mini|Der Atlas von Kozierowski, der bereits Namen jenseits von Oder und Neiße festgelegt hatte Die Kommission zur Bestimmung von Ortsnamen beim Ministerium für öffentliche Verwaltung () (KUNM) war eine staatliche Verwaltungseinrichtung in Polen, die 1934 gegründet und 1945 nach Ende des Zweiten Weltkriegs reaktiviert wurde, hauptsächlich im Bereich der ehemaligen östlichen Reichsgebiete. Sie fußte auf die Vorarbeit von Stanisław Kozierowski.

Er war auch der Vorsitzende der Kommission zur Wiederherstellung slawischer Namen in der Oder, die erstmals am 7. April 1945 in Posen stattfand; also noch 4 Wochen vor Ende des Zweiten Weltkrieges. Diese Kommission zur Wiederherstellung slawischer Namen in der Region Oder, deren Aufgabe es war, im Wesentlichen Bahnhöfe zu polonisieren.

Die Aufgabe der KUNM war es dann, die Orte und physiographischen Objekte (Flüsse, Seen, Gebirgszüge usw.) umzubenennen, um den polnischen Namen wiederherzustellen oder ihnen einen neuen Namen zu geben.

Sie wurde von Stanisław Srokowski aus Warschau geleitet. Sie besteht aus drei Linguisten: Kazimierz Nitsch, Präsident der Polnischen Akademie der Künste und Wissenschaften, Mikołaj Rudnicki aus Posen und Witold Taszycki aus Krakau.

Auf der ersten Konferenz wurden die Namen von Städten mit mehr als 5000 Einwohnern bestimmt, während der zweiten wurden die Städte mit bis zu 5000 Einwohnern und einige Bahnhöfen umbenannt, die dritte Konferenz erfasste die Namen der übrigen Bahnhöfe und Städte mit 500 bis 1000 Einwohnern, auf der vierten Konferenz wurden die Namen von Städten mit 250 bis 500 Einwohnern festgelegt (für das ehemalige Ostpreußen auch Teile von Siedlungen mit 500 bis 1000 Einwohnern). Die Fünfte Konferenz legte Namen für Dörfer mit weniger als 250 Einwohnern fest (im Fall von Ostpreußen von 250 bis 500). Die übrigen Namen wurden von der letzten, sechsten Konferenz bestimmt. In den Jahren 1946–1951 wurden neue polnische Namen für etwa 32.000 Ortschaften und etwa 3.000 physiografische Objekte erstellt. Das damals entwickelte Namensmaterial der Gebiete wurde in der Veröffentlichung Wörterbuch der geographischen Namen West- und Nordpolens aufgenommen, herausgegeben von Stanisław Rospond.

Es gab regionale Unterkommissionen: in Krakau, Posen, für Schlesien, für die Benennung des Sudetenlandes, Westpommerns und des Lubusz-Landes, für Danzig-Pommern und Ostpreußen.

Namenstaufen der Kommission Oft aus politischen Gründen, teilweise aufgrund mangelnder inhaltlicher Vorbereitung wurden die sogenannten „Namenstaufen“ geschaffen, manchmal auch zu Ehren verdienstvoller Persönlichkeiten, z. B. in: Sensburg, wurde zu Ehren von Christoph Cölestin Mrongovius in Mrągowo umbenannt Lötzen, nach dem Zweiten Weltkrieg zuerst Lec, dann Łuczany, aber schließlich bestimmte die Kommission den Namen Giżycko zu Ehren von Gustav Gisevius. Reichenbach in Niederschlesien wurde zu Ehren des Bienenforschers Johann Dzierzon Dzierżoniów genannt Rastenburg, nach dem Zweiten Weltkrieg Rastembork, wurde nach dem Nachnamen von Wojciech Kętrzyński in Kętrzyn umbenannt. Aber auch sich selbst bedachte man mit der Ehre: Drengfurth bzw. Dryfort wurde zum Gedenken an den noch lebenden Vorsitzenden Stanisław Srokowski (1872–1950) Srokowo. Die Kommission zur Bestimmung von Ortsnamen legte bis 1960 Namen in den Nord- und Westterritorien fest.

Gegenwärtige Kommission Derzeit gibt es in Polen zwei Standardisierungskommissionen. Die Standardisierung geografischer Namen in Polen erfolgt durch die Kommission für Ortsnamen und physiografische Objekte (), die dem Innen- und Verwaltungsministerium untersteht.

Die zweite Namensorganisation ist die Kommission zur Standardisierung geografischer Namen außerhalb der Grenzen der Republik Polen (), eine Organisation der polnischen Zentralregierung. In der Kommission zur Bestimmung der Namen von Städten und physiographischen Objekten ist der Vorsitzende gemäß dem Gesetz ein Linguist.

Siehe auch Liste deutscher Bezeichnungen polnischer Orte Liste polnischer Exonyme für deutsche Toponyme

Kategorie:Deutsch-polnische Beziehungen Kategorie:Organisation (Ortsnamenkunde) Kategorie:Behördengründung 1934