mini|Büste des Karl Storck an seiner letzten Ruhestätte (ausgeführt von Frederic Storck)

Karl Storck (* 21. Mai 1826 in Hanau/Provinz Hanau, Kurfürstentum Hessen; † 18. Mai 1887 in Bukarest) war ein rumänischer Bildhauer und Kunstlehrer deutscher Herkunft.

Leben und Werk Storck war das älteste von sechs Kindern eines Seidenstrumpfwebers. Er absolvierte 1847 in Paris eine Lehre im Juwelierhandwerk, kehrte aber wegen der Unruhen während der Februarrevolution 1848 in seine Heimat zurück. 1849 kam er auf Einladung des Juweliers Josef Resch nach Bukarest und arbeitete in dessen Werkstatt als Graveur, Zieseleur und Silberschmied. 1850 verließ er die Juwelierwerkstatt und wechselte in das Atelier des Bildhauers Georg Fles. Dort modellierte er Stuckelemente für Bukarester Gebäudefassaden sowie diverse plastische Ornamente und später als Teilhaber seines Meisters u. a. im Auftrag des Militärarztes Carol Davila den Stuckschmuck für das neue Militärkrankenhaus in Bukarest.

1855 eröffnete er in Bukarest eine eigene Werkstatt. Dort schuf er zahlreiche Figuren und Flachreliefs für Häuser wohlhabender Bürger und u. a. die steinernen Masken der Tragödie und der Komödie für das Nationaltheater Bukarest. 1856–57 absolvierte er in München eine Ausbildung als Bildhauer. Nach seiner Rückkehr nach Bukarest schuf er 1858 die Büsten von Friedrich Schiller und seinem Freund, dem Maler Theodor Aman. Er erhielt Aufträge für Porträtbüsten und eröffnete 1859 ein eigenes Bildhaueratelier. Neben Stuckverzierungen für Gebäude schuf er Grabdenkmäler und Holzschnitzereien für die Kirchenausstattung, entwarf Kirchenbänke und weiteres Mobiliar für die Kirchen von Viforâta, Ghighiu, Clejani und Bukarest und schuf das Marmorportal der Kirche Domnița Bălașa. Seine Werkstatt fertigte Grabsteine, Kreuze, Pisanii (Stiftungsinschriften), Sockel, Wappen, Vasen, Treppen und Ornamente an.

Neben seinen Porträtstatuen schuf Storck auch mehrere Monumentalwerke, darunter Monumente für die Kirche Domnița Bălașa und Statuen von Mihail Cantacuzino und Ana Davila. In Zusammenarbeit mit Paul Focșăneanu entstand ein Flachrelief am Giebel der Universität Bukarest, das Minerva bei der Krönung der Künste und Wissenschaft zeigte. Das Relief wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und nicht wiederhergestellt.

1864 wurde Storck an der Școala Națională de Arte Frumoase (heute Nationale Universität der Künste Bukarest, Universitatea Națională de Arte București) Professor für Bildhauerei und Leiter des Fachbereichs und erhielt den Lehrstuhl für Perspektive. Unter anderem studierten Ion Georgescu, Paul Focșăneanu, George Julian Zolnay und Dimitrie Paciurea bei ihm. Zudem gründete Storck die erste Terrakottafabrik Rumäniens und entwarf und fertigte die Terrakottafliesen für das Wohnhaus Theodor Amans, das spätere Theodor-Aman-Museum. Seine Söhne Carol Storck und Frederic Storck wurden ebenfalls als Bildhauer bekannt.

Das Grab von Karl Storck befindet sich auf dem Evangelisch-Lutherischen Friedhof (Cimitirul Evanghelic Lutheran) in Bukarest.

Weblinks

Amintirile Bunicuţei Virtuale: Karl Storck Muzeul Municipiului București: Muzeul Frederic Storck și Cecilia Cuțescu Storck bucharest.ro: The Frederic and Cecilia Cuțescu-Storck Art Museum

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