mini|Fondamenta del Pizzo und Fondamenta Cappuccine mini|Übersichtskarte von Burano, im Westen die Insel San Mauro mini|Der unter Napoleon 1812 entstandene Kataster war mit Karten ausgestattet, hier die Inseln Buranos mini|Blick auf die Hauptfassade im Jahr 1950 Santa Maria delle Grazie, auch Santa Maria delle Cappuccine, war eine Kirche nebst Kloster im Süden von Burano. Die Kirche in der nördlichen Lagune von Venedig besteht seit dem 16. Jahrhundert, wurde im 17. Jahrhundert umgebaut. Im Kloster, einem von dreien auf Burano, lebten seit dem frühen 13. Jahrhundert Serviten, die die Augustinusregel befolgten, abgelöst im 16. bzw. im 17. Jahrhundert von Servitinnen, von denen zwei über die Grenzen des bescheidenen Hauses bekannt wurden.

Geschichte Aus einer Handschrift des 12. Jahrhunderts, die die vier Sakralbauten auf der Insel aufführt, existiert auch S. Maria delle Grazie.Maurizia Vecchi: Chiese e monasteri medioevali scomparsi della laguna superiore di Venezia. Ricerche storico-archeologiche, L’Erma di Bretschneider, Rom o. J., 32.

Die Kirche wurde auf Initiative und auf den Grundstücken des Vincenzo Grimani, Sohn des Dogen Antonio Griniani, errichtet, wie die spätere Überlieferung glaubte zu wissen. Demnach starb dieser zu früh, um die Bewohner der 1533 errichteten Kirche weiterhin mit jährlichen Einnahmen von mehr als 100 Dukaten zu unterstützen. Daher lebten dort zunächst nur zwei Priester im angeschlossenen Hospiz.

Daher gestattete der Ordensgeneral der Provinz Marca Trivisana die Auflösung und die Überlassung an ein geeignetes geistliches Institut. Die drei Adligen Serafina Gritti, Maria Foscari und Raffaela Quirini erhielten so 1548 die Erlaubnis, ein Kloster zu gründen, doch erkannten sie bald, dass außer ihnen niemand an den abgelegenen Ort gehen wollte.

Als sehr alte Frauen übergaben zwei von ihnen im Jahr 1619 das Haus an junge Frauen, die von Maria Benedetta de’ Rossi nach Burano gebracht worden waren. Letztere war eine Tochter von Giovanni Batista Rossi und von Laura Tiepolo. Schon als Säugling soll sie der Legende nach an hohen kirchlichen Festtagen die Aufnahme von Muttermilch verweigert haben. Sie wollte schon sehr früh Religiose werden. Sie schloss sich schließlich den Suore del terz’ Ordine de’ Servì, „Mantellate“ genannt, gemeinhin als „Pizzocchere“ bekannt. Schließlich wurde sie in den Orden aufgenommen, wurde bald eine gefragte Ratgeberin. Auf Veranlassung des Patriarchen Francesco Vendramin sollte sie sich zurückziehen und in Isolation leben. Dies nahm sie auf sich und ging ins Kloster San Girolamo, wo bald von Visionen berichtet wurde. Inzwischen Suor Andriana genannt, durfte sie bald ein Servitinnenkloster gründen. Sie war schließlich diejenige, die ihre Servitinnen mit nach Burano brachte, nachdem sie am 23. Februar 1619 dafür die Erlaubnis des Patriarchen erlangt hatte. Mit der Erlaubnis des zuständigen Bischofs von Torcello, Zaccaria dalla Vecchia, durften sie und ihre sieben Mitschwestern das Haus der dortigen Serviten übernehmen. Sie errichteten eine bescheidene Kirche, und es gelang ihnen, so viele Zuwendungen zu erhalten, dass sie in dem kleinen Kloster überleben konnten, das nunmehr auch eine Klausur aufzuweisen hatte.

Am 9. Juni 1625 stellte Papst Urban VIII. eine Urkunde aus, die es den inzwischen zwölf Frauen gestattete, den Ordenshabit zu tragen und in regulärer Klausur zu leben. Dementsprechend kamen am 17. Mai 1626 zwei Nonnen aus dem Kloster San Martino di Burano, um das Haus acht Tage lang zu prüfen. Andriana nahm den Namen Maria Benedetta an. Der Senat wünschte schließlich, dass die Gründerin des Hauses des Ordine de’ Servi di Monte Senario ein weiteres Kloster in Venedig gründen sollte. Doch starb sie am 13. Januar 1648 während der Vorbereitungen.

Ihre Nachfolgerin wurde Giovanna Antonia Cicogna (* 24. Juni 1641 auf Korfu), bereits 1655 dem Orden beigetreten, wo sie den Namen Maria Arcangela (Biondini) annahm. Sie war von 1677 bis 1686 Äbtissin des Hauses, doch kam es dort 1680 zu Auseinandersetzungen, bei denen ihr Unmoral und mangelnde Disziplin vorgeworfen wurden. Ihr wurde später von Kaiser Leopold I. gestattet, im Bistum Trient ein Kloster zu gründen. Für das dortige Kloster erlangte sie 1695 die Klausur, nachdem sie mit einer einzigen Nonne und sieben Konversen dort angelangt war. Sie starb dort, folgt man Flaminio Corner, am 24. November 1713,Flaminio Corner: Notizie storiche delle Chiese e Monasteri di Venezia, Padua 1758, S. 611. nach Gaspare De Caro 23. November 1712.Gaspare De Caro: Biondini, Maria Arcangela, in: Dizionario Biografico degli Italiani, Bd. 10, 1968.

Die zugehörigen Visitationsberichte im Archivio Patriarcale von Venedig erlauben die Rekonstruktion einer runden Kirche („rotonda“). Ihre Hauptkapelle wies demnach Richtung Süden, zwei Portale bestanden, von denen eines gegenüber dem Hauptaltar hing, eines einen Seiteneingang bildete. Der Chor der Nonnen befand sich am Seitenportal, das Dach bestand aus Holz, der Boden war mit rot-weiß kariertem Marmor gepflastert. Es existierten zehn Fenster. Das Kloster hatte enge Zellen, jedoch sieben Gebetsräume mit je einem Altar, ein Krankenzimmer, dazu Küche und Refektorium, ein Parlatorium, ein Noviziat sowie Gärten. Der Kapitelsaal war mit sieben Altären ausgestattet, die die sieben Kirchen von Rom symbolisieren, an denen Ablässe erworben werden konnten. Hohe Mauern umgaben den Komplex.Maurizia Vecchi: Chiese e monasteri medioevali scomparsi della laguna superiore di Venezia. Ricerche storico-archeologiche, L’Erma di Bretschneider, Rom o. J., 32 f.

Literatur Flaminio Corner: Notizie storiche delle Chiese e Monasteri di Venezia, Padua 1758, S. 606–611. (Digitalisat) Gaspare De Caro: Biondini, Maria Arcangela, in: Dizionario Biografico degli Italiani, Bd. 10, 1968.

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Anmerkungen

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