Der Fluss Bhotekoshi ist der etwa 145 km lange rechte Quellfluss der Trishuli im autonomen Gebiet Tibet der Volksrepublik China sowie in der Provinz Bagmati in Nepal. Er bildet den hydrologischen Hauptstrang der Trishuli.
Name Der chinesische Name für den oberen Abschnitt des Bhotekoshi in Tibet ist Kyirong Tsangpo (). Hier ist die chinesische Transkription des tibetischen Ortsnamens Kyirong mit der Bedeutung „Tal des Glücks“. Und ist die chinesische Transkription des tibetischen Wortes Tsangpo mit der Bedeutung „Fluss“.
An der Grenze zu Nepal wechselt sein Name zu Bhote Koshi. Der nepalesische Name Bhotekoshi () setzt sich zusammen aus der historischen Bezeichnung Bhote () für Tibet und dem nepalesischen Wort koshi () für „Fluss“. Der Flussname wird daher häufig getrennt Bhote Koshi geschrieben. Auch ein Nebenfluss des Sunkoshi heißt Bhotekoshi; ebenso ein Nebenfluss des Dudhkoshi.
Verlauf Der Fluss Bhotekoshi entspringt im Hochland von Tibet an der Nordflanke des Himalaya auf einer Höhe von etwa . Der Fluss fließt anfangs etwa 40 km nach Osten. Bei Gyirong wendet sich der Fluss nach Süden und durchschneidet im Anschluss das Hochgebirge zwischen Ganesh Himal () im Westen und Langtang Himal () im Osten. Bei Flusskilometer 20 erreicht der Fluss die nepalesische Grenze. Er bildet auf einer Strecke von etwa 5 Kilometern die Grenze, wobei Nepal am rechten Flussufer liegt. Die letzten knapp 15 Kilometer fließt er innerhalb Nepals. Er vereinigt sich schließlich auf einer Höhe von etwa mit dem kleineren Fluss Langtang Khola, der von Osten aus dem Langtang-Nationalpark heranströmt, zur Trishuli.
Hochwasserereignisse Im Bhotekoshi-Flusstal kommt es immer wieder zu Hochwasserereignissen und Sturzfluten. Diese werden meist entweder von Starkregenereignissen im Einzugsgebiet während der Monsun-Zeit oder durch Gletscherläufe verursacht.
Am 8. Juli 2025 wurde die Freundschaftsbrücke (Miteri Bridge) über den Lhende Khola und das Grenzgebäude durch eine Sturzflut von Tibet kommend zerstört. Ein natürlicher, von Gletschern geformter Damm war damals stromaufwärts gebrochen.Rasuwagadhi flood destroys bridge, sweeps away vehicles; 18 missing. In: thehimalayantimes.com, 8. Juli 2025, abgerufen am 26. August 2026. Die Freundschaftsbrücke wurde bis Ende 2025 wieder hergestellt.Miteri Bridge auf nepalitimes.com, 6. November 2025, abgerufen am 26. August 2026.
Am 26. August 2026 kam es zu einer Sturzflut mit mehr als 1300 Vermissten und mindestens 800 Toten. Die Ursache war offenbar ein Gletscherabbruch unterhalb der Nordflanke des Langtang Lirung, der zu einer von seismischen Instrumenten gemessenen Erschütterung führte und in einen zuvor entstandenen Gletscherrandsee fiel. Der Ursprung der Sturzflut lag im Einzugsgebiet des linken Nebenflusses Lhende Khola (tibetisch Donglin Tsangpo), der im Distrikt Rasuwa an der nepalesisch-chinesischen Grenze auf den Fluss Bhotekoshi trifft. Videos in den Medien zeigten den Grenzpunkt auf chinesischer Seite mit dem Bhotekoshi unmittelbar oberhalb der Mündung des Lhende Khola und die zerstörerische Kraft, welche die Sturzfluten hier sogar flussaufwärts Richtung Tibet ausübten. Die zerstörerische Kraft der Fluten wurde insbesondere durch mitgeführte Sedimente und Gestein begünstigt. Der Flusspegel in Galchhi stieg innerhalb von 30 Minuten um 9 Meter. Es wurde vor weiteren Sturzfluten gewarnt, da sich an der Flussmündung des Lhende Khola offenbar ein Stausee gebildet hatte, dessen natürlicher Damm zu brechen drohe.
Einzelnachweise
Kategorie:Fluss in der Provinz Bagmati Kategorie:Grenzfluss