Karl Philipp Bernhard Gerlach (* 7. August 1883 in Borken (Hessen); † 17. Oktober 1951 in Altena)Geburtsurkunde Nr. 86/1883, Standesamt Borken (Hessen), Geburtsnebenregister 1883, Signatur HStAM 920 795, Hessisches Staatsarchiv Marburg war ein deutscher Offizier, zuletzt Generalstabsintendant der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg.

Leben Gerlach besuchte Gymnasien in Marburg, Weilburg und Hersfeld; 1904 legte er das Abitur ab. Anschließend studierte er Rechtswissenschaft an den Universitäten Marburg und München. Ab 1904 war er Mitglied des Corps Guestphalia Marburg.Kösener Corpslisten 1960, 98/202 1908 legte er das erste juristische Staatsexamen ab. Anschließend absolvierte er das Rechtsreferendariat bei Gerichts- und Militärverwaltungsbehörden, unterbrochen von einem einjährigen Wehrdienst beim Feldartillerieregiment 51. 1914 legte er das zweite juristische Staatsexamen für den höheren Militärverwaltungsdienst ab. Während des Ersten Weltkriegs war er von 1914 bis 1919 Intendanturassessor beim Generalkommando des XX. Armee-Korps und beim Generalkommando des VII. Armee-Korps.

1919 wurde Gerlach zum Regierungsrat ernannt und kam ans Landesfinanzamt Münster, wo er bis 1922 tätig war. Daraufhin war er von 1922 bis 1927 bei den Versorgungsämtern Münster und Berlin tätig. 1927 wurde er zum Oberregierungsrat befördert und trat in den Dienst der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung ein, für die er bis 1934 tätig war. Zum 1. April 1933 trat er der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 1.747.778).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/10780721 Im März 1934 war er kurzzeitig Direktor des Arbeitsamts in Berlin.

Von 1934 bis 1937 war Gerlach Luftkreisintendant im Luftkreiskommando II Berlin. Daraufhin war er von 1937 bis 1940 Gruppenleiter in der Abteilung „Liegenschaften“ unter Abteilungsleiter Heinrich Scheit im Luftwaffenverwaltungsamt des Reichsluftfahrtministeriums. Im März 1940 wurde er zum Ministerialrat bzw. Generalintendanten befördert. Anschließend war er von November 1940 bis März 1941 im Luftgaukommando VI Münster, von März 1941 bis März 1943 beim Luftwaffenbefehlshaber Mitte und von April bis August 1943 beim Oberbefehlshaber Südost tätig. Von August bis September 1943 war er kurzzeitig zur besonderen Verwendung im Reichsluftfahrtministerium bzw. beim Oberkommando der Luftwaffe. Danach war er von September 1943 bis März 1944 Luftgauintendant beim Luftgaukommando XII Wiesbaden. Von März bis Mai 1944 war er Leiter der Abteilung „Allgemeine Verwaltung“ unter Amtsgruppenleiter Wilhelm Untrieser im Luftwaffenverwaltungsamt des Reichsluftfahrtministeriums. Daraufhin war er von Mai bis August 1944 Luftflottenintendant beim Luftflottenkommando 10. Im September 1944 wurde er zum Ministerialdirektor bzw. Generalstabsintendanten befördert. Anschließend war er von September 1944 bis Februar 1945 beim Oberkommando der Luftwaffe und von Februar bis März 1945 beim Luftgaukommando II Berlin zur besonderen Verwendung. Im März 1945 trat er in den Ruhestand. Bei Kriegsende zwei Monate später geriet er in US-amerikanische Kriegsgefangenschaft, aus der er 1947 wieder entlassen wurde.

Bei seinem ersten Spruchkammerverfahren im Februar 1948 wurde Gerlach als „Mitläufer“ eingestuft; er legte Revision ein und wurde bei einem zweiten Verfahren im Mai 1949 als „Entlasteter“ eingestuft. Ab März 1948 war er Referent im Angestelltenverhältnis für Fragen der Arbeitslosenversicherung, Arbeitslosenfürsorge und produktiven Arbeitslosenfürsorge im Hessischen Arbeitsministerium. Im Januar 1950 wurde er wieder in das Beamtenverhältnis zurückgeführt und zum Regierungsrat ernannt. Im September 1950 trat er in den Ruhestand. Gerlach starb im Oktober 1951 im Alter von 68 Jahren in Altena.

Literatur Karl Friedrich Hildebrand: Die Generale der deutschen Luftwaffe 1935–1945, Teil II, Band 1: Abernetty–v.Gyldenfeldt. Biblio Verlag, Osnabrück 1990, ISBN 3-7648-1701-1.

Weblinks Karl Gerlach auf der Website des Projekts Beamte nationalsozialistischer Reichsministerien

Einzelnachweise

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