Bozena Ernst-Zajic, geborene Božena Sascha Emmi Pauline Zajíc (geboren am 7. Dezember 1887 in Straßburg; gestorben nach 1972) war eine deutsche Schauspielerin, Rezitatorin und Schauspiellehrerin.
Leben und Wirken Božena Zajíc wurde als Tochter des tschechischen Violinisten und Konzertmeisters Florián Zajíc und Pauline Zajíc (geborene Lamey, Tochter von August Lamey) 1887 in Straßburg geboren. Sie wuchs in Straßburg, Mannheim und Berlin auf, wo ihr Vater an verschiedenen Konservatorien unterrichtete.
Božena Zajíc besuchte um 1908/09 die von Max Reinhardt gegründete und von Berthold Held geleitete Schauspielschule des Deutschen Theaters Berlin (heute: Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch). Direkt im Anschluss an ihr Studium erhielt sie auf Empfehlung von James Kwast, einem Konzertpartner ihres Vaters, 1910 bis 1913 ein Engagement am Stadttheater Straßburg (heute: Opéra de Strasbourg).Vgl. Neuer Theater-Almanach, hg. v. Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger, Berlin 1910, S. 631; 1911, S. 654; 1912, S. 632; 1913, S. 631. Dort lernte sie vermutlich auch ihren späteren Ehemann, den Schauspieler Karl Ernst (1878–1937), kennen. Das Ehepaar gehörte zu einem engen Kollegen- und Freundeskreis um den Komponisten und Leiter des Straßburger Theaters Hans Pfitzner und seine Frau Mimi (geborene Kwast). 1911 war Zajíc außerdem am Nationaltheater Mannheim als Gast engagiert.
Ab 1928 lebte Bozena Ernst-Zajic in München, wo sie zunächst als Schauspielerin und Rezitatorin tätig war: u. a. Die heilige Cäcilie oder die Gewalt der Musik von Heinrich von Kleist, „Münchener Dichter(innen)-Abend“, Grischa von Henry von Heiseler, Wilhelm-Busch-Feier, Ziska-Luise-Schember-Abend. Ab 1937 arbeitete sie auch als Schauspiellehrerin, unterrichtete u. a. Marietheres Angerpointner und verfolgte die Lehrtätigkeit bis ins hohe Alter.
In der Inszenierung des Märchenspiels Dornröschen von Ricarda Huch auf der ersten Bundesausstellung des Deutschen Frauenrings Im Zeichen der Frau übernahm sie 1950 die Wortregie. 1959 bis 1969 lebte sie in Hamburg, danach wieder in München.Letzter auffindbarer Eintrag im Telefonbuch: Amtliches Fernsprechbuch München, 1979–1980 (A-K), S. 442.
Sie pflegte Korrespondenzen u. a. mit den Schriftstellern Josef Rueder, Hans Franck, Hans Brandenburg, Josef Magnus Wehner und dem Komponisten Hermann Wolfgang von Waltershausen.
Weblinks
Handschriften von Bozena Ernst-Zajic im Kalliope-Verbund Bozena Ernst-Zajic im Archivportal-D
Einzelnachweise
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