mini|Karl Willig (rechts) neben Anstaltsarzt Adolf Wahlmann am 5. April 1945 Karl Willig (* 11. Juli 1894 in Gräveneck; † 14. März 1946 in Bruchsal) war ein deutscher Krankenpfleger, der an den Krankenmorden in der Zeit des Nationalsozialismus in der Tötungsanstalt Hadamar beteiligt war.
Willig war ab 1934 als (Lern-)Pfleger in der Landesheilanstalt Weilmünster sowie ab Juni 1938 in der Landesheilanstalt Herborn tätig. Ende Juli 1941 wurde Willig nach Hadamar versetzt und war dort bis Juli 1942 an die Gemeinnützige Stiftung für Anstaltspflege (T4) abgeordnet, die Krankenmorde organisierte.
Seit Beginn der sogenannten „dezentralen Euthanasie“ ab Mitte 1942 war Willig als stellvertretender Oberpfleger an der Selektion und Ermordung von Anstaltspatienten beteiligt. In den Jahren 1944 und 1945 verabreichte er tödliche Injektionen und Tabletten an tuberkulosekranke polnische und sowjetische Zwangsarbeiter, die zur Ermordung nach Hadamar gebracht worden waren. In Hadamar war Willig als besonders brutaler Pfleger bekannt, der Patienten misshandelte: So belästigte er eine Patientin unter Androhung der Todesspritze sexuell und vergewaltigte sie schließlich. Nach Angaben von Kolleginnen ermordete er außerdem einen Patienten durch Erwürgen.
Im Oktober 1945 wurde Willig beim Hadamar-Prozess von einem US-Militärgericht in Wiesbaden wegen Mordes an etwa 500 ausländischen Zwangsarbeitern angeklagt und zum Tode verurteilt. Am 14. März 1946 wurde er im Gefängnis Bruchsal hingerichtet.
Einzelnachweise
Kategorie:Personal der Tötungsanstalt Hadamar Kategorie:Person (Aktion T4) Kategorie:Hingerichtete Person (NS-Kriegsverbrechen) Kategorie:Person (Pflege, 20. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1894 Kategorie:Gestorben 1946 Kategorie:Mann