Jules Rais (geboren als Jules Salomon Cahen am 17. Juli 1872 in Nancy; gestorben am 30. November 1943 im KZ Auschwitz) war ein französischer Schriftsteller und Kunstkritiker. Er war auch unter dem Pseudonym Jules Nathan bekannt.

Leben Jules Cahen war zunächst Jurist; er schloss sein Studium 1899 an der Universität von Nancy mit der Dissertation „Die Vertretung der Aristokratie in den Oberhäusern Frankreichs (1789–1815)“ ab. 1896/97 war er gemeinsam mit Roger Marx literarischer Leiter der Kunstzeitschrift L’Image. Danach war er bei der Revue encyclopédique, der Revue populaire des beaux-arts, der Gazette des Beaux-Arts, der Art et Décoration und für Arts graphiques modernes beschäftigt.

mini|alt=Grabmonument, grünes Tor, ansonsten weißer Stein, eine Vielzahl von blumigen Ornamenten, gekrönt von einer Blüte. Parklandschaft.|Grabmonument Georgette Rais Im Jahr 1899 verlor er seine junge Ehefrau Georgette (geborene Vierling am 11. Juli 1873, gestorben am 21. Mai 1899) und ließ ein Grabdenkmal errichten, das von einem Werk aus glasiertem Sandstein von Alexandre Bigot gekrönt wurde, ein Ensemble, das er 1901 auf dem Friedhof von Préville in Nancy errichten ließ. Die Glasmalereien stammen von Henri Carot.Detailaufnahmen des Grabmals sind in den Commons unter Category:Monument funéraire de l'épouse de Jules Rais zu finden

Anfang des zwanzigsten Jahrhundert arbeitete er als Parlamentsredakteur im Außenministerium und war an der zweiten Haager Konferenz beteiligt. In dieser Zeit hielt er auch eine Vortragsreihe an der Chartreuse Notre-Dame-des-Prés de Neuville-sous-Montreuil, die damals für künstlerische Projekte geöffnet wurde.

1911 heiratete er in zweiter Ehe die Schauspielerin und Übersetzerin Ludmila Savitzky; das Paar hatte zwei Töchter, darunter die Literaturkritikerin und Regisseurin Nicole Vedrès.

1928 wurde er Generalsekretär des Comité fédéral de coopération européenne (Bundeskomitee für europäische Zusammenarbeit) unter dem Vorsitz von Émile Borel und unter der Schirmherrschaft von Aristide Briand und Paul Doumer.

Im Jahr 1929 gab er die noch unveröffentlichten letzten Briefe von Paul Verlaine heraus. Jules Rais hatte Ende 1895 mit Verlaine korrespondiert, um ihm eine Mitarbeit bei L’Image vorzuschlagen. Außerdem organisierte er in Nancy ein Kolloquium über den Dichter.

Er beendete seine Karriere als Chefbibliothekar der Abgeordnetenkammer, nachdem er dort zuvor Leiter der Abteilung für Auslandsinformationen gewesen war.

Jules Rais wurde während der deutschen Besetzung Frankreichs im Zweiten Weltkrieg nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.

Werke La représentation des aristocraties dans les chambres hautes en France, 1789–1815, Berger-Levrault et cie, 1899 Huit nouvelles, 1900 Le salon de 1900, 1900 L’Accord des deux Amériques, mit Joaquim Nabuco, Delagrave, 1909 Paul-Emile Colin, Arts graphiques modernes, 1913 Les élections à l’Assemblée Nationale Allemande, G. Crès, 1919 Les dernières lettres inédites de Paul Verlaine, Messain, 1929

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Anmerkungen

Einzelnachweise

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