Wechsel ist ein Gedicht von Heinrich Heine, das als siebzehntes im Zyklus Romanzen als Teil der Neuen Gedichte 1844 erschienen ist. Das Gedicht wurde erstmals abgedruckt in der Zeitung für die elegante Welt vom 31. Mai 1842. Es besteht aus 4 durch halben Kreuzreim gebundenen Strophen aus trochäischen Vierhebern, wobei der 2. und 4. Vers katalektisch verkürzt sind.
Text Mit Brünetten hat’s ein Ende! Ich gerathe dieses Jahr Wieder in die blauen Augen, Wieder in das blonde Haar.
Die Blondine, die ich liebe, Ist so fromm, so sanft, so mild! In der Hand den Lilienstengel Wäre sie ein Heil’genbild.
Schlanke, schwärmerische Glieder, Wenig Fleisch, sehr viel Gemüth; Und für Liebe, Hoffnung, Glaube, Ihre ganze Seele glüht.
Sie behauptet, sie verstünde Gar kein Deutsch — ich glaub’ es nicht. Niemals hättest du gelesen Klopstock’s himmlisches Gedicht?Heine-Säkularausgabe Band 2 : Gedichte 1827–1844 und Versepen. Hrsg. von Irmgard Möller und Hans Böhm. Akademie Verlag, Berlin 1979, ISBN 3-05-005297-X, S. 81.
Hintergrund und Deutung „Klopstock’s himmlisches Gedicht“ bezieht sich auf das Epos Der Messias (1749–1773) von Friedrich Gottlieb Klopstock. In einem Artikel, der am 31. August 1846 in der Augsburger Allgemeinen Zeitung erschien, gebraucht Heine Klopstocks Messiade als Attribut der Göttin der Langeweile.„Die leibhaftige Göttin der Langeweile, das Haupt gehüllt in eine bleierne Kapuze und Klopstocks Messiade in der Hand, wandelt dann durch die Straße von Bareges […]“ in: Lutezia: Aus den Pyrenäen III, 20. August 1846. In: Heine-Säkularausgabe Band 11.1: Lutezia. Berichte über Politik, Kunst und Volksleben. Akademie Verlag, Berlin 1974, S. 246. Bei „Liebe, Glaube, Hoffnung“ kehrt Heine die im Neuen Testament überlieferte Reihenfolge um und stellt die Liebe an erste Stelle.
Das Gedicht entstand wohl im Frühjahr 1842. Der Schriftsteller Gustav Adolf Vogel berichtet, dass Heine ihm und Franz Dingelstedt das offenbar kurz zuvor entstandene Gedicht vorgetragen habe.Begegnungen mit Heine. Berichte der Zeitgenossen. Hrsg. von Michael Werner. Band 1. Hoffmann und Campe, Hamburg 1973, S. 508.
Ausgaben Erstdruck: Wechsel. In: Zeitung für die elegante Welt, 31. Mai 1842. Erstausgabe: Wechsel. In: Neue Gedichte von H. Heine. Hoffmann und Campe, Hamburg 1844, S. 199f.
Werkausgaben: Wechsel. In: Düsseldorfer Heine-Ausgabe. Band 2: Neue Gedichte. Bearbeitet von Elisabeth Genton. Hoffmann & Campe, Hamburg 1983, ISBN 3-455-03002-5, S. 89f. Wechsel. In: Heine-Säkularausgabe Band 2 : Gedichte 1827–1844 und Versepen. Hrsg. von Irmgard Möller und Hans Böhm. Akademie Verlag, Berlin 1979, ISBN 3-05-005297-X, S. 81. Wechsel. In: Werke und Briefe in zehn Bänden. 2. Auflage. Band 1. Aufbau, Berlin und Weimar 1972, .
Literatur Irmgard Möller, Hans Böhm: Heinrich Heine Säkularausgabe Band 2. Gedichte 1827–1844 und Versepen. Kommentar I. Akademie Verlag, Berlin 1995, ISBN 3-05-005299-6, S. 359f.
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Einzelnachweise Irmgard Möller, Hans Böhm: Heinrich Heine Säkularausgabe Band 2. Gedichte 1827–1844 und Versepen. Kommentar I. Akademie Verlag, Berlin 1995, S. 359f.
Kategorie:Gedicht Kategorie:Literatur (19. Jahrhundert) Kategorie:Werk von Heinrich Heine Kategorie:Literatur (Deutsch)