Hans Wicki (* 3. Februar 1917 in Buttisholz, Luzern; † 12. April 2003) war ein Schweizer Historiker.

Leben Wicki war der Sohn eines Käsers und hatte sechs ältere Schwestern. Von 1930 bis 1935 ging er auf das Kapuziner Gymnasium in Appenzell, danach bis 1938 in das Kollegium St. Michael in Freiburg im Üechtland. An der Universität Freiburg studierte er Geschichte, Deutsche und Französische Literatur, Philosophie und Pädagogik. Bei Professor Oskar Vasella promovierte er in Schweizergeschichte. Öfters musste er das Studium für den Aktivdienst unterbrechen. Der Titel seiner Dissertation im Jahr 1945 lautet: Geschichte der Cisterzienser Abtei St. Urban im Zeitalter der Reformation, 1500–1550.

Unmittelbar nach Studienabschluss wurde er als Lehrer am Kollegium St. Michael angestellt. Er wirkte bei der Festschrift zum 800-jährigen Jubiläum der Stadt Freiburg 1157–1957 mit und überarbeitete Albert Mühlebachs dreibändiges Werk Welt- und Schweizergeschichte. Er vertiefte die Problemstellung der katholischen Aufklärung im 18. Jahrhundert.

Nach 16 Jahren am Collège St. Michel kehrte er in den Kanton Luzern zurück an das im Jahr 1957 gegründete zentralschweizerische Technikum Luzern. Von 1959 bis 1982 bildete er Studenten in Deutsch, Französisch und Geschichte aus.

Nach dem überraschenden Tod von Oskar Vasella versuchte die Freiburger Universität Wicki als dessen Nachfolger für den Lehrstuhl für Schweizergeschichte zu gewinnen. Nachdem Wicki im gleichen Jahr aber bereits mit der Verfassung der Luzerner Kantonsgeschichte des 18. Jahrhunderts beauftragt worden war, lehnte er ab und blieb am zentralschweizerischen Technikum.

Über mehr als 20 Jahre und damit auch über sein Pensionsalter hinaus forschte Wicki im Luzerner Staatsarchiv. Vom Archiv und der Zentralbibliothek wurde er dabei unterstützt. Trotz gesundheitlicher Probleme schloss er seine Aufgabe in zwei Bänden (1979 und 1990) ab.

Nach Abschluss dieser Aufgabe zog er sich mehr und mehr in seinen Ruhestand zurück. Er starb am 12. April 2003.

Werke (Auswahl) Staat, Kirche, Religiosität: der Kanton Luzern zwischen barocker Tradition und Aufklärung. Rex-Verlag, 1990, ISBN 978-3-7252-0535-6. Das Königreich Württemberg im Ersten Weltkrieg – seine wirtschaftliche, soziale, politische und kulturelle Lage. Peter Lang (Verlag) 1984, ISBN 3-261-03420-3. Bevölkerung und Wirtschaft des Kantons Luzern im 18. Jahrhundert. Rex-Verlag 1979. ISBN 3-7252-0333-4. Bernhard Ludwig Gödlin – aus dem Leben und Denken eines bedeutenden Luzerner Pfarrers der Aufklärungszeit. Universitätsverlag 1964. Welt- und Schweizergeschichte – Geschichte d. Abendlandes v. d. Renaissance bis zur Französischen Revolution. Räber, Luzern 1956. Welt- und Schweizergeschichte von Albert Mühlebach. Neu herausgegeben von Hans Wicki. Räber, Luzern Das Altertum. 1956 (google.de). Das Mittelalter. 1962 (google.de). Geschichte der Cisterzienser Abtei St. Urban im Zeitalter der Reformation, 1500–1550. Verlag der Paulusdruckerei, Freiburg i. d. Schweiz 1945.

Wicki veröffentlichte neben einigen Fachbüchern einige Aufsätze, darunter in den Freiburger Geschichtsblättern. Der Augustinerkonvent Freiburg im Üchtland im 16. Jahrhundert. In: Freiburger Geschichtsblätter. 39, 1946. Pater Girard und die Freiburger Bischofswahl von 1814/15 – ein Beitrag zur Frage nach Girards Weltanschauung. In: Freiburger Geschichtsblätter. 43/44, 1952. Die geschichtlichen Grundlagen der Freiburger Stadtgründung. In: Fribourg – Freiburg, 1157–1481. 1957. Zur Geschichte der Zisterzienserabtei St. Urban im 18. und 19. Jahrhundert, 1700–1848. In: Der Geschichtsfreund. 121, Stans 1968 (). Ueber das luzernische Strassenwesen im 18. Jahrhundert. In: Heimatkunde Wiggerthal. 33, 1975. Das Dekanat Willisau im Lichte der Konstanzer Visitationsakten. In: Heimatkunde Wiggerthal. 40, 1982. Letzter Ketzerprozess im kath. Vorort Luzern – das tragische Schicksal des Gottsuchers Jakob Schmidlin von der Sulzig ob Werthenstein. In: Heimatkunde Wiggerthal. 44, 1986.

Literatur Alois Steiner: Dr. Hans Wicki 1917–2003. In: Schweizerische Zeitschrift für Religions- und Kulturgeschichte. Jahrgang 102. Academic Press Fribourg. Fribourg 2008. Berichte. S. 534.

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