mini|Jeanette Vega (2022)

Jeanette del Rosario Vega Morales (* 11. Oktober 1957 in Santiago de Chile) ist eine chilenische Ärztin, Gesundheitspolitikerin und Politikerin. Sie war von 2008 bis 2010 Unterstaatssekretärin für öffentliche Gesundheit in der ersten Regierung von Michelle Bachelet. Von März bis August 2022 amtierte sie als Ministerin für soziale Entwicklung und Familie in der Regierung von Gabriel Boric.

Leben

Familie und Ausbildung Vega wurde als Tochter des Bauingenieurs Pedro Octavio Vega Marín und María Rosa Morales Umaña geboren. Ihre Schulbildung absolvierte sie am Liceo 7 in Santiago de Chile.

Anschließend studierte Vega Medizin an der Universität von Chile und spezialisierte sich auf Familienmedizin. Später absolvierte sie ein postgraduales Studium im Bereich Public Health an der University of Illinois.

Berufliche Laufbahn Nach ihrer weiterführenden Ausbildung arbeitete Vega für die Panamerikanische Gesundheitsorganisation (PAHO) als nationale Beraterin für Epidemiologie und chronische Erkrankungen.

Während der Regierung von Präsident Ricardo Lagos wurde sie 2001 Mitglied des Exekutivsekretariats für die chilenische Gesundheitsreform (Secretaría Ejecutiva de la Reforma de Salud). Sie leitete zudem das chilenische Institut für öffentliche Gesundheit (Instituto de Salud Pública de Chile). Von diesem Amt trat sie am 15. Oktober 2002 zurück.

Von 2003 bis 2007 arbeitete Vega bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf. Dort leitete sie die für gesundheitliche Chancengleichheit, Armut und soziale Determinanten der Gesundheit zuständige Abteilung.

Im Januar 2008 ernannte Präsidentin Michelle Bachelet Vega zur Unterstaatssekretärin für öffentliche Gesundheit (Subsecretaria de Salud Pública). Sie trat das Amt am 14. Januar 2008 als Nachfolgerin von Lidia Amarales an und übte es bis zum 1. März 2010 aus.

Vega gehörte von 1988 bis 2018 dem Partido por la Democracia (PPD) an.

Im März 2018 übernahm sie bei der Red de Salud UC Christus die Leitung des Bereichs für medizinische Innovation und digitale Transformation.

Daneben war Vega weiterhin international im Bereich der öffentlichen Gesundheit tätig. Als externe Beraterin der WHO wirkte sie 2019 an der Arbeit des Global Preparedness Monitoring Board mit, das den Bericht A World at Risk: Annual Report on Global Preparedness for Health Emergencies veröffentlichte. Darin wurde vor dem wachsenden Risiko schwerer grenzüberschreitender Epidemien und vor unzureichenden weltweiten Vorbereitungen auf eine mögliche Pandemie gewarnt.

Ministerin für soziale Entwicklung und Familie Nach seinem Sieg bei der Präsidentschaftswahl in Chile 2021 berief der gewählte Präsident Gabriel Boric Vega im Januar 2022 als Ministerin für soziale Entwicklung und Familie in sein Kabinett. Mit dem Amtsantritt der Regierung am 11. März 2022 übernahm sie das Ministerium als Nachfolgerin von Karla Rubilar.

Am 25. August 2022 trat Vega als Ministerin zurück. Zuvor war bekannt geworden, dass eine Mitarbeiterin ihres Ministeriums im Auftrag Vegas versucht hatte, telefonisch Kontakt zu Héctor Llaitul, dem Anführer der Mapuche-Organisation Coordinadora Arauco-Malleco (CAM), aufzunehmen. Llaitul war am Vortag festgenommen worden. Präsident Boric nahm Vegas Rücktritt an.

Nach ihrem Ausscheiden übernahm die bisherige Unterstaatssekretärin Paula Poblete zunächst kommissarisch die Leitung des Ministeriums.

Weblinks Jeanette Vega auf X (ehemals Twitter)

Einzelnachweise

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