Die Oblatendose, schwedisch Oblatask, auch Hostiendose, gehört zum protestantischen Abendmahlsgerät. Sie dient der Aufbewahrung der zum Abendmahl gebrauchten Oblaten.

Entstanden ist die Oblatendose aus der mittelalterlichen Pyxis. Entsprechend der evangelischen Theologie und Praxis sind die nachreformatorischen Dosen meist größer und dienen der Aufbewahrung der (noch) nicht verwendeten Oblaten vor und nach dem Abendmahl. Dabei wird zwischen konsekrierten und nicht konsekrierten Oblaten außerhalb des Gottesdienstes nicht unterschieden. Die Dose steht bei der Feier des Abendmahls in der Regel zusammen mit Kelch und Patene sowie der Abendmahlskanne auf dem Altartisch.Siehe Otfried Jordahn: Das Zeremoniale., In: Handbuch der Liturgik. Hg. von Hans-Christoph Schmidt-Lauber u. a., Leipzig/Göttingen 1995, ISBN 3-525-57191-7, S. 555.

Oblatendosen sind Dosen mit einem abnehmbaren oder Scharnierdeckel, meist aus Zinn oder Silber gefertigt und oft auf der Innenseite vergoldet. Sie haben in der Regel eine zylindrische, manchmal auch rechteckige Form. Mitunter ist auf dem Deckel eine Skulptur wie das Lamm Gottes angebracht. Vor allem im 17. Jahrhundert wurden Oblatendosen, aber auch ganze Abendmahls-Garnituren aus Kelch, Weinkanne, Patene und Oblatendose, gerne von Gemeindegliedern bei festlichen Anlässen aller Art geschenkt oder durch Vermächtnis gestiftet.Georg Stuhlfauth: Abendmahlsgerät. In: Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte. Bd. I (1933), Sp. 46–48; auch digital in: RDK Labor. Häufig findet sich eine Stifterinschrift und manchmal auch das Stifterwappen.

Literatur Georg Stuhlfauth: Abendmahlsgerät. In: Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte. Bd. I (1933), Sp. 46–48; auch digital in: RDK Labor. Johann Michael Fritz: Das evangelische Abendmahlsgerät in Deutschland : vom Mittelalter bis zum Ende des Alten Reiches. Evangelische Verlags-Anstalt, Leipzig 2004.

Einzelnachweise

Kategorie:Liturgisches Gerät Kategorie:Eucharistie