mini|Ansicht der Hellerschänke mini|Balthasar Permoser
Die ehemalige Hellerschänke war auch bekannt als Gasthof zum Heller oder Gasthaus zum letzten Heller und befand sich im Norden Dresdens. Sie war ein beliebtes Ausflugslokal. Die Adresse lautete Radeburger Str. 22. Sie lag in direkter westlicher Nachbarschaft zum Hellergut, das auf dem Augustusweg stand.
Geschichte mini|Der Eingang zum Weinkeller der Hellerschänke am neuen Standort Die früheste Erwähnung als "Hellerschänke" geht auf das Jahr 1716 zurück. Sie zählte zu den ältesten Gasthäusern im Dresdner Umland. Mit ihr ist die Sage vom letzten Heller verbunden.Otto Koepert, Oskar Pusch (Hrsg.): Die Dresdner Heide und ihre Umgebung. Verl. C. Heinrich, Dresden , S. 231. Den Namen "Zum letzte Heller" soll der Gasthof nach einem wandernden Handwerksburschen erhalten haben. Dieser fand auf der Walz in Dresden keine Arbeit und musste daher weiterziehen. Sein Weg führte über eine Landstraße am Heller vorbei. Da er von der Schlange mit der goldenen Krone am Olterteich gehört hatte, lauerte er ihr auf und hatte Glück. Seinen letzten Heller legte er auf eine Decke in eine Lichtung. Die Schlange nahm einen Ruheplatz auf der Decke und legte die Krone ab. Als die Sonne sich weiter bewegte, folgte die Schlange immer weiter dem Licht. Der Handwerksbursche kam aus seinem Versteck und nahm die Decke samt Krone schnell an sich. Nun konnte er nach Dresden zurückkehren, verkaufte die mit Edelsteinen besetzte Krone an einen Goldschmied gegen viel Geld. Davon baute er ein Gasthaus an jener Stelle der Landstraße, wo der Schlange ihre Krone verloren hatte. Zur Erinnerung nannte er das Gasthaus "Zum letzten Heller".Hanns Franke: Ein Strauss “Heidekraut”. Sagen und Geschichten aus der Dresdner Heide. C. C. Meinhold, & Söhne, Dresden , S. 14–15.
Gegen Mitte des 17. Jahrhunderts erteilte Kurfürst Georg III das Schankrecht und ein "Gasthof zum Grünen Baum" wurde eröffnet. Die Besitzer wechselten häufig. Eine andere Legende besagt zum Schankhaus, dass durch den August den Starken der Namen geprägt wurde, als er bei einem Besuch inkognito dort einkehrte. Auch nach der Reblauskatastrophe, die den Weinanbau zunichtemachte, blieb das Gasthaus erhalten und wurde bis in die 1950er bewirtschaftet. Markant war ein eckiger Turm mit Wetterfahne. Es besaß auch einen großen Biergarten an der Ostseite, wo auch der Weinkeller lag.
Heutiger Zustand Ab 1956 wurde der Gasthof nicht mehr bewirtschaftet und verfiel zusehends. 1969 wurde er teilweise abgerissen. Die Auffahrt der Autobahn A4 durchschneidet das Gelände. Einzig einige Weinterrassen und das Portal des Weinkellers (vermutlich ein Werk Permosers) blieben erhalten. Es befindet sich heute an der Rückseite der Sekundogenitur an der Brühlschen Terrasse.
Künstlerische Dokumente
Balthasar Permoser wird das Portal zugeschrieben, das sich am Weinkeller der Hellerschänke befand. Der Maler Otto Altenkirch verewigte die Hellerschänke auf einigen Gemälden in alla prima Technik und erschuf somit einzigartige Zeitdokumente der verlorenenen Stätte. Zeichnungen und Fotografien auf Postkarten.
Einzelnachweise
Kategorie:Bauwerk in Dresden