Carlo Conti (* 14. Oktober 1796 in Arpino/Provinz Frosinone; † 10. Juli 1868 in Arpino) war ein italienischer Komponist und Musikpädagoge.

Leben Conti begann nach einem abgebrochenen Studium der Medizin und Chemie 1812 seine musikalische Ausbildung am Real Collegio di San Sebastiano (heute: Conservatorio di Musica San Pietro a Majella) in Neapel. Er studierte dort Harmonielehre bei Giovanni Furno, Kontrapunkt bei Giacomo Tritto (nach den Prinzipien von Leonardo Leo) und Fedele Fenaroli (nach Francesco Durante) und über drei Jahre Vokalkomposition bei Niccolò Zingarelli. Bei einem weiteren Aufenthalt in Neapel vervollkommnete er seine Kenntnisse in Instrumentation bei Johann Simon Mayr.

Von 1819 bis 1821 war er Hilfslehrer (maestrino) am Collegio di San Sebastiano, wo u. a. Francesco Florimo sein Schüler war. Seine Laufbahn als Komponist begann er mit Sinfonien und geistlichen Werken, die Anerkennung fanden. Als Opernkomponist debütierte er 1819 mit Le truppe in Franconia, einer opera semiseria, die am Theater des Collegio de San Sebastiano uraufgeführt wurde. Nach weiteren erfolgreichen Opernproduktionen am Teatro Nuovo in Neapel war er 1827 mit La audacia fortunata am Teatro Valle auch in Rom erfolgreich.

Alexi, ein Auftragswerk des Teatro San Carlo zum Geburtstag von Maria Isabel von Spanien, konnte er wegen einer Erkrankung nicht vollenden. Sie wurde von Nicola Vaccai vollendet und wurde ein katastrophaler Misserfolg. Mit der Oper L’Olimpia konnte Conti im Folgejahr seinen Ruf wieder herstellen und seine Oper Giovanna Shore am Teatro alla Scala zur Aufführung bringen. Das Werk, das mit Konventionen der Opernhandlung brach (die Heldin stirbt im letzten Akt den Hungertod), hatte nur mäßigen Erfolg. Weitere Misserfolge veranlassten Conti, seine Laufbahn als Opernkomponist zu beenden.

1831 kehrte er nach Arpino zurück, um die Verwaltung der elterlichen Güter zu übernehmen. 1840 wurde er zum ordentlichen Mitglied der philharmonischen Sektion der Accademia di belle arti di Napoli ernannt. Saverio Mercadante, der Direktor des Real Collegio di San Sebastiano, wählte ihn 1846 als Lehrer für Harmonielehre und Komposition, nachdem Francesco Ruggi 1845 verstorben war und Gaetano Donizetti seinen Lehrstuhl niedergelegt hatte. Hier wurden u. a. Filippo Marchetti, Paolo Serrao, Michele Ruta, Gaetano Braga, Erennio Gammieri und Ernesto Viceconte seine Schüler.

In der Amtszeit 1851–53 war er Präsident, danach ständiger Sekretär der Accademia di belle arti di Napoli. 1858 beendete er aus persönlichen Gründen sein Lehramt und zog sich nach Arpino zurück. 1862 wurde er als Nachfolger von Fromental Halévy korrespondierendes Mitglied des Institut de France. Auf Drängen des Verwaltungsrates nahm er seine Lehrtätigkeit in der Nachfolge seines eigenen Nachfolgers Giuseppe Lillo 1862 wieder auf und unterrichtete weiter bis zu seinem Tod.

Opern Le truppe in Franconia, 1819 La pace desiderata, 1820 Misantropia e pentimento, 1823 Il trionfo della giustizia, 1823 La audacia fortunata, 1827 Bartolomeo, della Cavalla ovvero L’innocente in periglio, 1827 Gli Aragonesi in Napoli, 1827 Alexi, 1828 L’Olimpia, 1829 Giovanna Shore, 1829 L’innocente in Periglio, 1831 Gli Aragonesi in Napoli (mit Einlagen von Giacomo Panizza und Petro Antonio Coppola), 1838

Quellen Dizionario Biografico degli Italiani: Conti, Carlo Arpino turismo: Carlo Conti Encyclopedia.com: Conti, Carlo

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