mini|Ehemaliges Rathaus Überruhr (2026) Das Überruhrer Rathaus war Sitz der Verwaltung der 1894 gebildeten Bürgermeisterei Überruhr, die aus der Bürgermeisterei Steele-Land hervorging. Das Gebäude aus dem Jahr 1895 befindet sich im heutigen Essener Stadtteil Überruhr-Holthausen an der Langenberger Straße. Es verlor seine Funktion, als Überruhr 1929 zur Stadt Essen eingemeindet wurde und ist heute Teil der Essener Denkmalpfade.
Geschichte Überruhr war Teil der Bürgermeisterei Steele-Land, zu der noch die Landgemeinde Rellinghausen gehörte. Steele selbst schied 1857 aus, als es Stadtrechte erhielt. Zum 1. Januar 1876 schied auch Rellinghausen aus der Bürgermeisterei Steele-Land aus, so dass diese nur noch aus Überruhr bestand.Amtsblatt für den Regierungsbezirk Düsseldorf 1875, S. 588 Sie wurde zunächst weiterhin in Personalunion mit der Stadt Steele verwaltet. Die personelle Trennung von Steele und Überruhr erfolgte, als die Bürgermeisterei Überruhr am 23. März 1894 selbständig wurde.Historisches Portal Essen: Wie Überruhr entstand (pdf), abgerufen am 21. August 2026
Aufgrund der neuen Selbständigkeit wurde das Überruhrer Rathaus 1895 an der Provinzialstraße (seit 1933 Langenberger Straße) errichtet. Zuvor waren seit Anfang März 1894 Räume im Haus des Kaufmanns Schürmann für das Bürgermeisteramt der Gemeinde genutzt worden.General-Anzeiger für Essen und Umgebung vom 10. März 1894
Der Bau des Rathauses fiel in die Amtszeit des Bürgermeisters Theodor Heider, der zuvor in Personalunion die Bürgermeisterei Steele-Land und die Stadt Steele verwaltete. Anfang Januar 1895 waren mehrere Bauplätze als Geschenk für die Gemeinde angeboten worden, was ihr zwei bis dreitausend Mark ersparte.Essener Volkszeitung vom 10. Januar 1895 Im Februar 1895 wurden die Bauarbeiten und Lieferungen öffentlich ausgeschrieben. Veranschlagt waren rund 20.500 Mark für Erd- und Maurerarbeiten, für Eisenträger und Schmiedearbeiten, Zimmer-, Klempner-, Dachdecker-, Tischler-, Schlosser-, Glaser- und Anstreicherarbeiten.Bekanntmachung des Bürgermeisters Heider in der Essener Volkszeitung vom 20. Februar 1895 Mit Datum des 31. Januar 1895 ging ein Protestschreiben der Bürger der Gemeinde Überruhr an die Königliche Regierung zu Düsseldorf, das die Essener Volkszeitung in ihrer Ausgabe vom 23. Februar 1895 so zitiert:
Bürgermeister im Rathaus Theodor Heider als Bürgermeister folgte zum 1. Juli 1903 Adolf von Auer (*6. Dezember 1855; † 5. Januar 1937). Dritter und letzter Bürgermeister im Überruhrer Rathaus wurde zum 11. Dezember 1924 Rodolf Harms (* 7. Juni 1876; † 3. Juli 1961) zunächst kommissarisch, und zum 11. April 1925 offiziell durch Erlass des Oberpräsidenten der Rheinprovinz bestellt. Er blieb bis zur Eingemeindung Überruhrs zur Stadt Essen am 1. August 1929 im Amt.
Nach der Eingemeindung zur Stadt Essen Bis zu seinem Ruhestand 1934 blieb Rodolf Harms im alten Rathaus als Leiter der nun hier ansässigen Verwaltungsstelle Essen-Überruhr. Zur Zeit des Nationalsozialismus wurde das ehemalige Rathaus im Jahr 1937 zur Dienststelle der NSDAP. Nachdem das Gebäude den Zweiten Weltkrieg überstanden hatte, bekam Überruhr zum 1. Dezember 1956 hier eine eigene Meldestelle eingerichtet, so dass Überruhrer Bürger für Meldeangelegenheiten nicht mehr ins benachbarte Kupferdreh gehen mussten. Zudem war bis zum 30. September 1975 die Ortspolizeibehörde im ehemaligen Rathaus ansässig. Durch Umbauten und Erweiterungen im Laufe der unterschiedlichen Nutzungen veränderte man das ursprüngliche Aussehen des Rathausgebäudes. Bis heute besitzt es den nordöstlichen turmartigen Anbau und wird inzwischen als Wohnhaus genutzt.
Weblinks Das ehemalige Überruhrer Rathaus. In: Historisches Portal Essen, abgerufen am 21. August 2026
Einzelnachweise
Uberruhr Kategorie:Erbaut 1895 Kategorie:Überruhr Kategorie:Umgenutztes Bauwerk in Essen