rahmenlos|rechts|Wappen derer von Wernicke / Werneck Wernicke, auch Werneck oder historisch auch Wernick oder Wernecke, ist der Name eines altmärkischen Patriziergeschlechts bzw. kurbrandenburgischen nobililierten Beamtengeschlechts, von dem sich die bayerischen Freiherrn von Werneck ableiten. Beide Stämme, deren Zusammenhang unbestimmt bleibt, sind erloschen.

Die Familie ist von den oberkrainischen Wernegkh zu Arch (auch (1640) von Wernekh bzw. von Wernegg zu Willigrän, Arch und WorttenbergHans von Zwiedineck: Das gräflich Lamberg'sche Familienarchiv zu Schloss Feistritz bei Ilz. Urkunden, Actenstücke und Briefe, die freiherrliche und gräfliche Familie Lamberg betreffend, Band 3, Graz 1899, S. 286.), von denen 1507 auf kaiserliche Instruktion hin unter den Viertelshauptleuten ein Ulrich von Werneck, dessen Schloss (slowenisch Grad Vernek) nahe bei Laibach verödet liegt, für Unterkrain zur Abwehr der Türkengefahr bestätigt wurdeOtto Titan von Hefner: Stammbuch des blühenden und abgestorbenen Adels in Deutschland. Band 4, Manz, Regensburg 1866, S. 182., als auch von den steirischen Werneg, von denen ein Hans Adam 1634 die steirische Landmannschaft erhielt, als weder stamm- noch wappenverwandt zu unterscheiden.

Geschichte und Verbreitung Brandenburgische Familie Wernicke Das Patriziergeschlecht in Gardelegen beginnt seine gesicherte Stammreihe mit dem Sohn eines Ratsherrn zu Neuruppin, Andreas Wernicke (* um 1510), Bürgermeister zu Gardelegen. Sein Sohn Johann Wernicke (* um 1540) war Erbsass zu Molchow. Dessen Sohn Johann Wernicke war kurbrandenburgischer Hof- und Landrichter zu Dramburg.Bernhard Koerner (Hrsg.): Deutsches Geschlechterbuch. Genealogisches Handbuch bürgerlicher Familien. Band 30, C. A. Starke, Görlitz, 1918, S. 503.

Der Gardelegener Bürgermeister Andreas Wernicke (* um 1510) hatte aus der Ehe mit Anna Bornemann einen weiteren Sohn, Andreas Wernicke, Bürger zu Gardelegen, ⚭ mit Catharina von Metzdorff aus dem Hause Vinzelberg.George Adalbert von Mülverstedt, Adolf Matthias Hildebrandt: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch. Ausgestorbener preussischer Adel, Provinz Preussen. Sechsten Bandes vierte Abtheilung, 1872, S. 60. Deren gemeinsamer Sohn war Johann Wernicke. Jener war kurbrandenburgischer Hofrentmeister (* 1570 in Gardelegen; † 1630 in Cölln an der Spree), ⚭ 1608 mit Ursel SturmChristian Schmitz: Ratsbürgerschaft und Residenz. Untersuchungen zu Berliner Ratsfamilien, Heiratskreisen und sozialen Wandlungen im 17. Jahrhundert, 2011, S. 323. (⚭ 1594 mit Anna Thenigk; ⚭ 1611 mit Anna Friese) und Vater des Joachim Ernst Wernicke, kurbrandenburgischer Amtsrat und Kammermeister, sowie Bürgermeister von Cölln an der Spree.Christian Schmitz: Ratsbürgerschaft und Residenz. Untersuchungen zu Berliner Ratsfamilien, Heiratskreisen und sozialen Wandlungen im 17. Jahrhundert, Band 1, Berlin 2002, S. 265. Nicolaus Wernicke (* 21. April 1617 in Cölln an der Spree) war kurbrandenburgischer Vize-Registrator zu Berlin. Nach dem für ihn frühen Tod des Vaters, Johann Wernicke (1570–1630),Christian Schmitz: Ratsbürgerschaft und Residenz. Untersuchungen zu Berliner Ratsfamilien, Heiratskreisen und sozialen Wandlungen im 17. Jahrhundert, 2011, S. 317. wurde er von dem Bruder der Mutter Anna geb. Friese, Ratskämmerer Christoff Friese zu Berlin, aufgenommen und besuchte nach Privatunterricht die Fürstenschule in Joachimsthal.Die Leichenpredigten des Stadtarchivs Braunschweig, Band 9, bearbeitet von Gustav Früh, Hans Goedeke, Stadtarchiv Braunschweig, Hans Jürgen von Wilckens, 1985, S. 4409. Nicolaus Wernickes Onkel Christoph Friese war auch ein wohlhabender Kaufmann (Juwelier), der im Jahr 1639 das Dorf Brachwitz von der Stadt Treuenbrietzen erwarb.Christiane Reck, Peter Zieme, Werner Sundermann: Iran und Turfan. Beiträge Berliner Wissenschaftler, Werner Sundermann zum 60. Geburtstag gewidmet, 1995, S. 172. Der 1595 in Cölln an der Spree geborene Andreas Wernicke war Jurist,Peter Bahl: Der Hof des Grossen Kurfürsten. Studien zur höheren Amtsträgerschaft Brandenburg-Preussens, Köln 2001, S. 257. kurbrandenburgischer Hof- und Kammergerichtsrat sowie ab 1630 kaiserlicher Hofpfalzgraf. Er starb 1648 zu Berlin. Der Hofpfalzgraf Andreas Wernicke (1595–1648) war auch ein Sohn des Johann, brandenburgischen Hof- und Rentmeisters zu Berlin (1570–1. Jan. 1630), aus dessen ersten Ehe, mit Anna Denicke (= Thenigk), des kurbrandenburgischen Küchenmeisters Barthel Wiebecks Witwe (⚭ 1594; † 1607).Forschungen zur brandenburgischen und preussischen Geschichte. Neue Folge der "Märkischen Forschungen" des Vereins für Geschichte der Mark Brandenburg, Band 54, 1943, S. 225. Andreas Wernicke war Inhaber der Schäfereigerechtigkeit zu Hönow.Otto Meinardus: Protokolle und Relationen des Brandenburgischen Geheimen Rathes aus der Zeit des Kurfürsten Friedrich Wilhelm: Vom Januar 1645 bis Ende August 1647. Mit den Registern zum 2. und 3. Band, Leipzig 1893, S. 816. Unter Anderen mit Andreas Kohl, Balzer von Dequede, Johann von Waldow, Balzer von der Marwitz, Hans von Zastrow, Sebastian Striepe, Joachim Kemnitz, Johann Fromholdt und Johann G. Reinhard war er einer der kurfürstlichen Räte des Großen Kurfürsten.Siegfried Isaacsohn : Geschichte des preussischen Beamtentums. Das preussische Beamtenthum des siebenzehnten Jahrhunderts. Berlin 1878, S. 95; George Adalbert von Mülverstedt: Geschichte des altadeligen Geschlechts von Oppen. Teil 1, Magdeburg 1893, S. 631 und 657.

Der 1659 in der Altmark geborene kurbrandenburgische Capitän der Artillerie Christian Friedrich von Wernicke († 1701/1702) erfuhr am 22. September 1687 bzw. am 21. Mai 1688 in Wien durch Kaiser Leopold I. die Aufnahme in den Reichsadel, was vom Kurfürsten Friedrich III. am 22. August 1691 anerkannt bzw. bestätigt wurde.Maximilian Gritzner: Chronologische Matrikel der Brandenburgisch-Preußischen Standeserhöhungen und Gnadenacte von 1600–1873. Mitscher & Röstell, Berlin 1874, S. 9; Georg Adalbert von Mülverstedt: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch. Bd. 6, 5. Abt.: Der abgestorbene Adel der Provinz und Mark Brandenburg. Nürnberg 1880, S. 104, Tfl. 63.

Bayerische Freiherren von Werneck Die sichere, durch Primärquellen validierte Stammreihe der Freiherren von Werneck beginnt mit Oberst Christoph Friedrich von Werneck († 1763). Seine Nachfahren führten unbeanstandet den Freiherrentitel als auch das Wappen der obigen Brandenburger.

Bereits 1805 waren die von Werneck auf Neubronn bei der schwäbischen Ritterschaft im Ritterkanton Kocher immatrikuliert.

Der bayerische Kämmerer und Generalleutnant Reinhard von Werneck (1757–1842) hatte das Freiherrenprädikat bis 1677 zurückerprobt und konnte eine 16-ahnige Stammtafel vorlegen. Mit seinem Bruder Carl Alexander Friedrich von Werneck (* 1755), Präsident der bayerischen Landesdirektion des Großherzogtums Würzburg, wurde er am 25. November 1812 bzw. am 22. Februar 1816 bei der Freiherrenklasse der Bayerischen Ritterschaft immatrikuliert.Maximilian Gritzner: Standes-Erhebungen und Gnaden-Acte deutscher Landesfürsten während der letzten drei Jahrhunderte. Nach amtlichen Quellen zusammengestellt und staatenweise in chronologischer Reihenfolge geordnet, Band 1, Görlitz 1877, S. 318.

Söhne der Familie dienten vielfach als Offiziere in verschiedene deutschen und europäischen Armeen.Otto Titan von Hefner, Alfred Grenser, George Adalbert von Mülverstedt: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 3, 2. Abt., Bd. 1, T. 2: Der blühende Adel des Königreichs Preußen: Edelleute M – Z, Nürnberg 1878, S. 443 f.

Der bayerische Leutnant Carl Theodor Anton Maria von Werneck (1810–1842) hatte einen natürlichen Sohn Carl Ludwig Friedrich Anton Werneck (* 1841) welcher bayerischer Geheimer Kanzleirat wurde und eine bürgerliche Linie Werneck stiftete, welche wenigstens bis in die 4. Generation Bestand hatte.Wernicke (Lit.), Sp. 210–211.

Freiherrliche Stammlinie

Wappen mini|Wappen der Freiherren von Werneck Das Wappen zeigt im gespaltenen Schild, vorn auf Gold einen halben schwarzen, gekrönten Adler am Spalt, hinten ein rotes Herz, aus dem drei grüne Kleeblätter hervorwachsen, in einem vom von Silber und Blau geteiltem Feld, überdeckt von einem schwarzen Schrägrechtsbalken. Auf dem gekrönten Helm mit links rot-goldenen und rechts blau-silbernen Decken, zwei geharnischte, übereinander geschränkte Arme, deren Hände je drei grüne Kleestängel halten. Schildhalter: Zwei widersehende Greife.

Literatur Christoph Franke: Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon, Band XVI, Band 137 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 2005, S. 102–103 u. 107–108. Otto Titan von Hefner: Stammbuch des blühenden und abgestorbenen Adels in Deutschland. Band 4, Verlag Manz, Regensburg 1866, S. 182. Karl Heinrich von Lang: Adelsbuch des Königreichs Baiern. München 1815, S. 266.; ff. Supplement, München 1820, S. 79 f. Gerhard Wernicke: Die Freiherren von Werneck. In: Familiengeschichtliche Blätter. 41 (1943), Hrsg. Zentralstelle für Deutsche Familien- und Personenforschung, Otto von Dassel-Stiftung, Leipzig 1943, Sp. 201–214. Österreichisches Staatsarchiv: Signatur AT-OeStA/AVA Adel RAA 453.29, Wien 21. Mai 1688: Wernick (sic !), Christian Friedrich, kurbrandenburgischer Kriegsoffizier, rittermäßiger Adelsstand für das Reich und die Erblande, Lehenbesitzfähigkeit Brandenburgisches Landeshauptarchiv: Archivaliensignatur 23A U III/226 D (1947278) Kurmärkische Stände - Urkunden (Schuldverschreibungen märkischer Städte): Johann Wernicke. - Bürgermeister und Rat der Städte Brandenburg (Alt- und Neustadt), Berlin, Cölln, Frankfurt, Prenzlau und Ruppin bekennen, daß sie namens aller Mittel-, Uckermärkischen und Ruppinschen Städte von Johann Wernicke, kurfürstlich brandenburgischem Hofrentmeister, 5000 Reichstaler geliehen und empfangen haben. Sie versprechen, die Summe bei beiderseitiger, halbjähriger Kündigung mit 6% jährlich zu verzinsen und den Zins jeweils zu Jubilate zu erlegen, wie auch die Gesamtsumme unter dem gleichen Datum zurückzuzahlen. Bei Nichteinhaltung der Termine haften die Städte mit ihren Gütern und Nutzungen für die Summe. (18. April 1624, es siegeln die Aussteller mit 7 an Pergamentstreifen angehängten, fehlenden Siegeln)

Einzelnachweise

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