Heidemarie Woitinek (auch Heidi Lamira Woitinekeasydb.archive; * 27. Juli 1941 in Reichenberg) ist eine deutsche Textilkünstlerin, Malerin und Grafikerin.

Leben und Werk Die Familie Heidemarie Woitineks wurde in der Folge des Zweiten Weltkriegs aus der Tschechoslowakei vertrieben und kam in die Sowjetische Besatzungszone, wo sie ab 1946 in einem Dorf bei Schwerin lebte. Heidemarie absolvierte von 1958 bis 1961 eine Lehre als Gebrauchswerberin und arbeitete von 1962 bis 1965 als Schaufenstergestalterin in Rostock. Dort wurde Jo Jastram auf sie aufmerksam, der ihr Mentor wurde. Mit ihrem langjährigen Partner Johannes Müller war Heidemarie Woitinek mit Otto Niemeyer-Holstein befreundet.

Von 1965 bis 1968 studierte sie an der Fachschule für Werbung und Gestaltung Berlin-Oberschöneweide. In Köpenick nahm sie an Dieter Goltzsches „Zirkel für Porträtzeichnen“ teil.Günter Feist (Hrsg.): Kunstdokumentation SBZ/DDR. 1945–1990. DuMont, Köln, 1996; ISBN 3-7701-3846-5, S. 681

Nach dem Studium arbeitete Heidemarie Woitinek bis 1975 als Textilgestalterin bei der HO Konfektion Berlin. Seitdem ist sie in Berlin-Friedrichshain als Künstlerin freischaffend tätig. Sie betätigt sich als Malerin und Grafikerin. In der DDR war sie aber vor allem Textilkünstlerin. Wie die meisten bildenden Künstler der DDR verkaufte sie ihre Arbeiten über den Staatlichen Kunsthandel, der nach der deutschen Wiedervereinigung liquidiert wurde. Heidemarie Woitinek war ab 1975 Kandidatin und von 1978 bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR.

Von 1990 bis 2005 war sie Mitglied des Berufsverbands Bildender Künstler (BBK) und von 1991 bis 2001 der Offenen Kunstwerkstatt Berlin.

Im In- und Ausland hatte sie eine große Zahl von Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, in der Zeit der DDR unter anderem 1982/1983 an der IX. Kunstausstellung der DDR in Dresden, 1982 und 1984 an der Internationalen Miniaturtextil-Biennale in Szombathely, 1983 in Göttingen an Kunsthandwerk aus der DDR. Textilgestaltung – Holzgestaltung und in Hannover und Tilburg an Minitextilkunst aus der DDR sowie 1985 in Westberlin an Textilkunst aus der DDR.

Nach der Trennung von Johannes Müller war Heidemarie Woitinek langjährige Lebenspartnerin des Malers Manfred Böttcher. 1977 wurde ihre Tochter Nele geboren. 2002 schenkte Heidemarie Woitinek der Berlinischen Galerie ein Gemälde Böttchers.

Rezeption „Ihre Kunst ist geprägt von einer unermüdlichen Neugier und einer tiefen Lust am Leben. Sie hat ein bewegtes Leben geführt, das sie stets dazu angetrieben hat, Neues zu entdecken und ihre Sicht auf die Welt immer wieder neu zu gestalten.“

Jan Gottschalk

Beispiele von Textilcollagen Heidemarie Woitineks

Stillleben mit Fisch (1979; 62 cm × 52,5 cm) Ornament (1979) Nächtliche Zeichen (1982) Verdecktes Dreieck (1982) Japanisches Zeichen (1982) Nächtliche Architektur (1985) Figuren in Strukturen (1985) Figuren in Bewegung (1985) Figuren in der Landschaft (1985) Stadtlandschaft (1985) Dampfer am Fluss (1985) Dunkle Zeichen auf hellem Grund (1985)

Literatur

Woitinek, Heidemarie (Heidi). In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin, 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 1042

Weblinks

Vita – Heidemarie Woitinek Mein Büro | Forum - Das Wochenmagazin

Einzelnachweise

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