Von einem der auszog, das Gruseln zu lernen ist ein Märchenfilm von Günter Puppe mit Reinhard Michalke als furchtloser Hannes in der Titelrolle aus dem Jahr 1963, der auf dem Märchen von einem, der auszog das Fürchten zu lernen der Brüder Grimm basiert. Am 3. Juni 1963 wurde der Film erstmals im Fernsehen der DDR gezeigt.

Handlung Ein Vater und eine Mutter haben zwei ungleiche Söhne: den erstgeborenen, tüchtigen Bruder und den furchtlosen Hannes, der von allen für „einfältig“ gehalten wird. Da Hannes unfähig ist, Angst oder Gruseln zu empfinden, gilt er in seiner Familie als untauglich für das praktische Leben. Da er diese Eigenschaft jedoch unbedingt erlernen möchte, zieht er schließlich furchtlos in die Welt hinaus. Auch der Erziehungsversuch eines lokalen Küsters scheitert zuvor kläglich: Als dieser versucht, Hannes nachts auf dem Kirchturm als Gespenst verkleidet zu erschrecken, wird er von dem unerschrockenen Jungen die Treppe hinuntergeworfen. Auf seiner weiteren Reise begegnet Hannes verschiedenen Situationen, die andere in Schrecken versetzen würden, ihn jedoch völlig unberührt lassen. Schließlich trifft er auf einen König, in dessen Schloss es angeblich furchtbar spukt. Der verzweifelte Herrscher verspricht demjenigen großen Lohn, der drei Nächte im Schloss übersteht und die „Gespenster“ vertreibt. Hannes nimmt die Herausforderung an, merkt jedoch in den folgenden drei Nächten sehr bald, dass hier überhaupt keine paranormalen Phänomene am Werk sind. Hinter den dämonischen Katzen, dem wandelnden Bett und den scheppernden Geistern stecken in Wahrheit die unterdrückten Diener des Schlosses. Sie haben sich als Spukgestalten verkleidet, um ihr gruseliges Spiel mit dem Herrscher zu treiben und Rache für dessen Grausamkeiten und Ungerechtigkeiten zu üben. Anstatt die vermeintlichen Geister zu bekämpfen, verbündet sich Hannes mit den Bediensteten. Besonders die kluge Kammerzofe hat es ihm angetan. Gemeinsam führen sie das falsche Spukspiel zu Ende, bis das Geheimnis gelüftet wird. Hannes bestraft den bösen König und dessen hochmütige Tochter für ihre Tyrannei. Als Belohnung schlägt er das Erbe des Königs aus und nimmt stattdessen die Kammerzofe zur Frau. Obwohl Hannes nun glücklich verheiratet ist, ist er insgeheim unzufrieden, weil er das Gruseln im Schloss noch immer nicht gelernt hat. Die Erlösung bringt schließlich ein liebevoller Streich seiner frischgebackenen Ehefrau, der Kammerzofe: Sie lässt nachts heimlich einen Eimer mit kaltem Bachwasser und zappelnden Gründlingen über dem schlafenden Hannes ausleeren. Durch den plötzlichen Kälteschock und die Bewegung der kleinen Fische auf seiner Haut erfährt Hannes im Bett endlich das lang ersehnte Gefühl des Gruselns.

Produktionshintergrund Günter Puppe inszenierte Von einem der auszog, das Gruseln zu lernen 1963 für das Fernseh-Weihnachtsprogramm auf DDR 1. Für die Produktion des Deutschen Fernsehfunks (DFF) wurde das Theaterstück des Dramatikers Günter Karstadt von dem Dramaturgen Fritz Schmenger für das Fernsehen bearbeitet und umgeschrieben. So entstammt auch die Idee, dass die „Gespenster“ im Schloss in Wahrheit die unterdrückten Diener des Königs sind, die sich für seine Grausamkeiten rächen wollen, von Karstadt. Der Schwarzweißfilm stellt die dritte Verfilmung nach dem 1935 erschienenen Puppentrickfilm von Ferdinand Diehl und einer vorangegangenen DDR-Fernsehverfilmung von Wolfgang E. Struck im Jahr 1957, die sich näher an die Originalvorlage orientierte, des Märchens dar.

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Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 1963 Kategorie:Brüder-Grimm-Verfilmung Kategorie:Märchenfilm Kategorie:Fernsehfilm (DDR) Kategorie:Schwarzweißfilm