Ein anständiger Mörder ist der Titel der 131. Episode der Krimiserie Ein Fall für zwei mit Rainer Hunold und Claus Theo Gärtner in den Hauptrollen.
Handlung Während der städtische Rechnungsprüfer Heinz Kelber zu den zahlreichen Gästen des Nachtclubs Labbeduddel gehört, dringt der Zuhälter Ringo Ritschel in das Lokal ein und bedroht die ehemalige Prostituierte Angela Paez, da sie ihm Geld schuldet. Dabei kommt es zu einer Auseinandersetzung mit mehreren Gästen und Angestellten. Im Verlauf der Rangelei reißt der Wirt Yogi Hesse Ritschel dessen umgehängtes Medaillon ab. Anschließend wird Ritschel gewaltsam aus dem Club geworfen. Er wendet sich daraufhin an seinen Rechtsanwalt Dr. Rainer Franck, der es jedoch ablehnt, für ihn als Geldeintreiber tätig zu werden.
Wenige Abende später wird auf den Club ein Brandanschlag verübt. Da Ritschel zuvor mit einem solchen Anschlag gedroht hatte und deshalb befürchtet, nun als Tatverdächtiger zu gelten, sucht er erneut Dr. Franck auf. Dieser rät ihm, sich als Unschuldiger bei der Polizei zu melden, was Ritschel zunächst ablehnt. Stattdessen beauftragt Franck im Namen Ritschels den Privatdetektiv Josef Matula damit, die Hintergründe des Anschlags zu untersuchen. Dieser nimmt den Auftrag nur widerwillig an.
Schließlich erklärt sich Ritschel bereit, gemeinsam mit Dr. Franck die Kriminalpolizei aufzusuchen. Dort stellt sich allerdings heraus, dass die Sängerin Rosemarie Hattinger, die unter dem Künstlernamen Debbie Debakel auftrat, bei dem Brand durch eine Rauchgasvergiftung ums Leben gekommen ist. Da Ritschel in der Nähe des Tatortes gesehen wurde und sein Medaillon in den Trümmern gefunden wird, wird er vorläufig festgenommen. Er erklärt, in der Tatnacht telefonisch von einem anonymen Anrufer zum Labbeduddel bestellt worden zu sein.
Bei der Untersuchung des Brandorts stellt Matula fest, dass sich Rosemarie Hattinger entweder versehentlich im Keller des Clubs eingeschlossen habe oder dort von einer anderen Person absichtlich eingesperrt worden sein könnte. Zunächst zieht er auch einen Versicherungsbetrug durch die Betreiber des Clubs als mögliches Motiv für die Brandstiftung in Betracht.
Angela Paez gibt gegenüber Matula an, dass sie Ritschel nicht für den Brandstifter hält. Ihr Freund Yogi Hesse und dessen Kompagnon James Jacobi berichten ihm, Rosemarie Hattinger habe sich am Abend des Brandes plötzlich unwohl gefühlt und sich daraufhin zurückgezogen. Beide vermuten deren ehemaligen Lebensgefährten Rüdiger Witt als möglichen Täter. Dieser erklärt, bis wenige Wochen zuvor drei Jahre lang mit ihr in München zusammengelebt und zuletzt eine Versöhnung angestrebt zu haben. Er verfügt über kein Alibi, da er sich nach eigener Aussage zur Tatzeit allein auf der Fahrt von München nach Frankfurt am Main befand. Zudem ist er aufgrund der letztwilligen Verfügung Hattingers deren Erbe. Zu ihrem Vermögen gehört unter anderem ein Mietshaus in München, sodass sich daraus ein mögliches Tatmotiv ergibt.
Die Obduktion ergibt, dass Rosemarie Hattinger vor ihrem Tod größere Mengen Alkohol sowie ein Schlafmittel eingenommen hatte. Der zuständige Staatsanwalt vermutet zunächst, dass sie die Substanzen aufgrund einer Abhängigkeit selbst konsumiert haben könnte. Da weiterhin zahlreiche Fragen ungeklärt sind, ordnet der Untersuchungsrichter die Außervollzugsetzung des Haftbefehls gegen Ringo Ritschel gegen Zahlung einer Kaution an. Matula rät Ritschel, sich künftig vom Labbeduddel fernzuhalten. Diesen Rat missachtend, wird er nach dem anschließenden gewaltsamen Versuch, den Täter im Umfeld des Clubs ausfindig zu machen, erneut festgenommen.
Unterdessen findet Dr. Franck heraus, dass Rosemarie Hattinger einen in Frankfurt lebenden Halbbruder namens Heinz Kelber hat, von dessen Existenz sie nichts wusste. Matula stellt fest, dass Kelber das Labbeduddel mehrfach besucht hatte. Er verdächtigt ihn daraufhin, den Brandanschlag verübt und seine Halbschwester getötet zu haben. Um Kelber zu einem Geständnis zu bewegen, gibt er sich ihm gegenüber als weiterer Verwandter aus und zeichnet das Gespräch heimlich auf. Kelber bestreitet, den Namen und den Aufenthaltsort seiner Halbschwester gekannt zu haben. Im Rahmen einer anschließenden Beschattung beobachtet Matula, dass Kelber eilig Altpapier entsorgt und nimmt die Unterlagen aus einem Abfallcontainer kurz darauf an sich. Darunter befinden sich von Kelber gesammelte Zeitungsartikel über Debbie Debakel, was seine Behauptung widerlegt, sie nicht gekannt zu haben.
Auf der ihm von Dr. Franck vorgespielten Tonbandaufnahme erkennt Ringo Ritschel Kelber schließlich als den anonymen Anrufer wieder, der ihn in der Mordnacht zum Labbeduddel bestellt hatte. Daraufhin wird Kelber von der Kriminalpolizei sowie von Dr. Franck und Matula zur Rede gestellt. Angesichts der erdrückenden Beweislage gesteht er schließlich den Mord. Als Motiv gibt er an, dass ihm das Leben seiner Halbschwester und deren Tätigkeit in Nachtclubs fremd und anstößig erschienen seien. Er habe sie deshalb getötet, um sich sowohl an ihr als auch an ihrer gemeinsamen Mutter zu rächen, die ihn einst verstoßen hatte.
Der an der Brandstiftung und dem Mord tatsächlich unschuldige Ringo Ritschel erlässt Angela Paez schließlich ihre Schulden. Den Betreibern des Nachtclubs zahlt er zudem für die durch die von ihm ausgelösten Tumulte verursachten Schäden und Verletzungen ein Schmerzensgeld. Da Matula die für seine erfolgreichen Ermittlungen lediglich mündlich vereinbarte Sonderzahlung nicht von ihm erhält, schlägt er Ritschel zum Abschluss ins Gesicht.
Hintergrund Die Episode wurde überwiegend im Rhein-Main-Gebiet gedreht. Die Kulisse der Kanzlei von Dr. Franck befand sich in der Rotunde im 27. Obergeschoss des Bürocenters am Nibelungenplatz im Frankfurter Nordend. Von einem Dachrestaurant im Bereich der Zeil aus erfolgte in einer Szene ein Blick unter anderem auf die Liebfrauenkirche und den damaligen Henninger-Turm. Das Penthouse, das als Wohnung der Zuhälter genutzt wurde, befindet sich im Frankfurter Westend mit Blick auf das Trianon und das Rhein-Main-Center. Ein Spaziergang von Matula und Angela Paez wurde unweit der Alten Oper inszeniert. Szenen im Rotlichtviertel wurden in der Elbestraße sowie deren Kreuzung mit der Taunusstraße gedreht. In späteren Sequenzen verfolgen Matula sowie Francks Sekretärin Helga Heinz Kelber in der Nähe des Eisernen Stegs sowie auf der Untermainbrücke.
Im Abspanntext ist der Name des Darstellers Christof Wackernagel fehlerhaft als Christoph Wackernagel angegeben. Zudem wird die von diesem verkörperte Figur stets als Heinz Kelber oder Heinz Kälber angesprochen, im Abspann jedoch als Heinz Keller bezeichnet.
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Einzelnachweise
anstandiger Morder #Ein