Der Grünschwingensaltator (Saltator similis, Syn.: Tanagra superciliaris) ist eine Vogelart aus der Familie der Tangaren (Thraupidae), die in Bolivien, in Brasilien, in Paraguay, in Uruguay und in Argentinien verbreitet ist. Der Bestand wird von der IUCN als nicht gefährdet (Least Concern) eingeschätzt.

Merkmale Der Grünschwingensaltator erreicht eine Körperlänge von ca. 20,5 bis 21,0 cm bei einem Gewicht von ca. 36,0 bis 54,0 g. Er hat einen matt gräulichen Oberkopf mit einer grünlichen Tönung. Der Überaugenstreif ist weißlich, die Zügel und die Ohrdecken sind grau. Die Oberseite ist grünlich grau, der Bürzel grau und die Steuerfedern matt dunkel grau. Die Schwungfedern sind matt grauschwarz mit hellen grünlich gelben Säumen, wodurch der geschlossene Flügel grünlich gelb erscheinen. Das Kinn und die Kehle sind weiß, der Bartstreif schwärzlich. Die Brust ist gelbbraun mit diffusen dunkleren Strichen, die Flanken gelbbraungrau, der Bauch eher gelbbraun und der Bereich um die Kloake bräunlich gelbbraun. Die Iris ist dunkelbraun, der Schnabel grau und Beine matt bleigrau. Die Geschlechter gleichen einander. Jungvögel ähneln den Altvögeln, weisen jedoch schwarze Strichelung an Bauch und Brust auf.David Brewer (2020)

Lautäußerungen Der Gesang des Grünschwingensaltators besteht aus einer kurze Reihe lauter, gepfiffener Töne, die wie tschou-tschou-tscho-tschoui klingen. Zudem trägt er hastige Zwitscherreihen vor.

Fortpflanzung Aus dem Bundesstaat Rio Grande do Sul wurden Anfang November brütende Vögel des Grünschwingensaltators sowie von Anfang Dezember bis Anfang Januar frisch ausgeflogene Jungvögel beobachtet. In Rio de Janeiro trug ein Altvogel Ende September Nahrung zum Nest. In Uruguay fand man zwischen Oktober und Dezember Nester. Das napfförmig Nest besteht aus Blättern und kleinen Zweigen, die mit weichen, feinen Wurzeln ausgekleidet werden. Der Außendurchmesser ist 8 Zentimeter, der Napfdurchmesser 4,4 Zentimeter. Das Nest wird in 1 bis 3 Meter Höhe in einem Baum angelegt. Ein Gelege besteht aus zwei, seltener drei, hell blauen oder glänzend blaugrauen Eiern, die am stumpfen Pol mit schwarzen Strichen oder Punkten gezeichnet sind. Zumindest der Seidenkuhstärling (Molothrus bonariensis) parasitiert das Nest des Grünschwingensaltators.

Verhalten und Ernährung Bei der Untersuchung von Kotproben in Mato Grosso do Sul erwiesen sich Insekten als Hauptnahrungsquelle des Grünschwingensaltators, ergänzt durch Früchte und Beeren. Die Art frisst schwärmende Termiten sowie Blätter von Solanum-Arten und Samen von Pereskia-Kakteen. Zudem wurde beobachtet, wie er zuckerhaltige Ausscheidungen von Blattläusen aufnahm, die an Mimosa scabrella saugten. Die Nahrungssuche erfolgt meist paarweise. Gelegentlich schließen er sich gemischten Schwärmen mit anderer Arten an. Die Nahrungssuche findet in verschiedenen Waldstraten statt. Dies reicht von den mittleren Bereichen des Unterwuchses bis hinauf in den Bereich unterhalb der Baumkronen.

Verbreitung und Lebensraum mini|Verbreitungsgebiet des Grünschwingensaltators (grün) Der Grünschwingensaltator bewohnt Waldgebiete, einschließlich Galeriewald, und Waldränder sowie Lichtungen. Er bewegt sich in Höhenlagen vom Tiefland bis ca. 1200 Meter.

Unterarten Es sind folgende Unterarten anerkannt: Saltator similis similis & , 1837Alcide Dessalines d’Orbigny u. a. (1837), S. 36.Zur Publikationsgeschichte siehe Edward Clive Dickinson u. a. (2018a) S. 128–129, Edward Clive Dickinson u. a. (2018b) S. 281 kommt im östlichen Bolivien im zentralen und östlichen Departamento Santa Cruz über das südöstliche Brasilien, Paraguay, Uruguay bis in das nordöstliche Argentinien vor. Saltator similis ochraceiventris , 1912Hans Hermann Carl Ludwig von Berlepsch (1912), S. 1114, S. 1146. ist im südöstlichen Brasilien im südlichen São Paulo über Paraná bis Rio Grande do Sul verbreitet. Die Unterart unterscheidet sich von der Nominatform durch eine dunklere, stärker ockerfarbene Unterseite, insbesondere am Bauch und an den Unterschwanzdecken.

Tanagra superciliaris , 1830Maximilian zu Wied-Neuwied (1830), S. .518–521 wird heute als Synonym zur Nominatform betrachtet.

Migration Der Grünschwingensaltator ist vermutlich ein Standvogel.

Etymologie und Forschungsgeschichte mini|links|Grünschwingensaltator illustriert von Édouard Traviès für d’Orbigny Die Erstbeschreibung des Grünschwingensaltators erfolgte 1837 durch Alcide Dessalines d’Orbigny und Frédéric de Lafresnaye unter dem Namen Saltator similis. Das Typusexemplar stammte aus der Provinz Corrientes. 1816 führte Louis Pierre Vieillot die neue Gattung Saltator ein.Louis Pierre Vieillot (1816), S. 32.Die Gattung wurde für den Buntkehlsaltator (Saltator maximus (, 1776)) eingeführt. Das Wort leitet sich von ab.Saltator The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Der Artname stammt von ab.similis The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Ochraceiventris ist ein Wortgebilde aus und ochraceiventris in The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Superciliaris hat seinen Ursprung in .superciliaris in The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay fünf Bälge, gesammelt von durch Hans Krieg (1888–1970), Michael Mathias Kiefer (1902–1980) und Eugen Josef Robert Schuhmacher (1906–1973) in Zanja Moroti und in San Luis de la Sierra im Departamento Concepción im Bergland des Río Apa, in Nueva Germania und in Puerto Sastre im Gran Chaco, zur Verfügung. In der Literatur sah er Nachweise für das Land am Río PilcomayoJohn Graham Kerr (1892), S. 125. durch John Graham Kerr, in einem von Alfredo Borelli (1858–1943) gesammelten Exemplar aus der Colonia RissoTommaso Salvadori (1895), S. 5., welches durch Tommaso Salvadori beschrieben wurde und in Puerto PinascoAlexander Wetmore (1926), S. 197. im Departamento Presidente Hayes durch Alexander Wetmore.Alfred Laubmann (1940), S. 123–124.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Anmerkungen

Kategorie:Tangaren