Die Konferenz im Marlborough House 1964 (engl. Marlborough House conference 1964) auch bekannt als die Gambia-Unabhängigkeitskonferenz oder Londoner Konferenz, fand im Juli 1964 im Londoner Marlborough House statt. Die Konferenz legte den Grundstein für die Verfassung und den finanziellen Übergang. Gambia erlangte schließlich am 18. Februar 1965 die staatliche Unabhängigkeit.
Beschreibung Das Ziel der Konferenz war es, die Planung der Unabhängigkeit Gambias auszuarbeiten und so aus der britischen Kolonie einen souveränen Staat zu gründen. Die Konferenz wurde am 7. Juli 1964 eröffnet, und am 23. Juli 1964 wurde das offizielle Abkommen beschlossen, das zum Gesetzesentwurf des Gambia Independence Act 1964 führte. Gleichzeitig wurde der Wunsch geäußert, dass Gambia nach der Unabhängigkeit Mitglied des Commonwealth werden sollte.
Unterstützt durch ein von der britischen Regierung bereitgestelltes Sekretariat, erstreckten sich die Gespräche über zehn Sitzungen bis zum 30. Juli. Es wurden Einigungen, unter anderem zur Unabhängigkeitsverfassung Gambias, zur Struktur des öffentlichen Dienstes, zu Ernennungen für Führungspositionen und zur Public Service Commission, zur Staatsbürgerschaft, zu den Wahlkreisgrenzen, zum Programm für Auslandshilfe, zur Monarchie, zur Mitgliedschaft im Commonwealth sowie zu den künftigen Beziehungen zum Senegal erzielt. Zum Abschluss unterzeichneten Duncan Sandys, Lord Lansdowne, Sheriff Sisay und Dawda Jawara das Dokument, das die Zukunft Gambias besiegelte.
Teilnehmer der Konferenz Die gambische Delegation wurde unter der Leitung von Premierminister Dawda Jawara angeführt und bestand aus der damaligen Regierung und einer parteiübergreifenden Delegation. Die britische Delegation wurde von Kolonialsekretär Duncan Sandys (Secretary of State for the Colonies) angeführt.
Gambische Delegation Dawda Jawara – Premierminister von Gambia Sheriff Sekouba Sisay – Finanzminister Sheriff Mustapha Dibba – Regierungsmitglied / Abgeordneter Alieu Badara Njie – Minister für öffentliche Arbeiten und Kommunikation Amang Kanyi – Landwirtschaftsminister Seyfo Omar M’Bakeh – Vertreter der Chiefs/Seyfolu (traditionelle Häuptlinge) im Repräsentantenhaus Kalilu Singhateh – Regierungsmitglied / Abgeordneter Famara Wassa Touray – Regierungsmitglied / Abgeordneter Alieu Ebrima Cham Joof – Politiker und Aktivist Paul L. Baldeh – Bildungsminister / Oppositionsabgeordneter Pierre Sarr N’Jie – Oppositionsführer (United Party) I. A. S. Burang John – Oppositionsabgeordneter (auch Ibrahima Ahmad Salih John, Burang John) Kebba W. Foon – Oppositionsabgeordneter Ibrahima Momodou Garba-Jahumpa – Oppositionsabgeordneter (Gambia Congress Party) Phillip Bridges – Generalstaatsanwalt (Attorney General) von Gambia F. D. C. Williams – Berater / Finanzsekretär K. J. W. Lane – Kolonialsekretär / Berater Sir John Paul – Britischer Gouverneur von Gambia Rev. J. C. Faye – Politischer Beobachter / Berater
Britische Delegation Duncan Sandys – Minister für die Kolonien (Secretary of State for the Colonies) The Marquess of Lansdowne – Staatsminister im Kolonialamt (Minister of State for Colonial Affairs) Sir John Martin – Beamter im Kolonialamt J. M. Kisch – Beamter im Kolonialamt H. Steel – Rechtsberater des Kolonialamtes R. G. Pettitt – Beamter / Sekretär im Kolonialamt
Literatur
Einzelnachweise
Kategorie:Politische Veranstaltung 1964 Kategorie:Politik (Britisch-Gambia) Kategorie:Internationale politische Konferenz (London)