Fortín Page ist ein historischer Militärstützpunkt im Gran Chaco im Departamento Presidente Hayes. Der Ort lag am Río Pilcomayo. Fortín steht im Spanischen für kleines Fort oder Feldlager.

Naturhistorie 1889 suchte Philip Lutley Sclater in der wissenschaftlichen Zeitschrift Nature einen Naturforscher für eine Expedition am Río Pilcomayo unter der Führung des US-amerikanisch/argentinischen Kapitän Juan Page (1842–1890).Philip Lutley Sclater (1889), S. 341. Es war John Graham Kerr der die Expedition, die von 1889 bis 1890 dauerte, schließlich als Naturforscher und Sammler begleitete. Kerr gab Fortín Page mit einer vagen Position von ca. 24°47′S, 58°45′W an.John Graham Kerr (1910), S. 122. Später korrigierte Raymond Andrew Paynter, Jr. die Position auf 24°30′S, 59°10′WRaymond Andrew Paynter, Jr. (1995)S. 275. an den Nebenarm Brazo Norte des Río Pilcomayo und korrigierte damit auch Roberto Raúl DabbeneRoberto Raúl Dabbene (1910), S. 443., der den Standort auf das Staatsgebiet Argentiniens verlegt hatte.

Kerr selbst beschrieb viele Vögel für diesen Ort, u. a. den Rallenkranich (Aramus guarauna), den Sichler (Plegadis falcinellus), den Weißhalsibis (Theristicus caudatus), den Bindentaucher (Podilymbus podiceps), den Tüpfelgelbschenkel (Tringa melanoleuca), den Gelbschenkel (Tringa flavipes), den Einsiedelwasserläufer (Tringa solitaria), den Halsband-Stelzenläufer (Himantopus melanurus), das Azursultanshuhn (Porphyrio flavirostris), den Nandaysittich (Aratinga nenday), den Spitzschwanzsittich (Thectocercus acuticaudatus), den Lachfalke (Herpetotheres cachinnans), den Kronenbussard (Buteogallus coronatus), den Azurblaurabe (Cyanocorax caeruleus), den Ultramarinbischof (Cyanoloxia brissonii), den Rotkehl-Saphirkolibri (Hylocharis sapphirina), den Weißspecht (Melanerpes candidus), den Streifenschwanzspecht (Veniliornis mixtus) den Bindenameisenwürger (Thamnophilus doliatus), die Rahmbauchdrossel (Turdus amaurochalinus) und den Chivivireo (Vireo chivi).John Graham Kerr (1892), S. 120–152.

In seinem Buch A Naturalist in the Gran Chaco beschreibt er die Gegend als eine von Palmen geprägte Landschaft, eine nahezu unbewohnte und ökologisch wenig aktive Ebene, die mit grobem, 30 bis 90 Zentimeter hohem Gras bedeckt ist und von der Fächerpalme (Copernicia cerifera) übersät ist. Außerdem kommt nach Kerr dort Prosopis ruscifolia vor. Zu den dort vorkommenden Säugetierarten zählte er den Pampashirsch (Ozotoceros bezoarticus), den Puma (Puma concolor), das Wildmeerschweinchen (Cavia aperea), die Chaco-Fettschwanzbeutelratte (Thylamys pusillus) und die Dickschwanzbeutelratte (Lutreolina crassicaudata).John Graham Kerr (1950), S. 83–115.

Literatur

Einzelnachweise

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