Hermann Adolf Wilhelm Heering (* 28. Februar 1877 in Müden (Aller); † 7. Juni 1962 in Hermannsburg) war ein deutscher Ministerialbeamter während der Zeit des Nationalsozialismus.
Werdegang Heering war der Sohn eines Küsters. Er besuchte das Studienseminar in Hannover und die Handelshochschule Berlin. Während des Ersten Weltkriegs war er Lehrer an der Deutschen Schule Konstantinopel. In den 1920er Jahren war er erst als Volksschullehrer, dann als Gewerbe- und Handelsschullehrer in Deutschland tätig. 1928 wurde er wegen völkischer Gesinnung und mangelnder Verfassungstreue des Amtes enthoben.
Zum 1. November 1930 trat Heering der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 342.741).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/14080890 Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde er im April 1933 wieder in sein Amt eingesetzt und wurde Professor für Staatsbürgerkunde sowie stellvertretender Direktor des Berufspädagogischen Instituts Berlin. 1934 war er Reichsreferent für das berufliche Bildungswesen im Nationalsozialistischen Lehrerbund (NSLB) und als solcher Abteilungsleiter in der Reichsleitung des NSLB.
Von 1934 bis zu seiner Pensionierung 1944 war Heering Leiter der Abteilung für berufliches Ausbildungswesen im Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung; 1936/37 wurde er zum Ministerialdirigenten ernannt. Als Abteilungsleiter folgte ihm Gebhard Ludwig Himmler nach. Im Februar 1945 flüchtete er vor der Roten Armee aus dem heimischen Eisdorf im Landkreis Schweidnitz Richtung Westen.
Heering lebte anschließend im niedersächsischen Hermannsburg, wo er im Juni 1962 im Alter von 85 Jahren starb.
Werke (Auswahl) gemeinsam mit Elfriede Steuer: Berufskunde. Teil 1: Verkaufskunde. B. G. Teubner Verlag, Leipzig 1914. gemeinsam mit Elfriede Steuer: Berufskunde. Teil 2: Der Einkauf im Detailgeschäft. B. G. Teubner Verlag, Leipzig 1915. Staatsbürgertum und Staatsbürgerkunde. Ludwig Voggenreiter Verlag, Potsdam 1930. gemeinsam mit Walter Pipke: Die Rekrutierung des leitenden Personals der beruflichen Schulen. Internationaler Kongress für berufliches Bildungswesen, Berlin 1938.
Literatur Das Deutsche Führerlexikon, Verlag Otto Stollberg, Berlin 1934, S. 178 (mit Foto). Herbert Bath (Hrsg.): Berliner Berufsschulgeschichte. Von den Ursprüngen im 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart (= Reihe Deutsche Vergangenheit, Bd. 58), Berlin 1993. Friedhelm Schütte: Maßnahmen und Politik der ‚Abteilung für berufliches Ausbildungswesen‘ E IV im Reichserziehungsministerium 1934–1944, in: Christian Ritzi und Ulrich Wiegmann (Hrsg.): Behörden und pädagogische Verbände im Nationalsozialismus. Zwischen Anpassung, Gleichschaltung und Auflösung, Bad Heilbrunn 2004. S. 33–88. Anne Christine Nagel: Hitlers Bildungsreformer. Das Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung 1934–1945. Fischer Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 2012, ISBN 978-3-596-19425-4. S. 210. Antonius Lipsmeier und Dieter Münk (Hrsg.): Biographisches Handbuch der Berufs- und Wirtschaftspädagogik sowie des beruflichen Schul-, Aus-, Weiterbildungs- und Verbandswesens. Stuttgart 2019.
Weblinks Wilhelm Heering auf der Website des Projekts Beamte nationalsozialistischer Reichsministerien
Einzelnachweise
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