mini|Aldo Valle (2025)

Aldo Salvador Valle Acevedo (* 12. November 1955 in Santiago de Chile) ist ein chilenischer Jurist, Rechtsphilosoph, Hochschullehrer und Politiker. Von 2008 bis 2020 war er Rektor der Universität Valparaíso. 2023 gehörte er dem chilenischen Verfassungsrat an und war dessen Vizepräsident. Von Juli 2025 bis März 2026 war er Minister für Wissenschaft, Technologie, Wissen und Innovation in der Regierung von Gabriel Boric.

Leben

Ausbildung und akademische Laufbahn Valle wurde am 12. November 1955 in Santiago de Chile geboren. Seine Grundschulbildung absolvierte er in Quillota, anschließend besuchte er das Liceo Eduardo de la Barra in Valparaíso.

Er studierte Rechtswissenschaften an der Universität Valparaíso und wurde am 25. April 1983 als Rechtsanwalt zugelassen. 1999 erwarb er an derselben Universität einen Masterabschluss in Wissenschaftsphilosophie mit Schwerpunkt Logik. Später promovierte er an der Autonomen Universität Madrid in Öffentlichem Recht und Rechtsphilosophie.

Valle lehrte an der Universität Valparaíso und an der Universidad Diego Portales. Von 1994 bis 2008 war er stellvertretender Direktor der Revista de Ciencias Sociales der rechts- und sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Valparaíso. Zwischen 1996 und 1998 war er Generalsekretär der Universität.

Von 2007 bis 2008 amtierte Valle als Dekan der juristischen Fakultät. 2008 wurde er zum Rektor der Universität Valparaíso gewählt. Nach Wiederwahlen 2012 und 2016 leitete er die Universität während drei aufeinanderfolgender Amtszeiten bis 2020.

Während seiner Zeit als Rektor übernahm Valle auch Funktionen in übergeordneten Hochschulorganisationen. 2012 wurde er zum Präsidenten des Konsortiums der staatlichen Universitäten Chiles (Consorcio de Universidades del Estado de Chile, CUECh) gewählt. Ab 2015 war er zudem Vizepräsident des Rates der chilenischen Universitätsrektoren (Consejo de Rectores de las Universidades Chilenas, CRUCh).

Öffentliche und politische Tätigkeit Neben seiner akademischen Laufbahn war Valle in verschiedenen öffentlichen Funktionen tätig. Er leitete die Rechtsabteilung des chilenischen Unterstaatssekretariats für Fischerei und gehörte in den 1990er Jahren mehreren chilenischen Delegationen bei internationalen Konferenzen zu Fischerei- und Meeresfragen an.

Politisch gehörte Valle zeitweise der Sozialistischen Partei Chiles (PS) und dem Partido por la Democracia (PPD) an. Später trat er als parteiloser Kandidat bei mehreren Wahlen an.

2020 gewann Valle die Vorwahl des Mitte-links-Bündnisses Unidad Constituyente für die Gouverneurswahl in der Región de Valparaíso. Bei der Regionalwahl 2021 kandidierte er für das Amt des Regionalgouverneurs, erreichte jedoch nicht die Stichwahl.

Verfassungsrat Bei der Wahl zum Verfassungsrat in Chile 2023 kandidierte Valle als Parteiloser auf einem Listenplatz der Sozialistischen Partei im Bündnis Unidad para Chile in der Región de Valparaíso. Mit 68.564 Stimmen beziehungsweise 6,37 Prozent wurde er in den Verfassungsrat gewählt.

Bei der konstituierenden Sitzung des Rates am 7. Juni 2023 wurde Valle zu dessen Vizepräsidenten gewählt. Gemeinsam mit der Präsidentin Beatriz Hevia leitete er damit das Präsidium des Verfassungsrates während des zweiten chilenischen Verfassungsprozesses.

Sein Mandat endete mit Abschluss der Tätigkeit des Verfassungsrates im November 2023.

Regierung Boric Am 22. Juli 2025 gab die Regierung von Präsident Gabriel Boric die Ernennung Valles zum Minister für Wissenschaft, Technologie, Wissen und Innovation bekannt. Er folgte Aisén Etcheverry nach, die in den Präsidentenstab wechselte.

Valle trat das Ministeramt am 25. Juli 2025 an.

Zu Beginn seiner Amtszeit gehörte die Entwicklung einer nationalen Biotechnologiestrategie zu den Vorhaben des Ministeriums. Am Tag seines Amtsantritts wurde eine aus 15 Empfehlungen bestehende Roadmap zur Förderung der Biotechnologie vorgestellt, die als Grundlage für die weitere staatliche Strategie dienen sollte.

Valle leitete das Ministerium während der letzten acht Monate der Amtszeit Borics. Seine Amtszeit endete mit dem Regierungswechsel im März 2026.

Nach seinem Ausscheiden aus der Regierung kehrte Valle an die Universität Valparaíso zurück, wo er weiterhin der juristischen Fakultät angehörte.

Einzelnachweise

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