mini|hochkant=1.2|St.-Josef-Kirche (Juli 2026) St. Josef war die römisch-katholische Kirche in Neu Wulmstorf, einer Einheitsgemeinde im Landkreis Harburg im Norden von Niedersachsen. Die nach dem heiligen Josef von Nazaret benannte Kirche war eine Filialkirche der Pfarrei Mariä Himmelfahrt mit Sitz in Buxtehude im Dekanat Unterelbe des Bistums Hildesheim. Das Einzugsgebiet der Kirche umfasste neben Neu Wulmstorf auch die Ortschaften Alvesen, Appel, Ehestorf, Moisburg, Sottorf und Vahrendorf. Seit der Profanierung der Kirche finden die katholischen Gottesdienste in Neu Wulmstorf im Pfarrheim, das sich neben der ehemaligen Kirche befindet, statt.
Geschichte Nachdem im Zuge der Flucht und Vertreibung Deutscher aus Mittel- und Osteuropa infolge des Zweiten Weltkriegs Katholiken in größerer Zahl in Neu Wulmstorf eine neue Heimat gefunden hatten, bildete sich in Neu Wulmstorf eine katholische Pfarrvikarie, die bis 1948 von der Kuratie Buchholz seelsorglich betreut wurde. Danach ging die Seelsorge in Neu Wulmstorf von der Pfarrvikarie Hamburg-Neugraben aus.
Für die Katholiken in Neu Wulmstorf fanden die Gottesdienste zunächst in der evangelisch-lutherischen Nicolai-Kirche statt, bis am 16. November 1950 in Neu Wulmstorf in einer Baracke eine Notkapelle geweiht wurde. Die Notkapelle stand in der Heidesiedlung, die ab 1949 auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz erbaut wurde. 1951 folgte in Eversen-Heide eine weitere Notkapelle, die ebenfalls in einer Baracke eingerichtet wurde. Da sich die Notkapelle in Neu Wulmstorf als zu klein erwies, wurden die Gottesdienste am 15. Mai 1953 in einen ehemaligen Stall neben dem Bahnhof Daerstorf verlegt. mini|Grundstein Zum 1. Januar 1954 wurde Neu Wulmstorf ein selbstständiger Seelsorgebezirk. Im Mai 1955 wurde das Baugrundstück für die St.-Josef-Kirche gekauft, am 6. November 1955 erfolgte die Grundsteinlegung durch Dechant Karl-Andreas Krieter aus Hamburg-Wilhelmsburg, und am 2. Dezember 1955 folgte das Richtfest.Zur Einweihung des neuen Pfarrheims. Kath. Kirchengemeinde St. Josef Neu Wulmstorf (Hrsg.). Bereits am Gründonnerstag, dem 29. März 1956, fand in der Kirche der erste Gottesdienst statt. Am 1. Mai 1956 nahm Dechant Krieter im Auftrag des Bischöflichen Ordinariats Hildesheim die Benediktion der Kirche vor. 1959 wurde das neuerbaute Pfarrhaus fertiggestellt.
Nach der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils fanden 1976 in der Kirche Umbauten und Renovierungen statt. Am 10. April 1976 weihte Weihbischof Heinrich Pachowiak einen neuen Altar. Am 2. Oktober 1990 wurde der Grundstein für das Pfarrheim gelegt, das im Juni 1991 eingeweiht wurde. 1995 wurde das Dekanat Buchholz-Soltau gegründet, dem die St.-Josef-Kirche angeschlossen wurde.Entwicklung Altarraum. Pfarrei St. Petrus, abgerufen am 6. September 2026. Zuvor gehörte die St.-Josef-Kirche zum Dekanat Hamburg-Harburg.St.-Godehards-Werk (Hrsg.): Der Dom ´91. Hildesheim 1990, S. 122. 1998 erfolgte die Weihe einer neuen Pfeifenorgel.
Vom 1. September 2004 an gehörte die St.-Josef-Kirche zum damals neugegründeten Dekanat Unterelbe, das Dekanat Buchholz-Soltau wurde zu diesem Zeitpunkt aufgelöst.Bischöfliches Generalvikariat: Urkunde über die Auflösung des Dekanates Buchholz-Soltau, über die Umbenennung und Veränderung des Dekanates Stade sowie über die Veränderung der Dekanate Celle und Verden. Bistum Hildesheim, Kirchlicher Anzeiger Nr. 7/2004, S. 230–231. Seit dem 1. September 2010 gehörte die Kirche zur Pfarrei Mariä Himmelfahrt, der neben der Kirche Mariä Himmelfahrt in Buxtehude auch die Kirchen St. Josef in Neu Wulmstorf und St. Michael in Harsefeld angeschlossen wurden. Die Pfarrgemeinde St. Josef in Neu Wulmstorf wurde in diesem Zusammenhang aufgehoben.Bischöfliches Generalvikariat: Urkunde über die Aufhebung der katholischen Pfarrgemeinden Mariä Himmelfahrt, Buxtehude, St. Michael, Harsefeld, St. Josef, Neu Wulmstorf, und über die Errichtung der katholischen Pfarrgemeinde Mariä Himmelfahrt, Buxtehude. Bistum Hildesheim, Kirchlicher Anzeiger Nr. 6/2010, S. 216–218.
Nachdem die Heizungsanlage defekt geworden war und das Bistum Hildesheim keine neue Heizung genehmigt hatte, erfolgte die Profanierung der Kirche am 5. September 2026 nach einer letzten Heiligen Messe durch Weihbischof Heinz-Günter Bongartz.Wie geht es weiter mit den Gebäuden in unserer Pfarrei? In: Triangel. Katholische Pfarrgemeinde Mariä Himmelfahrt, S. 18. Das Kirchengebäude und das Pfarrhaus sollen verkauft werden.
Beschreibung Das Kirchengebäude sowie das Pfarrhaus und das Pfarrheim stehen auf dem Grundstück Querweg 8, an der Ecke zum Kolpingweg. Die Saalkirche entstand nach Plänen der Architekten Aldag und Fehlig und wird durch ein Satteldach, auf dem sich ein Dachreiter erhebt, abgeschlossen.
Das Kirchengestühl bot den Besuchern 140 Sitzplätze. Im hinteren Bereich der Kirche befand sich der Beichtraum und die Orgel, an der Rückwand und der Seitenwand hingen 14 Kreuzwegstationen. Im Altarraum befand sich ein Hängekruzifix, darunter stand der steinerne Altar. Der Tabernakel war an der Rückwand des Altarraumes angeordnet. Im Altarraum waren auch der Taufstein und der Ambo platziert, die aus Bronze gefertigt wurden. An der Wand vor dem Altarraum befand sich eine Statue, die den heiligen Josef, den Schutzpatron der Kirche, mit einem Hobel und einem Brett als Attribute darstellt. Im Seitenschiff konnten vor einer Mondsichelmadonna Opferkerzen aufgestellt werden.
Die Orgel wurde vom Orgelbauer G. Christian Lobback erbaut und 1998 geweiht. Das Instrument hatte 11 Register auf zwei Manualwerken und Pedal. Die Disposition lautete:Orgel auf der Seite der Orgelbauwerkstatt Lobback
I Hauptwerk C–g3 1. Prinzipal 8′ 2. Gedeckt 8′ 3. Oktave 4′ 4. Mixtur III ′ Manual II C–g3 5. Holzgedackt 8′ 6. Nachthorn 4′ 7. Prinzipal 2′ 8. Sesquialter II ′ 9. Oktave 1′ Tremulant Pedalwerk C–f1 10. Subbass 16′ 11. Baßflöte 8′Doppelschleife Venuston Koppeln: II/I, I/P, II/P Traktur: Schleifladen, mechanische Spiel- und Registertraktur Anmerkungen
Die Kirche wurde vom 2008 gegründeten Förderkreis St. Josef in Neu Wulmstorf e.V. unterstützt.
Siehe auch Liste profanierter Kirchen im Bistum Hildesheim Josephskirche
Literatur Willi Stoffers: Bistum Hildesheim heute. Hildesheim 1987, ISBN 3-87065-418-X, S. 88f.
Weblinks
St. Josef. Kath. Pfarrgemeinde Mariä Himmelfahrt, Buxtehude. St. Josef, Neu Wulmstorf. Orgel auf Internetpräsenz des Orgelbauers.
Einzelnachweise
Josef Kategorie:Kirchengebäude im Landkreis Harburg Kategorie:Profaniertes Kirchengebäude in Niedersachsen Kategorie:Profaniertes Kirchengebäude im Bistum Hildesheim Kategorie:Josefskirche St Josef Kategorie:Kirchengebäude der Moderne Kategorie:Bauwerk der Moderne in Niedersachsen Kategorie:Disposition einer Orgel Kategorie:Kirchengebäude in Europa