Jill Gomez (* 21. September 1942 in New Amsterdam, Britisch-Guyana als Barbara Jill Gomez, ab 2010 Jill Carnegy, Countess of Northesk; † 11. August 2026Jill Gomez, soprano who went ‘topless for Tippett’ and played the scandalous Duchess of Argyll. Nachruf. In: The Telegraph vom 14. August 2026. Abgerufen am 18. August 2026NORTHESK, Rt Hon the Countess of ((Barbara) Jill nee GOMEZ) (1942-2026). Todesmeldung. Abgerufen am 18. August 2026) war eine trinidadisch-britische Opernsängerin (Sopran).

Leben Familie und Ausbildung Jill Gomez wurde als ältere Tochter von Albert Clyde Gomez, einem hispano-trinidadischen Lebensmitteltechniker und späteren Geschäftsmann, und dessen Ehefrau Denise Price Gomez, geborene Denham, einer bekannten Schauspielerin und Radiosprecherin, geboren. Sie wuchs mit ihrer jüngeren Schwester Wendy in Port of Spain, Trinidad and Tobago, auf. Ihr Vater wurde später Geschäftsführer und stellvertretender Vorsitzender des trinidadischen Spirituosenherstellers House of Angostura.

Ihre ersten Schuljahre verbrachte sie an der St Joseph’s Convent School in Port of Spain.Jill Gomez. Biografie. Offizielle Internetpräsenz der Royal Albert Hall. Abgerufen am 18. August 2026 1955 kam Gomez im Alter von 13 Jahren nach Großbritannien, wo sie St Maur’s Convent, eine Nonnenschule, in Weybridge besuchte. Sie studierte Gesang und Klavier an der Royal Academy of Music und an der Guildhall School of Music sowie privat bei dem aus Deutschland stammenden, 1933 vor den Nationalsozialisten geflohenen jüdischen Bariton Walther Gruner (1905–1980) in London.Jill GOMEZ wird 75. Online Merker, Ausgabe September 2017. Abgerufen am 18. August 2026.Francisco Salazar: Obituary: Soprano Jill Gomez Dies at 83. Nachruf. OperaWire vom 14. August 2026. Abgerufen am 18. August 2026.

Karriere Jill Gomez sang von 1966 bis 1968 im Chor des Glyndebourne Festival. 1967 debütierte sie als Solistin bei der Cambridge University Opera als Meermädchen in Oberon. Ab 1968 gastierte sie bei der Opera Scotland, an der sie bis 1983 unter anderem die Pamina in Die Zauberflöte, die Fiordiligi in Così fan tutte, die Gräfin in Le nozze di Figaro, die Ann Trulove in The Rake’s Progress und die Leila in Les pêcheurs de perles sang. 1968 gab sie bei der Glyndebourne Touring Opera als Adina in L’elisir d’amore ihr professionelles Operndebüt. 1969 alternierte sie beim Glyndbourne Festival mit Ileana Cotrubaș als Mélisande in Pelléas et Mélisande. 1970 sang sie dort die Titelrolle in La Calisto, 1975 die Ann Trulove und 1984 die Helena in A Midsummer Night’s Dream von Benjamin Britten.

Im Dezember 1970 debütierte sie an der Covent Garden Opera in London mit der Rolle der Flora in der Uraufführung der Oper The Knot Garden von Michael Tippett unter der musikalischen Leitung von Sir Colin Davis.The Knot Garden. Besetzung vom 2. Dezember 1970. Vorstellungsarchiv des Royal Opera House. Abgerufen am 18. August 2026. Ihre Auftritte erregten seinerzeit große Aufmerksamkeit, da ihr in der Inszenieung von Sir Peter Hall in einer versuchten Vergewaltigungsszene von ihrem Bühnenpartner ihr Bikini-Oberteil heruntergerissen werden musste und sie anschließend mit entblößtem Oberkörper ihre Szene weitersang. 1974 trat sie am Royal Opera House als Tytania in A Midsummer Night’s Dream und 1976 als Lauretta in Gianni Schicchi.A Midsummer Night’s Dream. Besetzung vom 2. Januar 1974. Vorstellungsarchiv des Royal Opera House. Abgerufen am 18. August 2026.Gianni Schicchi. Besetzung vom 15. April 1976. Vorstellungsarchiv des Royal Opera House. Abgerufen am 18. August 2026.

1973 übernahm sie beim Aldeburgh Festival, an der Seite von Thomas Allen als Partner, die Rolle der Gräfin in der Uraufführung der Oper The Voice of Ariadne von Thea Musgrave. 1973 trat sie als Gouvernante in der Oper The Turn of the Screw von Benjamin Britten an der Sadler’s Wells Opera auf. 1974 gastierte beim Wexford Festival als Titelheldin in Thaïs von Jules Massenet. An der Kent Opera trat sie 1977 als Tatjana in Eugen Onegin in einer Produktion von Jonathan Miller auf. 1979 gastierte sie mit dem Ensemble der Kent Opera beim Edinburgh Festival als Violetta in La Traviata. 1990 sang sie an der English National Opera die Helena in Brittens A Midsummer Night’s Dream. Im Juli 1995 übernahm sie beim Cheltenham Festival die Rolle der Duchess of Argyll in der Uraufführung der Kammeroper Powder Her Face von Thomas Adès.

Sie hatte außerdem eine bedeutende Karriere als Konzert-, Oratorien- und vor allem als Liedersängerin, wobei sie gerade auf diesem Gebiet ein sehr umfangreiches und interessantes Repertoire beherrschte. 1985 sang sie in Lausanne das Sopran-Solo in dem Oratorium Belshazzar von Georg Friedrich Händel.

Internationale Gastspiele Gomez trat vornehmlich an britischen Opernhäusern und Opernbühnen auf.Jill Gomez (Sopran). Vita. Offizielle Internetpräsenz Hyperion Records. Abgerufen am 18. August 2026. Sie gab jedoch auch zahlreiche internationale Gastspiele. Sie äußerte sich offen über den „internationalen Opernzirkus“ und hatte keine künstlerischen Ambitionen, stets nur an den größten Häusern zu singen; sie zog vielmehr kleinere Spielorte vor, wo sie ausreichend Probenzeit zur Verfügung hatte.

Sie gastierte unter anderem beim Flandern Festival und 1973 mit dem Ensemble des Glyndebourne Festival in Kopenhagen. 1977 war sie Solistin bei der großen Deutschland-Tournee des Chores der Academy of St Martin in the Fields. 1978 sang sie bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen die Donna Elvira in einer deutschsprachigen Aufführung von Don Giovanni.

Sie gab Gastspiele am Opernhaus von Bordeaux (1979 als Fiordiligi), am Opernhaus Zürich (1981 als Cinna in Lucio Silla), am Grand Théâtre de Genève (1981 als Gouvernante in The Turn of the Screw), am Opernhaus Frankfurt (1981 als Cleopatra in Giulio Cesare, 1985 als Donna Anna), an der Opéra de Lyon (1982 als Teresa in Benvenuto Cellini) und in Florenz (1987 in The Fairy Queen).

Privates 2010 heiratete Jill Gomez ihren langjährigen Lebensgefährten Patrick Carnegy, 15. Earl of Northesk, einen Musikproduzenten, Musikkritiker und Autor des Buchs Wagner and the Art of Theatre (2006). Sie trug seither den Adelstitel The Right Honourable the Countess of Northesk in der Peerage of Scotland. Das Paar lebte in einem reetgedeckten Landhaus in Cambridgeshire. Jill Carnegy, Countess of Northesk starb im August 2026 im Alter von 83 Jahren.

Repertoire (Auswahl)

Literatur Karl-Josef Kutsch, Leo Riemens: Großes Sängerlexikon. Band 3: Franc–Kaidanoff. Vierte, erweiterte und aktualisierte Auflage. München 2003, ISBN 3-598-11598-9, S. 1779/1780.

Weblinks

Jill Gomez – Vorstellungen an der Covent Garden Opera Jill Gomez bei der Glyndebourne Festival Opera Jill Gomez bei der Opera Scotland Michael Church: Jill Gomez: You Should Be in Opera. Porträt im Magazin Caribbean Beat (Ausgabe Nr. 7, Herbst 1993). Wolfgang Amadeus Mozart: Ergo interest – „Quaere superna“ – Tondokument mit Jill Gomez (London, 1976)

Einzelnachweise

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