Maria von Spiegelberg (* ca. 1519; † 13. September 1561) war von März 1560 bis September 1561 Fürstäbtissin des Stifts Essen.

Leben und Wirken Maria von Spiegelberg war die älteste Tochter von Graf Friedrich IV. von Spiegelberg und II. von Pyrmont und seiner Frau Anna von Sachsen-Lauenburg.

Sie wurde als Nachfolgerin von Katharina von Tecklenburg, die am 9. März 1560 starb, zur Fürstäbtissin gewählt. Ihre Wahl wurde am 4. Juni 1560 durch Papst Pius IV. bestätigt.

Marias kurze Regierungszeit fiel in eine Zeit der Konflikte zwischen dem Stift und der Stadt Essen, welche sich immer stärker dem Protestantismus zuwandte. Zu einer erheblichen Verschärfung dieser Streitigkeiten kam es, als die Essener Gemeinde in der Marktkirche am Weihnachtsabend des Jahres 1560 begann, bis spät in die Nacht deutsche Weihnachtslieder zu singen. Der Magistrat der Stadt stellte sich auf die Seite der Fürstäbtissin und berief sich auf den 1555 verabschiedeten Augsburger Religionsfrieden, demzufolge ein Reichsstand die Religion seiner Untertanen bestimmen durfte. Demgegenüber teilten der Rat und die Bürgerschaft Essens am 27. März 1561 der Fürstäbtissin mit, dass von nun an in den städtischen Kirchen die Psalmen auf Deutsch gesungen würden.Haus der Essener Geschichte/Stadtarchiv, Rep. 100, Ratsarchiv Nr. 2245c Hierbei berief sich der Rat auf eine Urkunde Kaiser Karls IV. von 1377, in welcher der Stadt Essen bestätigt wurde, dass sie von der Fürstäbtissin unabhängig und als Reichsstand anzusehen sei. In der Folgezeit berief der Rat auch lutherische Prediger in die Stadt. Der Konflikt zwischen dem katholischen Stift und der protestantischen Stadt setzte sich nach dem Tod Maria von Spiegelbergs noch Jahrzehnte fort.

Maria von Spiegelberg starb am 13. September 1561. Ihre Nachfolgerin als Fürstäbtissin wurde Irmgard von Diepholz.

Einzelnachweise

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