Chosun Yun Moo Kwan (auch Joseon Yeonmugwan, koreanisch 조선연무관) war seit den 1910er Jahren eine bekannte japanische Judo-Schule in Seoul, im damaligen Japanischen Kaiserreich, heute Südkorea. Chun Sang-Sup gründete dort 1946 die Yun Moo Kwan Kong Soo Do Bu, später Yun Moo Kwan genannt. Sie ist eine der ursprünglichen fünf „Kwans“, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Korea entstanden. Nach dem Koreakrieg und dem Verschwinden von Chun Sang-Sup wurden von seinen Schülern die Jidokwan und Han Moo Kwan gegründet. Die Schule selbst gehört heute zur Korean Judo Association (KJA).
Geschichte Die Geschichte des Yun Moo Kwan beginnt mit dem Koreaner Lee Gyeong-seok (이경석), welcher 1928 während seines Auslandsstudiums die Tokioter Studenten-Kampfsportvereinigung (Martial Arts Association) gründete, deren Kern aus Judo-, Kendo- und Boxkämpfern bestand und deren Vorsitz er übernahm. 1931 investierte er nach seiner Rückkehr sein Privatvermögen in die Gründung der Joseon Yeonmugwan (Halle des Kampfsportstudiums) in Susong-dong, Jongno-gu, Seoul. Ziel war es, Talente zu fördern, die sowohl in Literatur als auch in Kampfkunst begabt waren.
Im Jahr 1945 verkaufte Lee Gyeong-seok das Joseon Yeonmugwan und erwarb die Kodokan Korea Branch, eine Stiftung mit Sitz in Sogong-dong, Jung-gu, Seoul, um sie als neues Joseon Yeonmugwan zu nutzen.
Als Chun Sang-Sup, welcher als Jugendlicher während seines Aufenthalts in Japan Judo und Shudokan Karate bei Kanken Toyama gelernt hatte, aus Japan nach Korea zurückkehrte, bat Lee Gyeong-seok ihn, Judo zu unterrichten, was er auch tat.
Am 3. März 1946 gründete Chun Sang-Sup die „Joseon Yeonmugwan Kong Soo Do Bu“ (der Zusatz „Bu“ () bedeutet „Abteilung“) und unterrichtete das Shudokan Karate (Kong Soo Do – Hanja RR Gongsudo).
Dank seiner organisatorischen und pädagogischen Begabung entwickelte sich der Yun Moo Kwan – neben Chung Do Hwe (Chung Do Kwan) – in der Zeit von 1946 bis 1949 zum führenden Kwan.
Chun pflegte eine sehr enge Beziehung zu Yoon Byung-In, dem Gründer der YMCA Kwon Bop Bu. Chun und Yoon reisten gemeinsam, um mit anderen Kampfkünstlern zu trainieren. Bisweilen führte sie ihr Weg in die Mandschurei.
Mit der wachsenden Zahl seiner Schüler konnte Chun Sang-Sup Assistenztrainer einstellen. Bei den beiden von ihm engagierten Männern handelte es sich um Yun Gwae-byeung und Yoon Byung-in. Beide hatten sich in Japan einen Namen gemacht, zudem waren beide von Kanken Toyama in den Rang eines Meisters erhoben worden und kannten das Shudokan Karate.
Ende des Yun Moo Kwan Mit Beginn des Koreakriegs am 25. Juni 1950 wurde Chun Sang-Sup von der Armee eingezogen. Danach galt er als vermisst. Am gleichen Tag wurde die Schule geschlossen.
Nach der Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens im Koreakrieg am 27. Juli 1953 begannen die ehemaligen Schüler wieder mit dem Training in der Schule. Unterrichtet wurden sie dabei von Lee Kyo-yoon und Lee Jong-woo.
Wegen andauernder Konflikte bildeten sich schließlich 2 neue Schulen, die später das Taekwondo unterrichteten:
Han Moo Kwan unter Lee Kyo-yoon und Jidokwan unter Yun Gwae-byeung und Lee Jong-woo, wobei Yoon Byung-In, der in der Mandschurei in Quánfǎ ausgebildet worden war, zum Kwan Jang (Schulleiter) ernannt wurde.
Während die beiden oben genannten Schulen sich der Korean Taekwondo Association anschlossen, durch Nummern ersetzt wurden (Han Moo Kwan = Kwan Nr. 2 und Jidokwan = Kwan Nr. 8) und heute zur World Taekwondo (WT) gehören, gab es noch einige Schüler, die den Stil der Schule weiterverbreiteten. Einer von ihnen, Min Kyu Pai, begann nach seiner Emigration in die USA in den 1950ern, diesen Stil zu unterrichten. Seine frühen Bemühungen führten dazu, dass der Stil auch in Teilen Mittelamerikas Fuß fasste – vermittelt durch seinen Schüler Francisco Miranda, der maßgeblich zur Verbreitung des Karate in seinem Heimatland El Salvador beitrug.
Das Joseon Yeonmugwan Dojo selbst wurde im Jahr 1957 durch ein Gerichtsurteil zum Eigentum der Republik Korea erklärt und wurde zum Zentral-Dojo der Korean Judo Association (대한유도회), auch KJA genannt. Der ehemaliger Leiter Lee Gyeong-seok erhielt 1991 den 10. Dan im Judo.
Anmerkung Zu jener Zeit war die Yoseon Yeonmugwan die repräsentative Zweigstelle des Kōdōkan, der obersten Institution des japanischen Judo. Joseon (koreanisch Hanja ) war der damalige Name Koreas. Seit dem 15. August 1945 verwendet Nordkorea den Namen „Joseon“ als Landesnamen. Südkorea nutzte den Namen Joseon bis zur Festlegung des 38. Breitengrades am 15. August 1945. „Yeonmugwan“ ( Hanja ) bedeutet „Kampfkunstforschungsschule“. Der Zusatz „Bu“ ( Hanja ) bedeutet „Abteilung“.
Quanfa, Chuanfa oder Chuan-Fa ( etwa „Faustkampftechnik“, sinngemäß auch „chinesische Kampftechnik“, „chinesisches Kungfu“).
Einzelnachweise
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