mini|Martin Jacobsen vor 1941 Martin Jacobsen (* 13. September 1910 in Stavanger, Rogaland; † 29. Dezember 1941 auf dem Militärgelände FlatnermoenAusführliche Informationen zum Ort auf trandum.no in Nannestad) war ein norwegischer Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus und die deutsche Besatzung im Zweiten Weltkrieg. Er lebte in Stavanger, kämpfte im Rogaland und im Westen Norwegens.Lettere di condannati, Seite 457–459, siehe Literatur.
Familie und Beruf Er war der Sohn von Bertinius Jacobsen (* 1882) und Inga, geborene Samuelsen (* 1884), beide aus Stavanger. Er besuchte die Mittelschule und arbeitete als Lagerverwalter. Im April 1940 nahm er in Dirdal freiwillig an den letzten Abwehrkämpfen gegen den deutschen Überfall teil.Weitere Informationen siehe Weblinks, Kurzbiographie.
Widerstand Nach der Kapitulation der norwegischen Armee am 10. Juni 1940 trat er dem Informationsdienst bei und führte in den Widerstandsgruppen um Carl Johan Oftedahl und Georg Helland geheime Erkundungen über die deutschen Militär- und Marineaktivitäten im Rogaland und an der Westküste Norwegens aus. Die Ergebnisse wurden per Funk nach England übermittelt.Zu den Widerstandsgruppen siehe Weblinks, Gefangenenverzeichnis.
Verhaftung, Prozess und Hinrichtung Am 28. Juli 1941 wurde er auf Grund einer Denunziation in Stavanger von der Gestapo verhaftet und in das Kriegswehrmachtsgefängnis, Akershus festning, Oslo, überstellt. Am 14. Dezember verurteilte ihn das Kriegsgericht zum Tode, am 29. Dezember 1941 führte ein Exekutionskommando der Wehrmacht in Nannestad das Urteil aus. Er wurde zusammen mit zehn Kameraden in Flatnermoen erschossen und im nahegelegenen Waldgebiet Trandumskogen in Ullensaker, heute Gedenkstätte, Grab 18, in einem Holzsarg anonym begraben.
Gedenken Nach dem Krieg wurden die Särge im Trandumswald gefunden, er konnte identifiziert werden, wurde exhumiert und nach Stavanger überführt, wo er auf dem Friedhof in Eiganes, heute Stadtteil von Stavanger, seine letzte Ruhe fand.
Brief an die Eltern, geschrieben in der Frühe kurz vor seiner Exekution: „Ja, es soll sein, dass Jesus mich zu sich heimnimmt. Ich möchte euch so sehr für alles danken, was ihr in all diesen Jahren für mich getan habt. Am meisten dafür, dass ihr mich und uns alle im Glauben an Jesus Christus erzogen habt ... Es ist herrlich, Jesus Christus kennenzulernen. Man wird so ruhig und selbstzufrieden. Nichts ist zu fürchten ... Habe mit Pastor Hauge gesprochen, um sieben Uhr werde ich beichten und das Abendmahl bekommen ... Viele Grüße von eurem Martin.“
Literatur Lettere di condannati, Turin 1954, übersetzt: Und die Flamme soll euch nicht verbrennen, Letzte Briefe europäischer Widerstandskämpfer, Berlin-Ost 1956, Seite 457–459: Martin Jacobsen, Seite 447–451: Überblick über den norwegischen Widerstand mit weiteren Quellenangaben.
Siehe auch Borgen Bøe Georg Helland
Weblinks Kurzbiographie mit Angaben zur Familie auf vg.no. Gefangenenverzeichnis, Informationen zu den Widerstandsgruppen auf fanger.no. Hinrichtungsort, Exhumierung auf trandum.no.
Einzelnachweise
Kategorie:Person (norwegischer Widerstand 1940–1945) Kategorie:Hingerichtete Person (NS-Opfer) Kategorie:Norweger Kategorie:Geboren 1910 Kategorie:Gestorben 1941 Kategorie:Mann