mini|hochkant|Edith Bonnesen Edith Bonnesen (* 28. September 1911; † 20. Februar 1992) war eine dänische Widerstandskämpferin gegen die deutsche Besatzung Dänemarks im Zweiten Weltkrieg. Sie arbeitete für De frie Danske und die Funkorganisation der britischen Special Operations Executive (SOE) und entkam 1944 aus dem Kopenhagener Gestapo-Hauptquartier Shellhuset.
Leben Bonnesen wuchs in Hellerup auf, legte 1928 die Realschulprüfung ab und wurde zur Büroangestellten ausgebildet. Von 1930 bis 1935 arbeitete sie bei der Versicherungsgesellschaft London; 1935 heiratete sie Poul Winther Bonnesen, die Ehe wurde 1940 geschieden, anschließend trat sie in das Verkehrsministerium ein. Nach dem Krieg arbeitete sie ab 1946 für Fiedlers Kattuntryk und von 1954 bis zu ihrem Ruhestand 1975 im dänischen Verteidigungsstab.
Wirken In den Jahren 1935 und 1936 half Bonnesen mit ihrem Mann einem jungen deutsch-jüdischen Paar nach Dänemark; 1937 erlebte sie bei einem Berlin-Aufenthalt die nationalsozialistische Judenverfolgung aus eigener Anschauung. Ab 1940 gab sie aus ihrer Tätigkeit im Verkehrsministerium Informationen über deutsche Aktivitäten und Transporte weiter. Anfang 1942 schloss sie sich De frie Danske an, lieferte Material für das gleichnamige illegale Blatt, beschaffte Lebensmittelkarten und falsche Ausweise und unterstützte Familien Inhaftierter. Im Herbst 1942 wurde sie dreimal festgenommen, jedoch wieder freigelassen und im Februar 1943 vom Kopenhagener Stadtgericht freigesprochen. Nach dem 29. August 1943 ging sie unter dem Decknamen „Lotte“ in den Untergrund und arbeitete als Sekretärin von L. A. Duus Hansen in der SOE-Funksektion, wo sie Telegramme ver- und entschlüsselte und Funker organisierte. Am 14. August 1944 wurde sie in einem illegalen Postbüro festgenommen und ins Shellhuset gebracht, konnte aber einen unbeaufsichtigten Moment nutzen und das Gestapo-Hauptquartier verlassen. Weil Widerstandskreise ihre Flucht zunächst für verdächtig hielten, wurde sie von eigenen Leuten festgesetzt; nach Klärung des Irrtums gelangte sie nach Schweden. Am US-Konsulat in Helsingborg betreute sie verdeckt Funkverbindungen nach London und fungierte zeitweise als Konsulin; nach der Befreiung arbeitete sie bis Herbst 1945 für die Special Forces Mission. Für ihren Einsatz erhielt Bonnesen die britische King’s Medal for Courage in the Cause of Freedom. Das Frihedsmuseet zeigt eine Kapsel, mit der sie auf einer Fahrt von Malmö nach Kopenhagen illegalen Mikrofilm am Körper verborgen transportierte.
Einzelnachweise
Kategorie:Person (dänischer Widerstand 1940–1945) Kategorie:Weibliches Mitglied der Special Operations Executive Kategorie:Däne Kategorie:Geboren 1911 Kategorie:Gestorben 1992 Kategorie:Frau