mini|St. Georg (2022) Die römisch-katholische Stadtpfarrkirche St. Georg ist ein modern gestaltetes Gotteshaus in der oberbayerischen Stadt Bad Aibling. Sie ist die Pfarrkirche der 1961 gegründeten Pfarrgemeinde St. Georg, zu der auch die Georgs-Siedlung gehört, die nach dem Zweiten Weltkrieg als soziale Einrichtung für Flüchtlinge entstand. Das Pfarrgebiet umfasst rund 1,5 km²; der Pfarrgemeinde gehören (Stand 2013) etwa 2.600 Katholiken an.

Der heilige Georg ist zugleich Stadtpatron von Bad Aibling und erscheint entsprechend im Wappen der Stadt. Sein Name findet sich zudem im Namen zahlreicher örtlichen Einrichtungen und Unternehmen wieder.

Lage Die Pfarrei St. Georg befindet sich am südlichen Stadtrand, zwischen der Bahnlinie und der Mangfall.

Neben der Kirche liegen im Uhrzeigersinn auch ein Pfarrhaus/Pfarrbüro, ein modernes Pfarrheim mit Saal und eine gleichnamige Grund- und Mittelschule. Vorletzteres ist der maßgebliche kirchlich-soziale Treffpunkt der Katholiken der Stadt.

Geschichte Die Anregung zum Kirchenbau ging vom damaligen Dekan und Stadtpfarrer, Geistlichem Rat Anton Pfäffl von Mariä Himmelfahrt in Bad Aibling, aus. Der Bau wurde am 23. Mai 1961 begonnen, die Grundsteinlegung erfolgte am 8. Oktober 1961. Die Pläne stammen vom Münchner Architekturbüro Kubizek & Pammesberger; als ausführender Bauunternehmer fungierte die Firma Grossmann aus Rosenheim.

Am 16. September 1962 fand die Glockenweihe statt. Der Turm birgt vier Glocken, die 1962 von der Stadt Bad Aibling gestiftet wurden: Die größte ist zu Ehren des Stadtpatrons St. Georg geweiht, die zweite der Gottesmutter Maria, die dritte dem heiligen Antonius, und die kleinste trägt die Aufschrift „Gott sei uns Sündern gnädig.“.

Bereits am 11. November 1962, vor der eigentlichen Kirchweihe, fand der erste Gottesdienst der Gemeinde im Pfarrsaal statt. Erzbischof Julius Kardinal Döpfner weihte die Kirche (damals Kuratie) am 17. März 1963 zu Ehren des heiligen Georg und setzte dabei Reliquien der Märtyrer Irenäus und Theophila ein. Am 22. November 1964, dem Fest der heiligen Cäcilia, wurde die vom Orgelbauer Franz Wappmannsberger aus Prien am Chiemsee errichtete Orgel mit 19 Registern und 1.270 Pfeifen geweiht.

Zum 1. Februar 1966 wurde die Gemeinde St. Georg zur eigenständigen Pfarrei erhoben; 1969 fanden die ersten Pfarrgemeinderatswahlen statt. 1972 errichtete die Pfarrei einen Kindergarten an der Heubergstraße, der durch Weihbischof Franz Schwarzenböck eingeweiht wurde.

Architektur Die Kirche ist als klarer, schlichter Saalbau gestaltet und nach Westen ausgerichtet – entgegen der altkirchlichen Tradition geosteter Kirchen. Sie besitzt ein im Norden heruntergezogenes Satteldach und einen gedrungenen Turm mit hochgezogener Pyramide; zwischen Turm und Altarraum liegt die Taufkapelle. Die Außenwände sind verputzt und weiß gestrichen, die Dächer mit Kupferblech gedeckt. An der Nordseite befinden sich wieder freigelegte Farbfenster.

Ausstattung An der Westwand befindet sich eine Darstellung Christi als thronender Weltenrichter in der Mandorla; das zugehörige Altarbild wurde am 4. Mai 1967 zu Christi Himmelfahrt geweiht. Den Innenraum prägen der nagelfluhbehauene Altartisch und der schlichte Ambo, die auf gleicher Höhe stehen. Über dem Seitenaltar hängt ein kreuzförmiges Messingrelief aus der Werkstatt des Künstlers Matthäus Bayer (1973), das Christus mit den Wundmalen, umgeben von Heiligen verschiedener Jahrhunderte, zeigt; darunter befindet sich der mit Ähren und Weintrauben verzierte Tabernakel.

An der Südwand verläuft ein Kreuzweg mit 14 bemalten, halbfigurigen Stationsbildern. Unter der Orgelempore liegt die Sakraments- und "Werktagskapelle" mit einer bei Kindern beliebten Jahreskrippe. Gegenüber dem Ambo steht auf einem Nagelfluhsockel eine Marienstatue mit Jesuskind, die aus dem 15. Jahrhundert stammt (vermutlich spanischer Herkunft) und als Leihgabe des Erzbistums dort aufgestellt ist.

Die links vom Altarraum gelegene Taufkapelle beherbergt einen Taufstein aus Tuffstein mit Kupferdeckel. Ihre Glasfenster zeigen die sieben Sakramente und wurden von der Münchner Malerin Herlinde Dennhöfer gestaltet.

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