Sophia von Daun-Oberstein (* unbekannt; † nach 1446) war Fürstäbtissin des Stifts Essen von 1445 bis 1447.

Leben und Wirken Sophia entstammte dem Adelsgeschlecht der Daun-Oberstein. Sie war eine Tochter des Ritters Philipp II. von Daun-Oberstein und Falkenstein (1362–1432) und dessen Ehefrau Imagina zu Alten- und Neuenbaumberg. Zu ihren Geschwistern gehörten unter anderem Wirich IV. von Daun-Oberstein, der 1456 die Herrschaft Falkenstein erwarb, sowie mehrere Schwestern. Die später ebenfalls als Essener Äbtissin amtierende Meyna von Daun-Oberstein gehörte einer nachfolgenden Generation derselben Familie an.

Nach dem Tod ihrer Vorgängerin Elisabeth Stecke von Beeck wurde Sophia 1445 zur Äbtissin des Stifts Essen gewählt. Bei ihrer Wahl zur Äbtissin setzte sie sich gegen die Dechantin Margarete von Castell durch, die durch den künftigen Stiftsvogt Johann von Kleve unterstützt wurde, da es sich bei ihr um seine Nichte handelte.Archiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland AA 0250 Akte Nr. 24 Sie übte das Amt nur kurze Zeit aus; bereits 1447 folgte ihr Elisabeth von Saffenberg.

Als Äbtissin stand Sophia einem lehns- und staatsrechtlich reichsunmittelbaren Frauenstift vor und nahm damit neben der geistlichen Leitung auch landesherrliche Funktionen im Essener Stiftsgebiet wahr. Über ihr weiteres Leben nach dem Ende ihrer Amtszeit 1447 ist nur wenig bekannt. Genealogische Quellen nennen sie noch nach 1447 als lebend.

Literatur Detlev Schwennicke: Europäische Stammtafeln. Neue Folge. Band XVII, Vittorio Klostermann, Frankfurt am Main 1998, Tafel zu den Herren von Daun-Oberstein. Peter Stammnitz: Das Geschlecht Daun-Oberstein. Einige längst überfällige Richtigstellungen zur Genealogie beider Familien. In: Brief des Burgenvereins Schloss Oberstein, Oktober 1999. Thomas Schilp: Der Kanonikerkonvent des (hochadeligen) Damenstifts St. Cosmas und Damian in Essen während des Mittelalters. In: Irene Crusius (Hrsg.): Studien zum weltlichen Kollegiatstift in Deutschland. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1995 (= Studien zur Germania Sacra, Bd. 18), S. 169–231. Ute Küppers-Braun: Macht in Frauenhand. 1000 Jahre Herrschaft adeliger Frauen in Essen. Klartext, Essen 2002, ISBN 3-89861-106-X. Jan Gerchow: Äbtissinnen auf dem Weg zur Landesherrschaft im 13. Jahrhundert. Das Beispiel der Frauenstifte Essen und Herford. In: Thomas Schilp (Hrsg.): Reform – Reformation – Säkularisation. Frauenstifte in Krisenzeiten. Klartext, Essen 2004, S. 67–88. Martin Hoernes, Hedwig Röckelein (Hrsg.): Gandersheim und Essen. Vergleichende Untersuchungen zu sächsischen Frauenstiften. Klartext, Essen 2006 (= Essener Forschungen zum Frauenstift, Bd. 4), ISBN 3-89861-510-3. Martin Dolch, Peter Stammnitz: Die von Oberstein in der Pfalz. In: Kaiserslauterer Jahrbuch für pfälzische Geschichte und Volkskunde, Band 6/7 (2006/2007), Kaiserslautern 2008, S. 43–68. Klaus Gereon Beuckers: Kaiserliche Äbtissinnen. Bemerkungen zur familiären Positionierung der ottonischen Äbtissinnen in Quedlinburg, Gandersheim und Essen. In: Thomas Schilp (Hrsg.): Frauen bauen Europa. Internationale Verflechtungen des Frauenstifts Essen. Klartext, Essen 2011 (= Essener Forschungen zum Frauenstift, Bd. 9), S. 65–88, ISBN 978-3-8375-0672-3. Neue Essener Bibliographie. Stadtarchiv Essen, Essen 2025.

Weblinks Chronik der Stadt Essen 701–1500

Einzelnachweise

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