James Michael Redfield (* 2. Mai 1935 in Chicago; † 28. Mai 2026) war ein US-amerikanischer Gräzist.
Leben James M. Redfield war Sohn des Anthropologen und Ethnologen Robert Redfield (1897–1958), eines Professors der University of Chicago, und seiner Ehefrau Margaret Park Redfield, die ebenfalls als Anthropologin tätig war. Sein Großvater mütterlicherseits war der Soziologe Robert Ezra Park (1864–1944), auch er Professor an der University of Chicago.
Redfield studierte Classics an der University of Chicago und erwarb den B.A. 1954. Nach einem Aufenthalt am New College, Oxford, von 1956 bis 1958 wurde er 1961 an der University of Chicago zum Ph.D. promoviert. Bereits 1960, im Alter von 25 Jahren, erhielt er dort seine erste Anstellung. Die Festanstellung (tenure) folgte 1968, die Emeritierung 2016. Er war danach weiterhin tätig als Edward Olson Distinguished Service Professor Emeritus of Classical Languages and Literatures, in the Committee on Social Thought, the Committee on the Ancient Mediterranean World, and the College.
Sein Sohn James Adam Redfield ist Associate Professor of Jewish Anthropology and Hermeneutics an der Saint Louis University.James Adam Redfield
Werk Redfield ist bekannt geworden mit seiner anthropologisch ausgerichteten Untersuchung zur Ilias, die besonders die Darstellung des Troianers Hektor als des eigentlichen Helden des Epos ins Visier nahm. Eine zweite anthropologische Untersuchung hat er dem epizephyrischen Lokroi, einer griechischen Kolonie in Unteritalien, gewidmet. Des Weiteren beschäftigte er sich mit Herodot sowie mit Platon, dessen Siebten Brief er in einer kommentierten Übersetzung vorlegte, die er noch kurz vor seinem Tod veröffentlichen konnte.
Schriften (Auswahl) Nature and Culture in the Iliad: The Tragedy of Hector. University of Chicago Press, Chicago 1975; expanded edition, Duke University Press, Durham 1994. Französische Übersetzung: La Tragédie d’Hector: Nature et Culture dans l’Iliade. Flammarion, Paris 1984. Spanische Übersetzung: La Tragedia de Hector. Naturaleza y cultura en la Iliada. Destino, Barcelona 1992. Griechische Übersetzung: Η τραγωδία του Έκτορα. Φύση και πολιτισμός στην Ιλιάδα. Εκδόσεις Ευρύαλος, Trikala 1992. Herodotus the Tourist. In: Classical Philology 80, 1985, S. 97–118. Nachdruck in: Thomas Harrison (Hrsg.), Greeks and Barbarians. Edinburgh University Press, Edinburgh 2002, S. 24–49. The Locrian Maidens: Love and Death in Greek Italy. University of Chicago Press, Chicago 2004. Plato’s Seventh Letter. Translation and Commentary. Hackett, Indianapolis 2026, ISBN 9781647922566.
Literatur Bruce M. King, Lillian Doherty (Hrsg.): Thinking the Greeks. A Volume in Honor of James M. Redfield. Routledge, London 2019.
Weblinks Todesanzeige der University of Chicago Todesanzeige am Committee on Social Thought Weitere Todesanzeige am Committee on Social Thought Todesanzeige des Departement of Classics der Washington University in St. Louis
Einzelnachweise
Kategorie:Gräzist Kategorie:Hochschullehrer (University of Chicago) Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1935 Kategorie:Gestorben 2026 Kategorie:Mann