Hermanus Philippus van der Schijff (* 18. August 1921 auf der Farm Sterkstroom in Ventersdorp, Transvaal, Südafrikanische Union; † 27. Juni 1997 in Pretoria) war ein südafrikanischer Botaniker und Hochschullehrer. Er arbeitete vor allem auf den Gebieten der Ökologie, Biogeographie und Pflanzenmorphologie und war an der Entwicklung der Pflanzenökologie an der Universität Pretoria beteiligt. Von 1951 bis 1955 war er als Pflanzenökologe im Kruger-Nationalpark tätig, wo er das Herbarium in Skukuza aufbaute und ökologische Untersuchungen der Vegetation des Parks durchführte.

Leben Hermanus Philippus van der Schijff besuchte die Sterkstroom West Primary School und anschließend die Ventersdorp Secondary School, an der er 1941 die Abschlussprüfung ablegte. Danach studierte er an der Potchefstroom University for Christian Higher Education. 1944 erwarb er einen Bachelor of Science mit Botanik und Chemie als Hauptfächern. 1945 erhielt er am Potchefstroom Teachers’ College das Transvaal Lehrerdiplom. Von 1946 bis 1950 war er zeitweise als Lehrer tätig und setzte gleichzeitig sein postgraduales Studium fort. 1949 erwarb er an der Potchefstroom University for Christian Higher Education einen Master of Science in Botanik.

Von Juni 1951 bis März 1955 war van der Schijff als Pflanzenökologe im Kruger-Nationalpark angestellt. In dieser Zeit führte er eine ökologische Untersuchung der Vegetation des Parks durch und baute das Herbarium in Skukuza auf. Er sammelte dort mehr als 4300 Herbarbelege, darunter zahlreiche Belege von Pflanzen, die erstmals für Südafrika nachgewiesen wurden, sowie mehrere neue Arten. Zudem legte er in den wichtigsten Lebensraumtypen experimentelle Brandflächen an, die weiterhin überwacht wurden, und schuf damit eine Grundlage für die Brandpolitik des Parks.

1958 wurde er mit der Dissertation ’n Ekologiese studie van die flora van die Nasionale Krugerwildtuin zum D.Sc. in Botanik mit Auszeichnung promoviert.

Nach seinem Ausscheiden aus dem Parks Board nahm van der Schijff im März 1955 eine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Weidewissenschaft an der Landwirtschaftlichen Fakultät der Universität Pretoria an. 1956 wurde er dort Dozent und später Senior Lecturer für Botanik. 1964 wurde er zum Leiter der Abteilung für Allgemeine Botanik ernannt und übernahm den Louis-Botha-Lehrstuhl. Unter seiner Mitwirkung wurde die Pflanzenökologie zu einem bedeutenden Fachgebiet der Abteilung und entwickelte sich zu einer der anerkannten Ökologiegruppen Südafrikas.

1968 war van der Schijff Mitbegründer der South African Association of Botanists.

1972 wurde er Dekan der Fakultät für Naturwissenschaften und 1973 Mitglied des Universitätsvorstands. Von 1982 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand am 31. Dezember 1986 war er Vize-Rektor für Naturwissenschaften an der Universität Pretoria. Daneben war er Mitglied des Universitätsrats, des Exekutivkomitees des Senats sowie verschiedener Ausschüsse, Büros und Räte der Universität.

Während seiner gesamten Universitätslaufbahn blieb van der Schijff in der Sammlung von Herbarbelegen aktiv. Insgesamt sammelte er mehr als 8000 Belege, insbesondere am Mariepskop, in der damaligen Nordprovinz und in Namaqualand.

Forschung und wissenschaftliche Tätigkeit Van der Schijffs wissenschaftliche Arbeit konzentrierte sich auf Ökologie, Biogeographie und Pflanzenmorphologie. Als Hochschullehrer und Forscher war er Autor oder Mitautor von mehr als 80 wissenschaftlichen Arbeiten sowie von Lehrbüchern zur Allgemeinen Botanik und Anleitungen für praktische Botaniklehrveranstaltungen auf Universitätsebene. Außerdem war er Mitautor und an der Planung mehrerer Biologielehrbücher für weiterführende Schulen beteiligt.

1965 führte er mit Unterstützung des CSIR als Mercer-Forschungsstipendiat postdoktorale Forschungen am Arnold-Arboretum der Harvard University durch. Auf der Hin- und Rückreise arbeitete er in botanischen Instituten in England, Frankreich, den Niederlanden, Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie Puerto Rico. 1969 besuchte er erneut mehrere ausländische Universitäten und untersuchte in den Vereinigten Staaten Methoden des Biologieunterrichts an Schulen sowie den Übergang von der Schule zur Universität. Während dieses Aufenthalts nahm er am Internationalen Botanischen Kongress in Seattle teil und hielt dort einen Vortrag. Zudem nahm er auf Einladung an den Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen des Arnold-Arboretums teil. 1974 war er Teilnehmer am VIII. Kongress der Association for the Taxonomic Study of the Flora of Tropical Africa (AETFAT) in Genf.

1980 besuchte van der Schijff mit finanzieller Unterstützung der mit dem CSIR assoziierten Universitäten botanische Institute in den Vereinigten Staaten und Europa. 1985 nahm er erneut am AETFAT-Kongress teil, der in St. Louis stattfand.

Zu seinen wissenschaftlichen Funktionen gehörten unter anderem der Vorsitz des Joint Council for Natural Scientific Societies von 1970 bis 1971, der South African Association of Botanists von 1971 bis 1972 und der South African Biological Society im Jahr 1971. Zudem war er unter anderem stellvertretender Kuratoriumsvorsitzender des Transvaal Museums, Mitglied des Exekutivkomitees des Transvaal Board for Nature Conservation, Ehrenpräsident der South African Aloe and Succulent Society sowie Mitglied des Botanischen Beirats des Department of Agricultural and Technical Services.

Bildungswesen Van der Schijff war auch im südafrikanischen Bildungswesen tätig. Im Joint Matriculation Board war er Vorsitzender des Ausschusses für Biowissenschaften und Mitglied des Ausschusses für den Biologielehrplan. Zudem gehörte er den Prüfungsausschüssen des Ministeriums für Bildung und Entwicklung und des Transvaal Department of Education an. Er war Prüfer für Biologie und Botanik beim Joint Matriculation Board sowie für Biologie beim Transvaal Department of Education. 1979/1980 war er Vorsitzender des Joint Matriculation Board und wurde für Aufsichtsausschüsse zu Lehrplanexperimenten und zur Lehrplanentwicklung in Transvaal und der Kapprovinz nominiert.

Van der Schijff war gemeinsam mit anderen an der Einrichtung des postgradualen Studiengangs Wildlife Management an der Universität Pretoria beteiligt. Unter seiner Betreuung schlossen 27 Masterstudenten und 16 Doktoranden ihr Studium ab.

Öffentliches Wirken Van der Schijff veröffentlichte Beiträge in der afrikaansen Zeitung Die Beeld und trat in Radio- und Fernsehsendungen zu Fragen des Umweltschutzes und Umweltmanagements auf. Zudem hielt er Vorträge zu Naturschutz- und Umweltthemen und war bis zu seinem Tod mit dem Umweltmanagement der Liegenschaften des Rüstungsunternehmens Krygkor sowie mit dem Lesotho Highlands Water Project befasst.

Für seine wissenschaftlichen Leistungen erhielt er mehrere Auszeichnungen. Dazu gehörten die Senior Captain Scott Medal der South African Biological Society, der Havenga-Preis für Biologie der South African Academy for Sciences and Art, Ehrendoktorwürden der Potchefstroom University for Christian Higher Education und der Universität Pretoria, eine Medaille und Ehrenauszeichnung der South Africa Federation of Science and Mathematical Teachers, eine Medaille des Joint Matriculation Board, die Silbermedaille des Order of Meritorious Service des Staatspräsidenten sowie die Medal of Merit for Environmental Management der Krygkor Group.

Die Gartenanlagen rund um die Gebäude der Botanischen Abteilung der Universität Pretoria wurden nach van der Schijff benannt.

Sport und Familie In seiner Jugend war van der Schijff im Rugby aktiv. Er war Kapitän der ersten Rugby-Mannschaft der Ventersdorp Secondary School sowie der ersten Rugby-Mannschaft und des Rugbyvereins des Potchefstroom Teachers’ College. Zudem spielte er für Western Transvaal. Später war er Rugbytrainer der U19-Mannschaft der Universität Pretoria und Auswahltrainer für Northern Transvaal.

Van der Schijff war mit Joy van Niekerk aus Senekal in der ehemaligen Provinz Oranje-Freistaat verheiratet. Das Paar hatte drei Söhne und drei Töchter.

Literatur Hugh F. Glen, Gerrit Germishuizen (Hrsg.): Botanical exploration of southern Africa. 2. Aufl., Strelitzia 26, South African National Biodiversity Institute, Pretoria 2010, ISBN 978-1-919976-54-9, S. 432–433. (auf biodiversitylibrary.org)

Weblinks JSTOR Global Plants: Van der Schijff, Hermanus (Manie) Philippus (1921–)

Einzelnachweise

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