mini|Jaime de Aguirre (2023) Jaime Augusto de Aguirre Höffa (* 2. Februar 1952 in Concepción) ist ein chilenischer Musiker, Komponist, Musikproduzent und Medienmanager. Er war unter anderem Programmdirektor und Geschäftsführer von Televisión Nacional de Chile (TVN), Geschäftsführer von Chilevisión sowie Programmdirektor von Canal 13. Von März bis August 2023 war er Minister für Kulturen, Künste und Kulturerbe in der Regierung von Gabriel Boric.

Leben Ausbildung und musikalische Tätigkeit De Aguirre wurde am 2. Februar 1952 in Concepción geboren. 1973 begann er ein Studium der Rechtswissenschaften an der Universität von Chile, das er nicht abschloss. Später absolvierte er an der University of Surrey im Vereinigten Königreich eine Ausbildung im Bereich Tontechnik.

1977 war de Aguirre an der Gründung des Produktionsunternehmens Filmocentro beteiligt, das in den Bereichen Film- und Fernsehproduktion sowie Tontechnik tätig war.

Parallel dazu arbeitete er als Musiker, Komponist und Musikproduzent. Als Instrumentalist spielte er unter anderem Bass und Kontrabass in Jazzformationen. Zudem komponierte und produzierte er Musik für Werbung, Film und Fernsehen.

Bekannt wurde de Aguirre unter anderem durch seine Beteiligung an der Musik für die Kampagne der Opposition beim Plebiszit in Chile 1988. Er komponierte die Musik des Kampagnenliedes Chile, la alegría ya viene. Darüber hinaus komponierte er Musik für chilenische Filme wie Imagen latente, Caluga o menta, La frontera und Archipiélago.

Tätigkeit im Fernsehen 1991 wurde de Aguirre Programmdirektor des staatlichen Fernsehsenders Televisión Nacional de Chile (TVN). Diese Funktion übte er bis 2002 aus. Während dieser Zeit war er an der programmlichen Neuausrichtung des Senders nach der Rückkehr Chiles zur Demokratie beteiligt.

2002 wechselte er zu Chilevisión und übernahm dort die Geschäftsführung. Unter seiner Leitung wurde der Sender organisatorisch und programmlich neu ausgerichtet. De Aguirre blieb bis 2015 Geschäftsführer von Chilevisión.

2016 wurde er Programmdirektor von Canal 13. Noch im selben Jahr kehrte er zu TVN zurück und übernahm dort die Geschäftsführung. Dieses Amt übte er bis Dezember 2018 aus.

Damit gehörte de Aguirre über mehrere Jahrzehnte zu den leitenden Akteuren der chilenischen Fernsehbranche.

Regierung Boric Am 10. März 2023 ernannte Präsident Gabriel Boric de Aguirre im Rahmen einer Kabinettsumbildung zum Minister für Kulturen, Künste und Kulturerbe (Ministro de las Culturas, las Artes y el Patrimonio). Er folgte Julieta Brodsky nach.

De Aguirre war bei seinem Eintritt in die Regierung parteilos.

Während seiner Amtszeit wurden unter anderem die Arbeiten an einem Statut für Kulturschaffende, Maßnahmen zur Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen sowie die Weiterentwicklung der staatlichen Kulturförderung fortgeführt. Die Regierung bekräftigte zudem ihr Ziel, die öffentlichen Ausgaben für Kultur schrittweise auf ein Prozent des Staatshaushalts zu erhöhen.

In seine Amtszeit fiel außerdem die Vorbereitung der staatlichen Aktivitäten zum 50. Jahrestag des Militärputsches vom 11. September 1973.

Im Rahmen einer weiteren Kabinettsumbildung schied de Aguirre am 16. August 2023 aus dem Amt. Seine Nachfolgerin wurde die Schauspielerin Carolina Arredondo. Damit hatte er das Ministerium etwas mehr als fünf Monate geleitet.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Kulturminister (Chile) Kategorie:Politiker (21. Jahrhundert) Kategorie:Fernsehproduzent Kategorie:Medienmanager Kategorie:Musikproduzent Kategorie:Komponist (Chile) Kategorie:Musiker (Chile) Kategorie:Chilene Kategorie:Geboren 1952 Kategorie:Mann