Unter dem Titel The Queen’s Throat: Opera, Homosexuality, and the Mystery of Desire kam 1993 ein essayistisches Buch des amerikanischen Literaturwissenschaftlers Wayne Koestenbaum heraus. 1996 wurde es auch in einer deutschsprachigen Übertragung von Joachim Kalka veröffentlicht, der auf die Vieldeutigkeit des Originaltitels aufmerksam machte, diese Anspielungen deshalb auch nur in Umschreibungen wiederzugeben vermochte.

Inhalt und Intention Koestenbaum hatte zunächst bereits 1990 eine Gedichtesammlung unter dem Titel Ode to Anna Moffo and Other Poems (Verlag: Persea) veröffentlicht.

Sein Buch untersucht dann die Beziehung zwischen schwulen Männern und dem Phänomen Oper, wobei er häufig auf eigene Erfahrungen Bezug nimmt. Insbesondere stellt er eine starke Identifikation der sogenannten „Opera Queen“ mit der „Diva“ fest. Das verbindende Element zwischen beiden ist die Stimme: Er beschreibt sie als geschlechtslos; sie ermöglicht es Sängerinnen und Sängern, als stellvertretende Identifikationsfiguren für schwule Zuhörer zu fungieren, die ihre Homosexualität gegebenenfalls verbergen oder Ängste haben, und sie verdeutlicht zugleich, dass sowohl der Körper der Opernsängerin als auch der queere Körper Einschränkungen unterworfen sind.

Literatur (Besprechungen) Heather Hadlock: Peering Into The Queen’s Throat. Cambridge Opera Journal. 5 (3) (November 1993), S. 265–275. John M. Clum: Opera without Queens/Queens without Opera. Performing Arts Journal. 16 (2) (May 1994), S. 107–115. Kevin Kopelson: Tawdrily, I Adore Him. 19th-Century Music. 17 (3) (Spring 1994), S. 274–285

Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Essay Kategorie:Oper ! Kategorie:Geschlechterforschung Kategorie:Ersterscheinen 1993