mini|Julieta Brodsky (2022)

Julieta Brodsky Hernández (* 10. Oktober 1983 in Santiago de Chile) ist eine chilenische Anthropologin, Kulturwissenschaftlerin und Politikerin. Von März 2022 bis März 2023 war sie Ministerin für Kulturen, Künste und Kulturerbe in der Regierung von Gabriel Boric. Zuvor war sie insbesondere als Forscherin im Bereich der Kulturpolitik tätig.

Leben

Ausbildung Brodsky studierte Sozial- und Kulturanthropologie an der Universität Granada in Spanien. Anschließend absolvierte sie ein Masterstudium in Stadtanthropologie an der Universidad Academia de Humanismo Cristiano in Chile.

Darüber hinaus absolvierte sie an der Universität Buenos Aires ein Diplomstudium zur Förderung und zum Management kultureller Rechte.

Berufliche Laufbahn Brodsky spezialisierte sich beruflich auf Kulturpolitik, kulturelle Rechte und die Arbeitsbedingungen von Kulturschaffenden. Ab 2011 war sie Forschungsdirektorin des chilenischen Observatoriums für Kulturpolitik (Observatorio de Políticas Culturales, OPC).

In dieser Funktion war sie mehr als zehn Jahre lang in der kulturpolitischen Forschung tätig. Darüber hinaus koordinierte sie beim Projekt Trama: Red de Trabajadores de la Cultura den Bereich Rechte und Verbandswesen.

Brodsky war an mehreren Untersuchungen über die wirtschaftliche und soziale Situation des chilenischen Kultursektors beteiligt. Zu ihren Forschungsgebieten gehörten insbesondere die Arbeitsbedingungen von Kulturschaffenden, die lokale Kulturentwicklung, Kulturpolitik und die Kreativwirtschaft.

Sie war unter anderem an den Studien El escenario del trabajador cultural en Chile, El papel de las políticas públicas en las condiciones laborales de los músicos chilenos und ¿Cómo se sustenta el Teatro en Chile? beteiligt.

Daneben war Brodsky Mitglied der Asociación Cultural Tramados.

Politische Laufbahn Brodsky gehörte der Partei Convergencia Social (CS) an und war dort im Kulturbereich der Partei tätig.

Am 21. Januar 2022 stellte der gewählte Präsident Gabriel Boric Brodsky als künftige Ministerin für Kulturen, Künste und Kulturerbe vor. Im Februar und März 2022 nahm sie gemeinsam mit der bisherigen Ministerin Consuelo Valdés an der Übergabe des Ministeriums teil.

Regierung Boric Mit dem Amtsantritt Borics am 11. März 2022 übernahm Brodsky das Ministerium für Kulturen, Künste und Kulturerbe und folgte Consuelo Valdés nach.

Zu den während ihrer Amtszeit bearbeiteten Vorhaben gehörten eine Agenda für menschenwürdige Arbeitsbedingungen im Kultursektor (Agenda de Trabajo Cultural Decente), die Weiterentwicklung des Programms Puntos de Cultura Comunitaria und Vorarbeiten zur Modernisierung des chilenischen Denkmalrates (Consejo de Monumentos Nacionales).

Die Regierung kündigte während ihrer Amtszeit außerdem die schrittweise Erhöhung des Kulturhaushalts auf ein Prozent des Staatshaushalts sowie die Entwicklung eines Statuts für Kulturschaffende und eines nationalen Systems zur Kulturfinanzierung an.

Brodskys Amtszeit war zugleich von Auseinandersetzungen mit Beschäftigten und Interessenvertretungen des Kultur- und Denkmalsektors begleitet. Kritik gab es unter anderem an ihren Äußerungen zum Urheberrecht, am Stand verschiedener kulturpolitischer Vorhaben und am Umgang mit Arbeitskonflikten im Bereich des Kulturerbes.

Im Rahmen der Kabinettsumbildung vom 10. März 2023 schied Brodsky aus dem Ministerium aus. Ihr Nachfolger wurde der Medienmanager Jaime de Aguirre.

Einzelnachweise

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