mini|Die Ruine der Kirche Agios Theodoros von Nordosten, Blick zur Apsis der Nordkirche mini|Inneres, Blick zur Apsis der Südkirche auf der rechten Seite mini|Die Panagia Theotokos in İskele, Beispiel für eine erhaltene byzantinisch-fränkische Doppelkirche auf Zypern Agios Theodoros () ist eine Kirchenruine in Choulou im Bezirk Paphos auf Zypern. Die Kirche steht frei unterhalb der Ortschaft inmitten von landwirtschaftlich genutzten Flächen.

Geschichte Die Kirchenruine Agios Theodoros gehört zu einem Typus von Doppelkirchen, die vor allem in Ost- und Nordzypern erhalten oder nachweisbar sind. Diese Bauwerke entstanden in der Regel als spätere Ergänzungen älterer byzantinischer Kirchen unter der fränkischen Kreuzfahrerherrschaft des Hauses Lusignan und dienten dem lateinischen Ritus der herrschenden Oberschicht, während der ältere Kirchenteil der Doppelanlagen für den orthodoxen Gottesdienst genutzt wurden. Gut erhaltene Beispiele für diese Doppelanlagen sind unter anderem die Kirchen Panagia Theotokos in Trikomo/İskele und die Panagia Angeloktisti in Kiti.

Das nördliche Kirchenschiff von Agios Theodoros ist älter und größer als das südliche und entstand im 12. Jahrhundert. Beide Kirchenschiffe der Anlage sind einschiffige Saalbauten, die im Osten mit einer Halbkreisapsis schließen. Während die nördliche Kirche zwei Eingänge in der West- bzw. Nordwand hat, hatte die südliche Kirche keine äußeren Zugänge. Beide Gotteshäuser waren durch die Nordkirche miteinander verbunden. Wie die meisten mittelbyzantinischen Kirchen auf Zypern, die als einschiffige Bauten mit Kuppel oder Tonnengewölbe ausgeführt waren, wies die Kirche Agios Theodoros an ihren Nord- und Südwänden halbkreisförmige Blendbögen auf. Beim Anbau des Kirchenschiffs im Süden wurden die Bogenfelder entfernt, um die beiden Schiffe miteinander zu verbinden.

Beide Bauwerke waren wahrscheinlich wie die südwestlich etwas außerhalb des Ortes gelegene Kirche Agios Georgios einschiffige Kuppelkirchen, die Gesamtanlage umfasste daher vermutlich zwei Tambourkuppeln. Die wenigen erhaltenen Fresken in der älteren byzantinischen Nordkirche, die in das 12. Jahrhundert datiert werden, waren wegen des Einsturzes der beiden Kirchen der Verwitterung ausgesetzt und wurden deshalb von der Antikenverwaltung von den Mauern abgenommen und in das Byzantinische Museum in Geroskipou gebracht. Die Fresken umfassten Darstellungen von Johannes Chrysostomos, des Apostels Barnabas und des heiligen Nikolaus von Myra. Die Fresken der Südkirche sind verloren und können nicht als Anhaltspunkt dafür genutzt werden, ob diese als Privatkapelle des fränkischem Feudalherrn von Choulou diente. Die erhaltenen Fresken in der benachbarten Kirche Agios Georgios in Choulou lassen sich jedoch den fränkischen Auftraggebern zuordnen.Αγίου Θεοδώρου – Χούλου (griechisch)Θεόδωρος άγιος, Χούλου (griechisch)

Literatur Gwynneth der Parthog: Byzantine and Medieval Cyprus. A Guide to the Monuments. Neubearbeitung Lefkosia 2006, S. 298f. und 307.

Einzelnachweise

Weblinks

Kategorie:Kirchengebäude in der Republik Zypern Kategorie:Kirchengebäude in Asien Kategorie:Kirchenruine Kategorie:Bezirk Paphos Kategorie:Byzantinisches Kirchengebäude Kategorie:Erbaut im 12. Jahrhundert Choulou