mini|Republikanerdenkmal in Witten (2013) Das Republikanerdenkmal ist ein Denkmal in Witten in Nordrhein-Westfalen. Es wurde zu Ehren der führenden Politiker der Weimarer Republik Friedrich Ebert, Matthias Erzberger und Walther Rathenau vom republikanischen Schutzbund Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold errichtet.

Hintergrund Die Errichtung des Denkmals auf dem Hohenstein wurde durch das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold initiiert, nachdem die drei Politiker der Weimarer Koalition, Friedrich Ebert (SPD), Matthias Erzberger (Zentrum) und Walther Rathenau (DDP), verstorben beziehungsweise ermordet worden waren. In Bezug auf die persönlichen Schicksale dieser drei Politiker wurde der Kampf um die Weimarer Republik symbolhaft zum Ausdruck gebracht.

Beschreibung Das am Rand eines Waldgebietes gelegene etwa 3,50 Meter hohe Denkmal ist auf drei Seiten von Bäumen und Sträuchern umgeben. Es besteht aus einem Sockel aus aufgeschichteten und durch Mörtel verbundenen unbehauenen Ruhrsandsteinbrocken, auf dem ein nach oben spitz zulaufender, grob behauener, ca. zwei Meter großer Obelisk aus Sandstein aufgesetzt ist. Auf der Vorderseite des Sockels ist auf dem größten Steinbrocken die verwitterte ursprüngliche Inschrift „Den drei großen Republikanern Erzberger-Rathenau-Ebert gewidmet“ zu erkennen. An einem kleinen Steinbrocken des Sockels auf der Südseite befindet sich ebenfalls eine Inschrift. Auf dem Obelisk waren versetzt drei bronzene Reliefplaketten der Köpfe der drei Politiker angebracht, diese sind jedoch inzwischen verschollen.

Geschichte Das Denkmal wurde am 9. August 1926 vor 30.000 Teilnehmern enthüllt. Bereits in der Silvesternacht 1926/27 wurde das Denkmal erstmals angegriffen; bis 1930 kam es zu weiteren Übergriffen. Nur in zwei Fällen konnten die jugendlichen Täter ermittelt und vor Gericht gestellt werden. Sie erhielten lediglich geringe Geldstrafen oder wurden sogar begnadigt. Die Nationalsozialisten bezeichneten das Denkmal als „Novemberverbrecher-Denkmal“. Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung wurde das Ehrenmal zunächst auf Antrag des Stahlhelms in eine Gedenkstätte für den Freikorpskämpfer Albert Leo Schlageter umgewandelt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Denkmal teilweise abgetragen und geriet zunehmend unter Pflanzenbewuchs in Vergessenheit. Zum 40. Jahrestag des Kriegsendes im Mai 1985 ließ der Stadtverband Witten der SPD es instand setzen bzw. neu errichten; die Wiedereinweihung erfolgte am 5. Mai 1985. Später wurde es von Vertretern der später verbotenen rechtsextremen Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei durch Farbschmierereien attackiert. Im Jahr 2003 nahm die Stadt Witten das Republikanerdenkmal schließlich in ihre Denkmalliste auf. 2006 wurde es erneut saniert. Seit 2023 ist eine erneute Sanierung geplant.

Einzelnachweise

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