Elke Gaugele (geboren 1964) ist eine deutsche Kulturwissenschaftlerin und Universitätsprofessorin. Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen die Themen Moden und Styles mit dem Fokus auf Ästhetik, Ethik, globale und soziale Gerechtigkeit sowie Politik. Wissenschaftlich und kulturanalytisch untersucht sie die Rolle von Mode, Design und Kunst im Kontext globaler Migration und Rechtsextremismus.
Leben und Berufsweg Elke Gaugele studierte von 1983 bis 1993 Kulturanthropologie und empirische Kulturwissenschaften an der Freien Universität Berlin und erwarb ihren Masterabschluss an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Ab 1994 war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin sowie kuratorische Assistentin im Stadtarchiv Tübingen tätig. Zwischen 1996 und 1999 forschte sie für ihre Dissertation in Kulturanthropologie am Institut für Volkskunde der Universität Wien. Sie wurde mit summa cum laude zum Thema „Schurz und Schürze. Kleidung als Medium der Geschlechterkonstruktion“ promoviert. 1997 bis 2006 hatte sie eine Assistenzprofessur am Institut für Kunst und Kunsttheorie der Universität Köln inne. Von 2002 bis 2007 war sie Mitglied des bildwissenschaftlichen Kollegs „Bild, Körper, Medium“ an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe. Im Department für Visuelle Kunst der Goldsmiths-Universität London forschte sie von 2003 bis 2004.
Ihre wissenschaftliche Arbeit wurde mit der Maria-Goeppert-Mayer-Gastprofessur an der Universität Vechta (2004) und mit dem Lise-Meitner-Habilitationsstipendium des Landes Nordrhein-Westfalen (2005) gefördert.
Zum Oktober 2006 wurde sie als Professorin für das künstlerische Lehramt/Textiles Gestalten an die Akademie der bildenden Künste in Wien berufen. Sie stand von 2017 bis 2021 dem Austrian Center for Fashion Research (ACfFR) vor und war von 2018 bis 2022 beteiligte Forscherin und Mitglied im DFG-Netzwerk „Verflochtene Geschichten von Kunst und Migration: Formen, Sichtbarkeiten, Akteure“.
Aktuell leitet sie seit 2023 das Forschungsprojekt „Fashion and the Far Right: The New Complexity in Style“, welches bis 2027 vom österreichischen Forschungsfonds gefördert wird.
Forschungsschwerpunkte Gaugele beleuchtet in ihren Forschungen die Kernthemen Mode und Styles unter dm Blickwinkel auf Ästhetik, Ethik, globale und soziale Gerechtigkeit sowie Politik. Sie untersucht den Paradigmenwechsel in der Mode und interessiert sich wissenschaftlich für neue Zusammenschlüsse von Mode, Ökonomie und Politik. Sie analysiert, welche neuen Produktionsfelder sozialer und globaler Unterschiede dabei entstehen und ob dabei neo-koloniale oder auch neo-feudale Repräsentationsmodelle wirksam sind.
Darüber hinaus erforscht Gaugele verflochtene Geschichten von Kunst, Design und Migration, insbesondere zu Flucht und (erzwungener) Migration in Mode, Kultur und Designtheorie. Sie veröffentlichte Aufsätze über die postmigrantische Situation in Mode, Kultur und Modetheorie.
In weiteren Studien widmet sie sich der Schnittstelle von Design, Kunst, Politik und globalem Kapitalismus. Dabei beobachtet sie Mode als ästhetische Metapolitik und untersucht Perspektiven zwischen ethischer Mode, Design und Nachhaltigkeit als Strategien der globalen Governance.
Mitgliedschaften Elke Gaugele ist im Ulmer Verein – Verband für Kunst- und Kulturwissenschaften e.V. Mitglied der AG Kunst und Kunstproduktion im Zeichen globaler Migration.
Veröffentlichungen (Auswahl) Bücher und Schriften (Auswahl) Schurz und Schürze: Kleidung als Medium der Geschlechterkonstruktion. Dissertation. Böhlau, Köln 2002, ISBN 3-412-04902-6. Elke Gaugele and Kristina Reiss (Hrsg.): Jugend, Mode und Geschlecht. Die Inszenierung des Körpers in der Konsumkultur. Campus, Frankfurt am Main 2003, ISBN 978-3-593-37255-6. Vom Stil der Oberfläche. Historische Flächenrelationen der Alltags-, Konsum- und Popkulturen. In: Österreichische Zeitschrift für Volkskunde 116: S. 77 – 95. Fashion-Scans. Körperformate und Bildgeschichte im digitalen Spiegelstadium. In: Martin Schulz/, Birgit Mersmann (Hrsg.): Kulturen des Bildes. Fink, Paderborn 2006, ISBN 978-3-7705-4320-5, S. 375–383. Elke Gaugele, Petra Eisele (Hrsg.): Technonaturen. Design & Styles. Schriften der Akademie der Bildenden Künste Wien; Bd. 8. Schlebrügge, Wien 2008, ISBN 978-3-85160-124-4. Elke Gaugele, Monica Titton: Fashion and Postcolonial Critique. Sternberg Press, Berlin/New York 2019, ISBN 978-3-95679-465-0. Elke Gaugele, Sarah Held (Hrsg.): Rechte Angriffe - toxische Effekte. Umformierungen extrem Rechter in Mode, Feminismus und Popkultur. Transcript, Bielefeld 2021, ISBN 978-3-8394-5260-8. Elke Gaugele, Monica Titton (Hrsg.): Fashion Knowledge: Theories, Methods, Practices and Politics. Intellect Books, Bristol 2024, ISBN 978-1-7893-8768-1. Fashion und Faschismus. Zur Ästhetik neurechter Gewalt. Springer Nature, Berlin 2026, ISBN 978-3-662-70659-6.
Ausstellungsbeiträge (Auswahl) Ästhetisch, Elastisch, Aerodynamisch. Bewegungsstrukturen in der Geschichte der Frauensportbekleidung. in: Kölner Forum Frau und Hochschule 1/98. Eine bewegte Liaison. Die Vereinigung Düsseldorfer Künstlerinnen und Kunstfreundinnen 1911–1945. Katalog zur Jubiläumsausstellung der 90-jährigen Geschichte des Vereins Düsseldorfer Künstlerinnen. Hrsg. Verein Düsseldorfer Künstlerinnen, Düsseldorf, 2001, S. 5–33. Elke Gaugele, Alexandra Kürtz: KulturKerle&KissenKunst. Ausstellung im Rheinischen Industriemuseum Ratingen, 2002. Elke Gaugele: I have to have it. Interventionen in die Konsumkultur. 2003. Elke Gaugele, Khadisha Caroll, Lisbeth Freiss, Ruby Sircar, Sabina Muriale: Vienna Zocalo. Textile Art as (post)colonial Strategy. Akademie der bildenden Künste Wien, 2012. Elke Gaugele, Monica Titton: The hidden Fashion Libray. Alte Post Wien, 2017.
Weblinks
Veröffentlichungen von Elke Gaugele im Katalog der Österreichischen Nationalbibliothek Profil von Elke Gaugele auf modetheorie.de Kurzbiografie und Rezensionen zu Werken von Elke Gaugele auf Perlentaucher
Einzelnachweise
Kategorie:Kulturwissenschaftler Kategorie:Designtheoretiker Kategorie:Hochschullehrer (Akademie der bildenden Künste Wien) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1964 Kategorie:Frau