Rhea Woltman (* 6. November 1928 in Lynden Township, North Carolina, USA; † 15. Februar 2021 in St. Augusta, USA) war eine US-amerikanische Pilotin und Lehrerin. Sie war eine der 13 Astronautinnen des Mercury-13-Teams und die erste Frau, die mit einem Wasserflugzeug in Anchorage landete.

Leben und Werk Woltman war das dritte von sechs Kindern von Ellanora und Leo Hurrle, die eine Farm in der Nähe von South Haven besaßen. Sie erwarb ihren Pilotenschein etwa zur gleichen Zeit, als sie ihr Lehramtsstudium am St. Cloud Normal College (der späteren St. Cloud State University) abschloss. Nach wenigen Jahren als Lehrerin in einer einklassigen Dorfschule zog sie nach Texas und begann ihre Pilotenausbildung. Mit ihrem ersten Flugzeug, einer Piper J-3, stieg Woltman von einer Privatpilotin zur Berufspilotin auf und erwarb die Fluglehrerlizenz für Instrumentenflug. Später erlangte sie die C-Flugzeuglizenz für Flugzeuge mit Schwimmern sowie die Segelflugberechtigung. Sie nahm an Flugwettbewerben teil und absolvierte einen der bedeutendsten Flüge für Frauen jener Zeit, einen Soloflug von Houston nach Anchorage in einer Piper Super Cub mit Schwimmern.

Anfang der 1960er-Jahre arbeitete sie als Charterpilotin in Houston und hatte bereits fast 2.000 Flugstunden absolviert. Sie wurde als eine der Frauen ausgewählt, die für das geheime Mercury-Programm getestet wurden und sich denselben strengen medizinischen und körperlichen Prüfungen unterziehen mussten wie ihre männlichen Kollegen. Woltman und zwölf weitere Pilotinnen wurden zu den First Lady Astronaut Trainees (FLATS), den Mercury 13. Die US-Regierung stellte das Frauenprogramm jedoch ein, ohne dass die Frauen jemals einen Weltraumflug absolvieren konnten.

Nach dem Tod ihres ersten Ehemannes an Krebs zog sie nach Colorado und lernte Leonard Woltman kennen, der ihr zweiter Ehemann wurde. Sie flog nach ihrer zweiten Heirat nicht mehr viel, obwohl sie ihre Pilotenlizenz erst im März 2014 abgab. In Colorado Springs führte sie am Segelflugplatz Black Forest Segelflugtraining für Kadetten der Luftwaffenakademie durch. Um im Geschäft ihres Mannes mitzuarbeiten, gab sie ihre Flugkarriere auf. Ihr Interesse an parlamentarischen Verfahren führte dazu, dass sie die höchste Qualifikationsstufe in diesem Bereich erwarb, die des Registered Parliamentarian (PRP). Sie war die erste Parlamentarierin des US-amerikanischen Olympischen Komitees und bekleidete diese Position auch in zahlreichen anderen Organisationen im ganzen Land, darunter die Colorado Association of Hospital Auxiliaries.

Auszeichnungen und Ehrungen 2007: Ehrendoktorwürde der Naturwissenschaften der University of Wisconsin-Oshkosh 2008: Aufnahme in die Colorado Women’s Hall of Fame

Literatur Margaret A. Weitekamp: Right Stuff, Wrong Sex: America's First Women in Space Program. Johns Hopkins University Press, 2005, ISBN 978-0801883941. Stephanie Nolen: Promised the moon: the untold story of the first women in the space race. Avalon Publishing, New York 2011, ISBN 978-1-56858-319-8 (englisch).

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Einzelnachweise

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