mini|Ausgrabungsarbeiten am Oppidum du Cayla Das Oppidum du Cayla ist eine vorgeschichtliche und geschichtliche Siedlungsstätte in der südfranzösischen Gemeinde Mailhac im Département Aude. Bisweilen wird es auch als Oppidum de Mailhac bezeichnet. Siedlungsspuren reichen vom Ende der Bronzezeit, etwa 900 v. Chr., über die Eisenzeit bis zur gallorömischen Periode um etwa 200 n. Chr. Zumindest die eisenzeitliche Besiedelung wird dem Volk der Elisyker zugeschrieben, die auch weitere Oppida in der Nähe bewohnten, namentlich Montlaurès und das Oppidum d’Ensérune.

Cayla ist der neuzeitliche Name des Hügels, auf dem die ersten archäologischen Funde gemacht wurden. Der antike Name des Ortes ist nicht überliefert. Die Stätte wurde ab 1960 als Monument Historique unter Denkmalschutz gestellt.

Grabungsgeschichte Das Gebiet, auf dem die Funde gemacht wurden, war Anfang des 20. Jahrhunderts im Besitz der Familie Taffanel, die hier Weinbau betrieb. 1929 kamen bei Arbeiten im Weinberg Keramikscherben und Grabbeigaben zum Vorschein. Die 14-jährige Odette und ihr zwei Jahre jüngerer Bruder Jean zeigten die Funde dem Archäologen Laurent Mathieu aus dem nahen Olonzac, der Präsident der Société d’Etudes Scientifiques de l’Aude (Gesellschaft für wissenschaftliche Studien in Aude) war. Mathieu wurde ein Mentor der beiden Kinder, der ihre Begeisterung für Archäologie und lokale Geschichte anfachte. Mit seiner Hilfe verbrachten sie ihre Freizeit in den nächsten beiden Jahren damit, sich in die Archäologie einzuarbeiten.

An einer Stelle auf dem Hügel Cayla, an dem schon ihre Großeltern das „Alte Mailhac“ vermuteten, begannen Odette und Jean 1931, nun 16- und 14-jährig, mit ihrer ersten Grabungskampagne. Bald stießen sie auf Siedlungsüberreste. Sie vermieden Aufmerksamkeit, um keine Amateurarchäologen oder Grabräuber anzuziehen. Erst 1936 hielten sie einen Vortrag bei der Société d’Etudes Scientifiques de l’Aude über die „vorrömischen Funde im Oppidum de Mailhac“. Funde wurden katalogisiert und im Familienhaus aufbewahrt. Zwischen 1931 und 1947 erwarb die Familie verschiedene Grundstücke bei Le Cayla, damit die Geschwister dort weitere Ausgrabungen durchführen konnten. Im Laufe der Jahre konnten sie fünf aufeinander folgende Siedlungsschichten freilegen, die vom 9./8. Jh. vor Chr. bis zum 2. Jh. nach Christus reichten.

Ab 1948 entdeckten sie die Nekropolen Moulin, Grand Bassin I und Grand Bassin II. Anfang der 1950er wurde der Platz im Familienhaus knapp. Es wurde verkauft und stattdessen ein Kloster am Ortsrand erworben, in dem ein Museum eingerichtet wurde. Dieses diente Wissenschaftlern aus Frankreich und dem Ausland als Anlaufstelle. Stand 2026 scheint dieses Museum nicht mehr zu existieren.

Die Geschwister Taffanel hatten nicht geheiratet und keine Kinder. In den 1970er Jahren beschlossen sie, ihren Nachlass nach ihrem Tod dem Staat zu vermachen, darunter das Haus mit der Sammlung und die Grundstücke. So sollten die Fundstätten und die Sammlungen dauerhaft zugänglich bleiben.

In den 1990er Jahren wurden die Ausgrabungen unter der Leitung von Thierry Janin und Eric Gailledrat wieder aufgenommen wurden. Daraus erfolgten zwei große Veröffentlichungen, 1998 ein Band über die Nekropole von Moulin (geleitet von Janin) und 2002 ein Band über Cayla de Mailhac (geleitet von Gailledrat).

Einzelnachweise

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