mini|Jaime Gajardo

Jaime Eduardo Gajardo Falcón (* 27. Februar 1981 in Santiago de Chile) ist ein chilenischer Rechtsanwalt, Hochschullehrer und Politiker der Kommunistischen Partei Chiles (PC). Von März 2022 bis Oktober 2024 war er Unterstaatssekretär im Justizministerium. Im Januar 2023 leitete er das Ministerium für Justiz und Menschenrechte vorübergehend kommissarisch. Von Oktober 2024 bis März 2026 amtierte er als Justizminister in der Regierung von Gabriel Boric.

Leben

Familie und Ausbildung Gajardo wurde 1981 als Sohn des Lehrers und Gewerkschafters Jaime Gajardo Orellana geboren, der später Vorsitzender des chilenischen Lehrerverbandes Colegio de Profesores de Chile war.

Seine Schulbildung absolvierte Gajardo am Instituto Nacional General José Miguel Carrera in Santiago de Chile, das er 1998 abschloss. Anschließend studierte er Rechtswissenschaften an der Universität von Chile. 2005 schloss er dort sein Studium der Rechts- und Sozialwissenschaften mit einer Arbeit über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte und die von Chile ratifizierten Freihandelsabkommen ab.

2006 absolvierte Gajardo ein postgraduales Studium im Arbeitsrecht an der Universidad Internacional SEK. 2012 folgte ein Diplomstudium zur Verwaltung öffentlicher Dienstleistungen und Unternehmen an der Universidad Internacional Menéndez Pelayo in Spanien.

Ebenfalls 2012 erwarb er an der Universität von Chile einen Masterabschluss im öffentlichen Recht. Seine Abschlussarbeit beschäftigte sich vergleichend mit der rechtlichen Anerkennung des Multikulturalismus in Chile und Bolivien.

Anschließend setzte Gajardo seine Ausbildung in Spanien fort. Am Centro de Estudios Políticos y Constitucionales absolvierte er 2013 ein Masterstudium im Verfassungsrecht. In seiner Abschlussarbeit verglich er die Rechtsprechung des Interamerikanischen Gerichtshofs für Menschenrechte und des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte zur politischen Repräsentation in multikulturellen Gesellschaften.

Darüber hinaus absolvierte er ein Masterstudium zu Regierungsführung und Menschenrechten. 2018 promovierte er an der Autonomen Universität Madrid in Rechts- und Politikwissenschaften. Seine Dissertation befasste sich mit Multikulturalismus in der Rechtsprechung des Europäischen und des Interamerikanischen Gerichtshofs für Menschenrechte.

Berufliche und akademische Tätigkeit Gajardo arbeitete als Rechtsanwalt sowohl im öffentlichen als auch im privaten Sektor. Dabei vertrat er unter anderem Gewerkschaften und war mit Menschenrechtsfällen befasst.

Parallel dazu war er als Hochschullehrer tätig. Von 2008 bis 2011 lehrte er Verfassungsrecht an der Universidad ARCIS. An der Universität von Chile leitete er von 2015 bis 2016 Lehrveranstaltungen. Von 2017 bis 2022 unterrichtete er indigenes Recht an der Universidad Alberto Hurtado. Seit 2018 lehrte er zudem Verfassungsrecht an der Universidad Diego Portales.

Politische Laufbahn Gajardo ist Mitglied der Kommunistischen Partei Chiles (PC). Im Februar 2022 wurde er vom gewählten Präsidenten Gabriel Boric als künftiger Unterstaatssekretär im Ministerium für Justiz und Menschenrechte vorgestellt. Mit dem Amtsantritt Borics am 11. März 2022 übernahm er das Amt als Nachfolger von Sebastián Valenzuela Agüero.

Nach dem Rücktritt der Justizministerin Marcela Ríos am 7. Januar 2023 übernahm Gajardo kommissarisch die Leitung des Ministeriums für Justiz und Menschenrechte. Er führte das Ministerium bis zum Amtsantritt von Luis Cordero Vega am 11. Januar 2023 und kehrte anschließend in das Amt des Unterstaatssekretärs zurück.

Am 17. Oktober 2024 ernannte Präsident Boric Gajardo zum Minister für Justiz und Menschenrechte, nachdem sein Vorgänger Luis Cordero Vega in das Innenministerium gewechselt war. Gajardo gab dafür sein bisheriges Amt als Unterstaatssekretär auf. Mit seiner Ernennung wurde erstmals seit Sergio Insunza während der Regierung von Salvador Allende im Jahr 1973 wieder ein Mitglied der Kommunistischen Partei chilenischer Justizminister.

Gajardo blieb bis zum Ende der Amtszeit Borics am 11. März 2026 Justizminister. Sein Nachfolger wurde Fernando Rabat.

Weblinks

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Einzelnachweise

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