mini|Links: erstes Rathaus (Bürgermeister-Amt) von 1896 mit Blick auf die Friedrichstraße (heute Vinckestraße) um 1910 mini|Links: zweites Rathaus von 1903 mit Blick auf die Wilhelmstraße (heute Marktstraße) um 1910 Das Borbecker Rathaus war Sitz der Verwaltung der 1808 gebildeten Bürgermeisterei Borbeck und befand sich im heutigen Essener Stadtteil Borbeck-Mitte. Das Gebäude aus dem Jahr 1869 sowie ein zweites Gebäude aus dem Jahr 1903 verloren ihre Funktion als Verwaltungssitz 1915, als die Bürgermeisterei zur Stadt Essen eingemeindet wurde. Ersteres wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und zweiteres später niedergelegt.

Geschichte Im Jahr 1808 kam Borbeck unter französischer Herrschaft zum Großherzogtum Berg und bildete dort eine Mairie (Bürgermeisterei) im Departement des Rheins. Nach dem Ende der Franzosenzeit 1815 fiel Borbeck an Preußen und aus der bergischen Mairie Borbeck wurde die preußische Bürgermeisterei Borbeck. 1874 wurden Altendorf, Frohnhausen und Holsterhausen ausgegliedert und zur selbständigen Bürgermeisterei Altendorf. Zuletzt bestand die Bürgermeisterei Borbeck aus den heutigen Stadtteilen des heutigen Essener Stadtbezirks IV Borbeck mit dem Stadtteil Vogelheim. Sie wurde, bis auf Teile Frintrops, die zu Oberhausen kamen, zum 1. April 1915 zur Stadt Essen eingemeindet.

Zunächst gab es im ursprünglichen Bürgermeisteramt, das sich in einem Haus befand, das um das Jahr 1774 nicht für diesen Zweck errichtet wurde, nur einen einzigen Verwaltungsraum und keinen Sitzungssaal. Gemeinderatssitzungen wurden in einer nahen Gaststätte abgehalten. Nachdem sich die Bevölkerungszahl bis Ende der 1860er Jahre durch Einwanderung von Arbeitskräften zur Zeit der Industrialisierung vervielfachte, war eine Erweiterung notwendig geworden.

Dieser umfassende Erweiterungsbau wurde im Jahr 1869 an der Ecke Wilhelmstraße (seit 1977 Marktstraße) und Friedrichstraße (seit 1915 Vinckestraße) fertig gestellt. Das zweistöckige Haus mit Satteldach im Stil des Spätklassizismus entstand nach Plänen des Essener Stadtbaumeisters und Architekten Heinrich Theodor Freyse. Hier waren das Meldeamt bzw. Einwohneramt, die Ortspolizeibehörde und das Standesamt ansässig, das ab 1874 Eheschließungen im feierlichen Rahmen bot. Im Frühjahr 1908 wurde der Platz vor dem Rathaus mit Rasen und Blumenbeeten neugestaltet. Die gesamte Bürgermeisterei Borbeck zählte zu dieser Zeit rund 65.000 Einwohner.Essener Volkszeitung vom 6. April 1908 Das alte Rathaus wurde im Zweiten Weltkrieg in der Nacht vom 23. auf den 24. Oktober 1944 durch Luftangriffe der Alliierten zerstört. Seit 1953 befindet sich an dessen Stelle das Gebäude des heutigen Amtsgerichts Essen-Borbeck.

Als die Räumlichkeiten des erweiterten, alten Rathauses erneut nicht mehr ausreichten, wurde im Jahr 1903 auf der gegenüberliegenden Seite der Wilhelmstraße (heute Marktstraße) durch die Gemeinde Borbeck ein repräsentatives Rathaus als Borbecker Bürgermeisterei-Verwaltung mit einem neuen Sitzungssaal errichtet. Das anfangs noch freistehende, dreistöckige Gebäude mit Satteldach im Stil des Späthistorismus besaß über dem traufseitig mittig angelegten Portal einen Giebel mit Verzierungen. Es stand auf dem Grundstück, das einst dem Gastwirt Clemens Körntgen gehörte. In diesem Amtsgebäude befanden sich die Steuer- und Amtsverwaltung, das Wohlfahrts- und Jugendamt sowie das Bau- und Liegenschaftsamt. Dieses Haus überstand den Krieg und wurde im Zug der Neugestaltung von Borbeck-Mitte im März 1971 abgerissen. An dessen Stelle steht seit Anfang der 1980er Jahre das heutige Parkhaus.

Weblinks Altes Rathaus, Borbeck.de, abgerufen am 14. August 2026

Einzelnachweise

Borbeck Kategorie:Erbaut 1869 Kategorie:Erbaut 1903 Kategorie:Zerstört im Zweiten Weltkrieg Kategorie:Zerstört in den 1940er Jahren Kategorie:Zerstört in den 1970er Jahren Kategorie:Borbeck-Mitte Kategorie:Klassizistisches Bauwerk in Essen Kategorie:Bauwerk des Historismus in Nordrhein-Westfalen Kategorie:Abgegangenes Bauwerk in Essen