mini|Oberes Schloss in Euerbach Das obere Schloss (auch Bibra’sches Haus genannt) ist der ehemalige Sitz des Adelsgeschlechts Bibra. Es steht in der Gemeinde Euerbach im unterfränkischen Landkreis Schweinfurt in Bayern. Der heutige Bau wurde 1563 vom Freiherrn Heinrich von Bibra erbaut. Seit 2006 befindet es sich in Privatbesitz.
Geschichte In Euerbach bestanden drei Herrensitze: das Burgschloss, das obere und das untere Schloss. Im 15. Jahrhundert ist erstmals von einem oberen Schloss die Rede. Dieser Bau wurde in den Bauernkriegen völlig zerstört. 1563 baute Freiherrn Heinrich von Bibra das heutige Schloss. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts waren die Herren von Bibra und die Brüder Jakob und Hans von Steinau Besitzer von Euerbach und zugleich auch deren Vogtherren. Hanns von Steinau kaufte das obere Schloss (auch Bibra’sches Haus genannt) Heinrich von Bibra zu Schwebheim ab. 1706 erwarb ein Graf von Ingelheim das Dorf. Nach kurzer Zeit ging Euerbach in den Besitz des Fürstbischofs von Würzburg über. Im Rahmen eines Tauschgeschäftes kam 1740 der größte Teil des Dorfes wie auch das untere Schloss wieder an die Herren von Münster.
In neuerer Zeit befand sich im Schloss ein Lebensmittelladen, bevor es 2006 in Privatbesitz überging.
Beschreibung 1704 wurde das Schloss wie folgt beschrieben: „Ein neu erbautes Schloss, das Bibrasche Haus genannt, mit zwei Stockwerken, acht Stuben, 14 Kammern und einer großen Küche, Unter diesem Langen Bau ein vortrefflicher Weinkeller…“
Garten mini|hochkant|Plan des Schlossparks Der Garten entstand um 1790 und war einer der ersten englischen Parkanlagen Unterfrankens. Der baumbestandene Garten wurde geprägt von verschlungenen Wegen, dem sogenannten „Teufelsgraben“ und zahlreichen Statuen und Büsten. So fand man eine Statue der Göttin Diana, das Denkmal für Gustav Eberhard von Münster, des erfolgreichen Feldherrn im Abwehrkampf gegen die Türken im Jahre 1683, das Denkmal für Moses Mendelssohn am Eingang zum unmittelbar benachbarten jüdischen Friedhof mit der Inschrift „Lange Zierde der Judenschaft entschläfst du müde des Lebens, aber immer dem Wunsch zärtlicher Freundschaft zu früh“. Darüber hinaus enthielt die Parkanlage eine Eremitage, eine Kegelbahn, einen Schießplatz, einen Tanzplatz und einen Gasthof "Zum grünen Busch".
Literatur Otto Meyer: „…wahrlich ein königlicher Garten…“: Würzburgs Gartentradition zwischen Barock, Rokoko, Klassizismus und Romantik. München 1992
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Oberes Schloss (Euerbach) Geschichte
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