architektur Hans Mayr errichtete einen Saalbau mit vier Achsen und breiter Stichkappentonne über zweifach gestuften Pilastern sowie einen zweiachsigen, leicht eingezogenen und um eine Stufe erhöhten Chor mit dreiseitigem Schluss. Vom Vorgängerbau erhalten blieb der nahezu quadratische, sechsgeschossige romanische Kirchturm, der – außer an der Westseite – durch Blendbogenfriese gegliedert ist.

Ausstattung mini|alternativtext=Innenraum|Innenraum Aus dem spätgotischen Vorgängerbau stammen zwei qualitätvolle Schnitzwerke: die Marienstatue auf dem linken Seitenaltar, bei der ein Zusammenhang mit dem Meister von Rabenden erwogen wird, sowie die Figur des heiligen Augustinus auf dem Schalldeckel der Kanzel. Die Kanzel selbst ist am Korb auf 1675 datiert. Die Altäre wurden ebenfalls 1697 geweiht; vom ursprünglichen Hochaltar sind unter anderem die Figuren des Kirchenpatrons Jakobus mit Pilgerstab und des heiligen Nikolaus erhalten, das barocke Hochaltarbild ist „verschollen“.

Die Deckengemälde im Langhaus und Chorraum stellen Szenen aus dem Leben des Hl. Jakobus dar, darunter seine Erscheinung der Maria auf einer Säule bei Saragossa, seine Predigt nach der Rückkehr aus Santiago de Compostela sowie seine Verehrung als himmlischer Fürbitter. Unter der Empore befindet sich zudem eine Darstellung des sogenannten Hühnerwunders des heiligen Jakobus.

Auf der unteren Emporenbrüstung wird in neun Bildern aus dem 18. Jahrhundert die Legende des heiligen Leonhard geschildert, der in Willing als Viehpatron besonders verehrt wurde. Dies belegt auch der bis nach dem Zweiten Weltkrieg praktizierte Leonhardi-Ritt. Die Brüstung der oberen Empore zeigt Szenen aus der Legende des heiligen Antonius von Padua, zu dessen Ehren der linke Seitenaltar ursprünglich geweiht war.

Zahlreiche Kartuschenbilder im Altarraum und Langhaus nehmen Bezug auf die Anliegen der Allerseelen-Bruderschaft und verbinden lateinische Bibelzitate mit deutschen Versen zum Gedenken an die Armen Seelen im Fegefeuer. Auf dasselbe Anliegen dürfte auch die Darstellung der heiligen vierzehn Nothelfer am Chorbogen zurückgehen. Das Vortragekreuz an der Südwand des Chorraums zeigt den heiligen Leonhard zwischen der heiligen Gottesmutter Maria und dem heiligen Johannes dem Täufer.

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Einzelnachweise

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