mini|Mahnmal Synagoge Goch Die Synagoge in Goch, einer Stadt im Kreis Kleve, wurde am 7. Juni 1812 eingeweiht und während des Novemberpogroms 1938 durch Brandstiftung zerstört. Die Synagoge befand sich an der Herzogenstraße.
Geschichte Jüdisches Leben in Goch lässt sich bis in das 13. Jahrhundert zurückverfolgen. Eine feste Gemeinde ist jedoch erst ab der Mitte des 17. Jahrhunderts schriftlich greifbar: Aus dieser Zeit stammt ein Memorbuch, welches ihre Existenz offiziell dokumentiert. Da der Bau von Synagogen wegen der damaligen religiösen Intoleranz untersagt war, lässt sich für das Jahr 1724 lediglich ein privater Gebetsraum belegen. Während der französischen Herrschaft (1794–1815) verbesserte sich die rechtliche und gesellschaftliche Lage der jüdischen Bevölkerung. Die stetig wachsende Gemeinde war dadurch im Jahr 1812 in der Lage, eine eigene Synagoge in der Herzogenstraße 8 zu errichten, die am 7. Juni eingeweiht wurde.
Fünfzig Jahre später, im Jahr 1862, wurde das Gebäude grundlegend renoviert. Im Zuge dessen entstanden auf dem Grundstück auch ein neues jüdisches Gemeindehaus sowie eine Schule. Am 7. Juni 1912 feierte die Gemeinde schließlich im Beisein aller Konfessionen das 100-jährige Bestehen ihrer Synagoge. Der Kölner Oberrabbiner Dr. Frank hob in seiner Festrede besonders die friedliebende Gesinnung der Gocher Bürgerschaft hervor.
Die Gocher Synagoge wurde im Zuge des Novemberpogroms am frühen Morgen des 10. November 1938 durch Mitglieder der ortsansässigen SS in Brand gesetzt. Das Gebäude brannte vollständig aus, lediglich das Thora-Schild konnte wenig später geborgen werden. Aufarbeitung mini|Wandbild Vom Dunkel ins Licht Synagoge GochDrei Beteiligte am Pogrom wurden 1948 im Klever Synagogenbrand-Prozess zu vergleichsweise milden Strafen verurteilt. Landgerichtsdirektor Thielmann hielt den Angeklagten zugute, dass die Ausschreitungen auf Befehl von höchster Stelle stattgefunden hätten und im Vergleich zu vielen Großstädten ein geringeres Ausmaß gehabt hätten.
Fünf Jahrzehnte nach der Zerstörung der Synagoge, am Mittwoch, den 9. November 1988, enthüllten Landesrabbiner Abraham Hochwald und Gochs Bürgermeister Heinz van Ackeren ein zwei Meter hohes Mahnmal auf dem ehemaligen Synagogengrundstück. Die Inschrift der Gedenktafel lautet: „Zur Erinnerung an die Synagoge der jüdischen Gemeinde Goch, die in der Nacht vom 9./10. November 1938 von Gocher Nationalsozialisten niedergebrannt wurde. Uns allen zur Mahnung.“
35 Jahre später wurde die Gedenkstätte erweitert: Der belgische Künstler Fabien Hupinck schuf ein 15 Meter hohes Wandgemälde mit dem Titel Vom Dunkel ins Licht.
Literatur Klaus-Dieter Alicke: Lexikon der jüdischen Gemeinden im deutschen Sprachraum. Band 1: Aach – Groß-Bieberau. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2008, ISBN 978-3-579-08077-2 (online-Version).
Einzelnachweise
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