Fortuna ist ein Gedicht von Heinrich Heine, das als achtzehntes im Zyklus Romanzen als Teil der Neuen Gedichte 1844 erschienen ist. Es besteht aus 3 paargereimten Vierzeilern aus trochäischen Vierhebern mit katalektisch verkürztem 1. und 2. Vers.

Text mini|Kampf zwischen Stärke und Schicksal (Lorenzo Lotto, vor 1550) Frau Fortuna, ganz umsunst Thust du spröde! deine Gunst Weiß ich mir durch Kampf und Ringen, Zu erbeuten, zu erzwingen.

Ueberwältigt wirst du doch, Und ich spanne dich in’s Joch, Und du streckst am End’ die Waffen — Aber meine Wunden klaffen.

Es verströmt mein rothes Blut, Und der schöne Lebensmuth Will erlöschen; ich erliege Und ich sterbe nach dem Siege.Heine-Säkularausgabe Band 2 : Gedichte 1827–1844 und Versepen. Hrsg. von Irmgard Möller und Hans Böhm. Akademie Verlag, Berlin 1979, ISBN 3-05-005297-X, S. 82.

Hintergrund und Deutung Das Gedicht handelt von der Auseinandersetzung zwischen dem lyrischen Ich und Fortuna, der Verkörperung von Glück und Schicksal. Entgegen der Überlieferung, nach der Göttin Fortuna die Glücksgaben ohne Ansehen von Person und Verdienst vergibt, werden sie ihr hier abgezwungen und geradezu geraubt. Der Titel lautete ursprünglich Frau Fortuna und wurde von Heine erst für die Druckvorlage geändert. Dass es anders als andere Gedichte des Zyklus nie zuvor publiziert worden ist, deutet auf eine Entstehung im Frühjahr 1844 kurz vor Erscheinen der Neuen Gedichte hin.

Jeffrey L. Sammons nennt das Gedicht relativ schwach, sieht darin aber einen für den Wechsel vom Früh- zum Spätwerk kennzeichnenden Wechsel der Perspektive, nachdem nicht mehr der unter versagter Liebe Leidende sich hier äußert, sondern der dem Versagen des Leibes Erliegende.Jeffrey L. Sammons: Heinrich Heine, the Elusive Poet. Yale University Press, New Haven und London 1969, S. 202.

Ausgaben Erstausgabe: Fortuna. In: Neue Gedichte von H. Heine. Hoffmann und Campe, Hamburg 1844, S. 201.

Werkausgaben: Fortuna. In: Düsseldorfer Heine-Ausgabe. Band 2: Neue Gedichte. Bearbeitet von Elisabeth Genton. Hoffmann & Campe, Hamburg 1983, ISBN 3-455-03002-5, S. 90. Fortuna. In: Heine-Säkularausgabe Band 2 : Gedichte 1827–1844 und Versepen. Hrsg. von Irmgard Möller und Hans Böhm. Akademie Verlag, Berlin 1979, ISBN 3-05-005297-X, S. 82. Fortuna. In: Werke und Briefe in zehn Bänden. 2. Auflage. Band 1. Aufbau, Berlin und Weimar 1972, .

Literatur Irmgard Möller, Hans Böhm: Heinrich Heine Säkularausgabe Band 2. Gedichte 1827–1844 und Versepen. Kommentar I. Akademie Verlag, Berlin 1995, ISBN 3-05-005299-6, S. 360f. Jeffrey L. Sammons: Heinrich Heine, the Elusive Poet. Yale University Press, New Haven und London 1969, S. 202.

Weblinks

Einzelnachweise Irmgard Möller, Hans Böhm: Heinrich Heine Säkularausgabe Band 2. Gedichte 1827–1844 und Versepen. Kommentar I. Akademie Verlag, Berlin 1995, S. 360f.

Kategorie:Gedicht Kategorie:Literatur (19. Jahrhundert) Kategorie:Werk von Heinrich Heine Kategorie:Literatur (Deutsch)